Hitlers geistige Väter
05.01.2009
Für seine »Verdienste« für das Dritte Reich:
Henry Ford erhält am 30. Juli
1938 das Großkreuz des Deutschen Adlerordens Foto: AP
Hermann Ploppa ist US-Quellen für den Nazirassismus nachgegangen
Von Thomas Immanuel Steinberg
Baldur von Schirach (1907–1974), Hitlerjugend-Führer bis zum Sieg der Alliierten über Deutschland, sagte vor dem Nürnberger Gerichtshof 1946: »Das ausschlaggebende antisemitische Buch, das ich damals las und das Buch, das meine Kameraden beeinflußte... war das Buch von Henry Ford ›Der internationale Jude‹. Ich las es und wurde Antisemit...« ...
Doppelte Besatzung
02.01.2009
Vom Widerstand zur Kollaboration: Sunnitische »Awakening«-Milizen
und
irakische Polizisten mit US-Soldaten in der Stadt Madein
Sunnitische Nationalisten sehen in Schiiten mögliche iranische Besatzer, die für den Irak gefährlicher seien als die US-Armee. Durch diesen Perspektivwechsel ist der Siegeszug des Befreiungskampfes gestoppt
Von Joachim Guilliard
Joachim Guilliard ist Verfasser zahlreicher Fachartikel zum Thema Irak und Mitherausgeber bzw. Koautor mehrerer Bücher
Das Eismeer lockt
31.12.2008
»Arctic Ocean Conference« auf Grönland im Mai 2008: die
Außenminister Moeller (Dänemark), Lawrow (Rußland),
Gahr Stoere (Norwegen), Hammond (Grönland), Lunn (Kanada), Negroponte (stellv.
Außenminister der USA) und
Grönlands Premier Enoksen (v. l. n. r.)
Die Ressourcen der Arktis werden mit dem Klimawandel nicht nur für die Anrainerstaaten zunehmend interessanter. Statt mit Rußland bei der Erschließung der Region zu kooperieren, sehen USA und EU Moskau als Gegner
Von Egbert Lemcke
Unverhohlene Apologie
15.12.2008
Auch in der Krise darf die Frage nach der Vernunft des
Gesamtsystems nicht gestellt werden:
Aktienhändler an der Frankfurter Börse (7.10.2008)
Ökonomische Turbulenzen und ideologische Herrschaft. Teil II (und Schluß): Strategien der Krisenbewältigung
Von Erich Hahn
Evangelisierungsmission
13.12.2008
Vordenker des Neoliberalismus: der österreichische Ökonom
Friedrich August von Hayek
(hier mit dem schwedischen König Carl Gustaf bei der Verleihung des
Wirtschaftsnobelpreises, Dezember 1974)
Ökonomische Turbulenzen und ideologische Herrschaft. Teil I: Das ideologische Profil des Neoliberalismus
Von Erich Hahn
Erich Hahn war von 1971 bis 1990 Direktor des Instituts für marxistisch-leninistische Philosophie der Akademie für Gesellschaftswissenschaften in Berlin/DDR
Unter
Pressionen 24.11.2008
Walter Ulbrichts, 1970
Die Politik Walter Ulbrichts aus der Sicht eines seiner Mitarbeiter
Von Detlef Joseph
... Kritisch behandelt Graf z. B. die schrittweise Verdoppelung der Arbeit durch die – man muß schon sagen – Anmaßung insbesondere des Politbüros der SED, das von Ulbricht angestrebte enge Verhältnis von Staatsrat und Ausschüssen der Volkskammer zu unterlaufen. Das widersprach eklatant den Absichten Ulbrichts. Graf konstatiert, daß vieles, wovon auch er dachte, es könne rasch geändert werden, die DDR über Jahrzehnte begleitet habe. Seine damalige eigene Analyse habe letztlich Symptome von Fehlentwicklungen beschrieben. Erfahrung und Urteilskraft hätten gefehlt, um zu erkennen, daß »mehr systemimmanente Verwerfungen als subjektives Fehlverhalten Ursache der Mängel waren.« (...)
