Die Zukunft Ost-Turkestans 07.07.2009 (www.german-foreign-policy.com)

Bild 1: Erkin Alptekin und der
Dalai Lama Bild 2:
Rebiya Kadeer und der Dalai Lama
BEIJING/URUMQI/MÜNCHEN (Eigener Bericht) - Berlin nutzt die Unruhen in der westchinesischen Region Xinjiang zu scharfen Attacken gegen Beijing. (...)
In vorderster Reihe
Der World Uyghur Congress basiert auf Strukturen jahrzehntelanger
deutsch-US-amerikanischer Kooperation gegen China. An seiner Gründung wirkte
maßgeblich der prominente Sezessionist
Erkin Alptekin
mit; seine Familie genießt in uigurischen Kreisen hohe Anerkennung.
Alptekin hatte im Jahr 1971 seinen Wohnsitz in München genommen und dort als
"Senior Policy Advisor" den Direktor des US-Senders Radio
Liberty beraten - zu einer Zeit, als der US-Geheimdienst CIA mit dem
Aufbau von Kontakten zu uigurischen Sezessionisten begann. "Einige von ihnen wie
Erkin Alptekin, die für den Münchner CIA-Sender Radio Liberty gearbeitet
hatten", schreibt der Analytiker B. Raman, ehemals Kabinettssekretär der
indischen Regierung, "befinden sich inzwischen in der vordersten Reihe der
Sezessionsbewegung".[3] Alptekin war Gründungspräsident des World Uyghur
Congress, der im April 2004 in München ins Leben gerufen wurde und nach Auskunft
Beijings Kontakte zu terroristischen Milieus unterhält.[4]
Im Auswärtigen Amt
Alptekins Nachfolgerin
Rebiya Kadeer,
Ende der 1990er Jahre die reichste Geschäftsfrau der Volksrepublik China, lebt
seit 2005 in den Vereinigten Staaten im Exil. Im November 2006 wurde sie zur
Präsidentin des World Uyghur Congress gewählt - in München - und besuchte aus
diesem Anlass zum ersten Mal Berlin. Nur ein Jahr später, im Oktober 2007, traf
sie mit Vertretern parteinaher Stiftungen und dem Ausschuss des Bundestages für
Menschenrechte zusammen und konferierte zudem im Auswärtigen Amt.[5]
Systematisch wird sie zur PR-Figur für die Außendarstellung der Uiguren
aufgebaut - nach dem Vorbild des Dalai Lama, der Sympathiewerbung für den
tibetischen Separatismus betreibt. Rebiya Kadeer ("Mutter der Uiguren") war
schon mehrfach Kandidatin für den Friedensnobelpreis, ihre Biographie ist in der
Bundespressekonferenz vorgestellt worden und wurde damals in den deutschen
Medien mit entsprechender Aufmerksamkeit bedacht.
(...) Vor allem jedoch sind die uigurischen Separatisten keineswegs isoliert. Sie unterhalten neben ihren Kontakten zu Regierungskreisen im Westen auch gute Beziehungen zu Abspaltungsbefürwortern aus den Autonomen Regionen Tibet und Innere Mongolei. "Unsere drei Völker sind durch Geographie und Geschichte miteinander verbunden, und in diesen Tagen auch noch durch die chinesische Besatzung", behauptete der Dalai Lama Ende der 1990er Jahre: "Ich bleibe optimistisch, dass sich in nicht allzu ferner Zukunft das wahre Sehnen der Völker Ost-Turkestans, der Inneren Mongolei und Tibets erfüllen wird".[6] In der Hoffnung, den strategischen Rivalen VR China durch Abspaltung riesiger Landesteile von Tibet über Xinjiang bis zur Inneren Mongolei empfindlich schwächen zu können, liegt die Ursache für die Sympathie, die Berlin den uigurischen Sezessionisten entgegenbringt.
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