Angesichts der aktuellen umfassenden Bemühungen, die DDR als antisemitischen Staat zu verteufeln, sei erwähnt, daß Ulbricht von Professor Theodor Auerbach bis zu dessen Eintritt in das Rentenalter ärztlich betreut wurde. Auerbach war Jude und hatte vor den Nazis fliehen müssen.
Caracas im Visier
24.11.2008
Parallel zum Aufbau einer Gegenbewegung versuchen kolumbianische
Contras,
die Hauptstadt von zwei Seiten in die Zange zu nehmen (29.11.2007)
Paramilitarismus in Venezuela. Teil II (und Schluß). Aufbau zweier Fronten im Westen und im Osten des Landes
Von Dario Azzellini
Tod aus Kolumbien
22.11.2008
Paramilitärische Einheiten der Autodefensas Unidas de Colombia in
Otu/Kolumbien, 12.12.2005)
Paramilitarismus in Venezuela. Teil 1: Strategien der Contras und ihre Anschläge
Von Dario Azzellini
Lohn der Klarheit
17.11.2008
Wachsender Einfluß auf die Politik des Landes: Die KKE zählt in
Griechenland zu den führenden
Kräften gegen die NATO- und EU-Politik der Regierung (Athen, 24.4.2006)
Foto: KKE
Am 17. November 1918 wurde die Kommunistische Partei Griechenlands gegründet. Nach entschlossenem Kampf gegen Besatzung und Faschismus wird bis heute ihre Prinzipienfestigkeit von der Bevölkerung honoriert
Von Martin Seckendorf
Anfang der Niederlage
01.11.2008
Der ehemalige US-Bomberpilot John McCain
in Gefangenschaft (Hanoi, Herbst 1967)
Am 1. November 1968 mußten die USA ein Fiasko in Vietnam eingestehen
Von Gerhard Feldbauer
Den Luftkrieg hatten die USA am 5. August 1964 unter Bruch der Haager Landkriegsordnung ohne Kriegserklärung und damit völkerrechtswidrig begonnen. 64 Jagdbomber griffen Kriegsschiffe der Demokratische Republik Vietnam (DRV), Ortschaften im Golf von Tongking und zivile wie militärische Objekte in Nordvietnam an. Die Luftaggression wurde in den folgenden Monaten auf das gesamte Gebiet der DRV zu einem mörderischen Bombenkrieg ausgeweitet. ...
»Er galt als Amispitzel und mußte aus dem Weg geräumt werden« 11.10.2008
Gespräch mit Gaby Weber. Über den Massenmörder Adolf Eichmann. Und darüber, daß er zu viel über das Dreiecksgeschäft mit der israelischen Atombombe wußte
Interview: Peter Wolter
»Leitfaden zum Verständnis
der Welt« 22.09.2008
16.09.2008 in der Wall Street. Hobsbawm:
»Die derzeitige Finanzkrise bedeutet ein dramatisches Versagen der
Theologie des unkontrollierten freien Marktes«
Die gegenwärtige Bedeutung von Marx, 150 Jahre nach den »Grundrissen«. Ein Gespräch mit Eric Hobsbawm
Interview: Marcello Musto
Eric Hobsbawm (geb. 1917) gilt als einer der größten lebenden Historiker. Zu seinen zahlreichen Arbeiten zählen die Trilogie über »das lange 19. Jahrhundert«: »Europäische Revolutionen. 1789–1848« (dt. 1962), »Die Blütezeit des Kapitals. Eine Kulturgeschichte der Jahre 1848–1874 (dt. 1975), »Das imperiale Zeitalter. 1875–1914« (dt. 1989) sowie »Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts« (dt. 1995)
Zwei Jahrzehnte nach 1989, als er zu eilig dem Vergessen übergeben wurde, ist Karl Marx ins Rampenlicht zurückgekehrt. So widmete das französische Magazin Nouvel Observateur 2003 eine Spezialausgabe dem Thema »Karl Marx – der Denker des dritten Jahrtausends?«. Ein Jahr später stimmten in einer Meinungsumfrage des Fernsehsenders ZDF nach den wichtigsten Deutschen aller Zeiten mehr als 500000 Zuschauer für Marx; er wurde Dritter in der allgemeinen Eingruppierung und erster in der Kategorie »gegenwärtige Bedeutung«. Dann porträtierte ihn 2005 das Wochenmagazin Der Spiegel auf seinem Deckblatt unter dem Titel »Ein Gespenst kehrt zurück«, während Hörer des Programms »Zu unserer Zeit« auf BBC 4 für Marx als den größten Philosophen stimmten. In einem kürzlich veröffentlichten Gespräch mit Jacques Attali sagten Sie paradox »es sind mehr die Kapitalisten als andere, die Marx wiederentdeckt haben«, und Sie sprachen von Ihrem Erstaunen, als der Geschäftsmann und liberale Politiker George Soros zu Ihnen sagte: »Ich habe gerade Marx gelesen, und es gibt schrecklich viel Wahres in dem, was er sagt.« Was sind die Gründe für diese Wiederbelebung? Ist sein Werk nur für Spezialisten und Intellektuelle von Interesse, sollte es in Universitätskursen als große Klassik des modernen Denkens vorgestellt werden, das nie vergessen werden sollte? Oder könnte eine neue »Nachfrage nach Marx« zukünftig auch von politischer Seite kommen? ( ...)
Rußland raus
16.09.2008
John McCain nimmt den Mund voll: »Amerika muß die demokratische
Solidarität wiederbeleben, die den Westen während des Kalten Krieges vereinte«
Parallel zur UNO soll eine »Liga der Demokratien«
ins Leben gerufen werden – ohne die Vetomächte China und
Rußland (UN-Vollversammlung in New York, 19.9.2006)
Dem US-Präsidentschaftskandidaten John McCain dient das Land wieder als Feindbild und zugleich als Hebel für die Hegemoniesicherung in der NATO. Im »neuen kalten Krieg« soll das energiereiche Zentralasien dem russischen Einfluß entzogen werden
Von Knut Mellenthin
Herrschaftswissen
15.09.2008
Zugang zu Rohstoffen und Märkten sichern: Soldaten des deutschen
EUFOR-Kontingents
auf dem Flughafen der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa (12.7.2006) Foto:
dpa
»SFB 700«: Ein Institut an der FU Berlin liefert Informationen und Strategiekonzepte für bundesdeutsche Großmachtpolitik
Von Peer Heinelt
Politologen sind, so ließe sich in Anlehnung an Bertolt Brecht formulieren, »ein Geschlecht erfinderischer Zwerge, die für alles gemietet werden können«. Äußerst erfinderisch ist auch Sven Chojnacki, seines Zeichens Juniorprofessor am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin und einer der Projektleiter des ebendort angesiedelten »Sonderforschungsbereichs 700 – Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit« (SFB 700). ...
Das Ende der Freiheit
11.09.2008
Der spätere chilenische Präsident Salvador
Allende (vorn links) mit dem Dichter Pablo Neruda.
Hinter ihnen der KP-Funktionär und Schriftsteller Volodja
Teitelboim (Aufnahme aus den 1960er Jahren)
Der ganz andere 11. September. Zwei Literaturnobelpreisträger über den US-Staatsterrorismus in Chile
Von Klaus Huhn
Siehe auch: Chile: Späte Sühne für Verbrechen
Im Schatten des Atomdeals 10.09.2008
Kolkata (ehemals: Kalkutta) am 1. September 2008: Über
100000
Menschen demonstrieren gegen den Atomdeal Indiens mit den USA
Wie Washington versucht, Indien zum »verantwortungsvollen Stellvertreter« in Asien zu machen. Derweil verliert der Subkontinent an Einfluß unter den Blockfreien
Von Hilmar König, Neu-Delhi
Geopolitische Partnerschaft
04.09.2008
Gruppenbild der Staatschefs von Kirgisien, Kasachstan, China,
Tadschikistan, Russland und Usbekistan auf dem jüngsten
SCO-Gipfel in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe am 28.8.2008
Hintergrund. Die Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit: Gegengewicht zum westlichen Imperialismus in Zentralasien
Von Rainer Rupp
Die geopolitische Bedeutung der aktuellen Krise im Kaukasus – der brutale Angriff der georgischen Streitkräfte auf Südossetien Anfang August und die entschlossene russische Reaktion darauf – zeichnet sich bereits jetzt ab: angefangen bei der starken Unterstützung, die Moskaus Vorgehen in der gesamten arabischen Welt gefunden hat, über den Zwiespalt innerhalb Westeuropas und der NATO gegenüber Georgien und der US-Versuche, den Kreml zu bestrafen, bis hin zur Entzauberung des US-amerikanischen Prestiges im postsowjetischen zentralasiatischen Raum. Überall werden derzeit Lehren aus dem jüngsten Kaukasus-Krieg gezogen. ...
Krieg vor Toresschluß?
12.08.2008
Für Krieg: US-Präsidentschaftskandidat John
McCain (Jahresversammlung des
Amerikanisch-Israelischen Ausschusses für öffentliche Angelegenheiten AIPAC in
Washington, 2.6.2008)
Wie in den USA über einen Angriff auf den Iran gedacht wird
Von Ali Fathollah-Nejad
Fathollah-Nejad ist Gründer und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der »Campaign Against Sanctions and Military Intervention in Iran« (CASMII, Kampagne gegen Sanktionen und eine militärische Intervention im Iran, campaigniran.org). Der Politikwissenschaftler kehrte vor wenigen Tagen von einem längeren Aufenthalt aus den USA zurück. Er sprach dort sowohl mit Befürwortern als auch mit Gegnern eines kriegerischen Überfalls auf den Iran. In einem Exklusivbeitrag für jW faßt er seine Gespräche in einem Stimmungsbild zusammen.
... Der wohl bekannteste investigative Journalist der USA,
Seymour Hersh, legte in seinem Anfang Juli veröffentlichten Artikel in The New
Yorker unter dem Titel »Preparing the Battlefield« (Vorbereitung des
Schlachtfelds) dar, wie auf Anfrage Bushs der Kongreß Ende letzten Jahres eine
Summe von 400 Millionen Dollar bewilligt hat, um die iranische Regierung durch
geheime Aktivitäten und Unterstützung von radikalen Separatistengruppen zu
destabilisieren und schlußendlich zum Sturz zu bringen. Zu den Nutznießern
dieser Finanz- und Militärhilfen gehören neben der
sunnitisch-fundamentalistischen Dschondollah (Soldaten Gottes) am Länderdreieck
Iran-Afghanistan-Pakistan, weitere terroristische Vereinigungen wie die
iranische PKK-Schwesterpartei PJAK (Partiya Jiyana Azad a Kurdistanê, Partei für
ein freies Leben in Kurdistan) und die militanten iranischen Volksmudschaheddin
– auch als Modjahedin-e Khalq (MKO) bekannt.
Die Volksmudschaheddin werden von transatlantischen
Kriegstreibern in einer breit angelegten Kampagne unterstützt, um von den
Terrorlisten der Europäischen Union und des US-Außenministeriums gestrichen zu
werden. Einen ersten Erfolg erzielten sie in Großbritannien, wo sie nun
als legale Organisation für einen militärisch geführten, völkerrechtswidrigen
Regime Change agieren können. Wie Hersh gegenüber dem öffentlich-rechtlichen
National Public Radio offenbarte, werden MKO-Mitglieder sogar im US-Bundesstaat
Nevada für einen möglichen Einsatz gegen den Iran trainiert. (...)
In Opposition zur omnipotenten AIPAC wurde im April das Political Action Committee (PAC) »J Street« gegründet, das entsprechend der liberalen Ansichten einer Mehrheit der jüdischen Amerikaner bei der Beilegung des Nahost- und Iran-Konflikts auf Diplomatie setzt. Eine von »J Street« in Auftrag gegebene Umfrage unter amerikanischen Juden offenbart, daß der Großteil der Befragten Gespräche mit dem Iran nicht als Appeasement ansieht und meint, daß Washington direkte Verhandlungen mit Teheran führen sollte. (...)
Auch LeVine hält die Gefahr eines Krieges gegen Iran für real. Ein Angriff vor den Präsidentschaftswahlen Anfang November könnte den in Umfragen um durchschnittlich 3,6 Prozent gegenüber Obama zurückliegenden republikanischen Senator McCain sechs oder sieben Punkte einbringen. Denn der ehemalige Vietnamsoldat McCain könne sich wahrscheinlich besser als Kriegspräsident darstellen. ...
Links: »Campaign Against Sanctions and Military Intervention in Iran« http://campaigniran.org
J Street: http://www.jstreet.org
Ende einer Epoche
09.08.2008
Für einen harmonischen Übergang in das Post-Ölzeitalter ist es
heute bereits zu spät:
Highway vor einer Raffinerie von Shell Oil in Deer Park, Texas (21.11.2007)
Peak Oil und seine geostrategische Bedeutung. Teil I: Die absehbare Erschöpfung der globalen Ölreserven
Von Hauke Ritz
Verpaßte Chance
01.08.2008
Das Kapital verschärft im August 1923 den Klassenwiderspruch, die SPD unterstützt diesen Kurs, die KPD nutzt die Massenproteste nicht für den Umsturz
Von Nick Brauns
Heuchelei und Begünstigung
28.07.2008
Tableau mit Porträts einiger der im IG-Farben-Prozeß Angeklagten.
Die drei US-Richter zeigten sich milde:
Zehn der 24 ehemaligen Hauptvertreter des Konzerns wurden freigesprochen
Foto: dpa
1947/48: Der Nürnberger Nachfolgeprozeß gegen IG Farben (Teil II und Schluß)
Von Dietrich Eichholtz und Janis Schmelzer
Im langen Schatten des
Kalten Krieges 26.07.2008
KZ-Häftlinge bei Straßenbauarbeiten auf dem Werksgelände der IG
Auschwitz (ca. 1943/1944)
Foto: Staatliches Museuem Auschwitz-Birkenau
1947/48: Der Nürnberger Nachfolgeprozeß gegen IG Farben (Teil I)
Von Dietrich Eichholtz und Janis Schmelzer
Ein Brief aus Havanna
26.07.2008
Salvador Allende – unvergessen: Demonstration 30 Jahre nach dem
Tod des
Präsidenten vor dem Moneda-Palast, Santiago, 11. September 2003
Salvador Allende – ein bleibendes Beispiel: In diesem Jahr wäre der große chilenische Sozialist hundert Jahre alt geworden. Überlegungen zur Regierungszeit der Unidad Popular in Chile
Von Fidel Castro
Kreuz und Hakenkreuz
19.07.2008
Plakat zur Volksabstimmung über den Austritt Nazideutschlands aus
dem Völkerbund vom
12. November 1933 (rechts im Bild der päpstliche Nuntius Alberto
Vasallo-Torregrossa)
Foto: jW-Archiv
Vor 75 Jahren wurde das Reichskonkordat geschlossen
Von Kurt Pätzold
Mord und Massenmord
12.07.2008
Von vier Schüssen getroffen: IKP-Generalsekretär
Palmiro Togliatti wird den Anschlag überleben (Rom
14.7.1948)
Foto: dpa
Mit dem Anschlag auf Palmiro Togliatti sollte die italienische KP zum bewaffneten Aufstand provoziert werden – um sie zu vernichten
Von Gerhard Feldbauer
... Führende Kraft dieses Widerstandes war die über zwei Millionen Mitglieder zählende IKP. Um sie auszuschalten und einen Keil in die Aktionseinheit zu treiben, inszenierte man in Washington den Mordanschlag auf Togliatti. Er sollte die IKP und ihre Anhänger zum bewaffneten Aufstand provozieren, um sie per Blutbad liquidieren zu können. ...
Die Welt als Schachbrett
28.06.2008
Stratege der globalen US-Vorherrschaft:
Zbigniew Brzezinski
(hier während einer Konferenz in der kroatischen Stadt Dubrovnik, 7.7.2007)
Foto: AP
Der neue Kalte Krieg des Obama-Beraters Zbigniew Brzezinski (Teil
I)
30.06.2008: Um die
Weltherrschaft (Teil II und Schluß)
Von Hauke Ritz
1928 in Warschau geborene Zbigniew Brzezinski gilt neben Henry M.
Kissinger und Samuel P. Huntington als graue Eminenz unter den US-Geostrategen.
Er trägt durch seine Beratertätigkeit für US-Präsident James Carter von 1977 bis
1981 u. a. eine Mitverantwortung an der Talibanisierung Afghanistans,
unterstützten die Vereinigten Staaten doch die Mudschaheddin massiv im Kampf
gegen die UdSSR. Nach Brzezinskis Bekunden wollten die USA die Sowjetunion in
die »afghanische Falle« locken und ihnen so »ihr Vietnam« bereiten. Heute ist er
Professor für Amerikanische Außenpolitik an der Johns-Hopkins-Universität in
Baltimore, Berater am Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS)
in Washington D.C. und Verfasser von politischen Sachbüchern. Daneben betätigt
sich Brzezinski als Berater für mehrere große US-amerikanische und
internationale Unternehmen. Unlängst geriet er wieder in die Schlagzeilen, als
über die Medien verbreitet wurde, daß er in das außenpolitische Team des
US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama eingetreten ist.
In dem folgenden Artikel untersucht Hauke Ritz die geopolitischen Konzepte
Brzezinskis. Der jW-Beitrag ist die stark gekürzte Fassung eines Textes aus »Quo
vadis, Amerika? Die Welt nach Bush«. Das 288 Seiten umfassende Buch mit 24
Beiträgen von u. a. Norman Birnbaum, Saskia Sassen und Immanuel Wallerstein ist
soeben im Verlag der Blätter für deutsche und internationale Politik erschienen
und kostet 12 Euro (blaetter.de).
(jW)
»Ohne
Solidarität hätten wir nicht überleben können« 28.06.2008
Vor der Hinrichtung: Die letzte Umarmung des Ehepaars
Ethel und Julius
Rosenberg im Zuchthaus Sing Sing
Gespräch mit Robert Meeropol. Über seine Eltern Ethel und Julius Rosenberg, über Justizmorde und die Rosenberg-Stiftung
Von Peter Wolter
Robert Meeropol wurde 1947 als Sohn der US-amerikanischen Kommunisten Ethel und Julius Rosenberg geboren, die am 19. Juni 1953 auf dem elektrischen Stuhl im US-Zuchthaus Sing Sing hingerichtet wurden. Er und sein Bruder Michael wurden später von dem Ehepaar Anne und Abel Meeropol adoptiert. Robert Meeropol lebt heute im US-Bundesstaat Massachusetts
Die Massen bewegen
26.06.2008
Alle sich neu ergebenden Möglichkeiten verwirklichen:
APO-Aktivist Rudi Dutschke
während einer Anti-Vietnamkriegsdemonstration in Frankfurt/Main (29.2.1968)
Foto: AP
Chiffre 68. Eine globale Revolte und ihre Bilanz (Teil 2 und Schluß)
Von Winfried Wolf
Das Unmögliche versuchen
25.06.2008
Foto 1: Internationale Solidarität
mit Vietnam und der kubanischen Revolution: Kundgebung während der XI.
Weltfestspiele der Jugend in der bulgarischen Hauptstadt Sofia (August 1968)
Foto: BTA/dpa
Foto 2: Kämpfer der vietnamesischen Befreiungsfront
FNL beschießen US-Flugzeuge, nachdem diese Bomben auf ihre Stellungen abgeworfen
haben (undatiertes Foto)
Foto: AP
Chiffre 68. Eine globale Revolte und ihre Bilanz (Teil 1)
Von Winfried Wolf
Spaltung nach Drehbuch
20.06.2008
Gegen den Alleingang der Westmächte: Großkundgebung anläßlich des
Landesvolkskongresses in Halle/Saale (24. Januar 1948)
Berlin, Juni 1948 – die Währungsteilung und die sogenannte Luftbrücke
Von Mark Altten
Drohendes Wettrüsten
16.06.2008
Neue Waffenbrüderschaft: US-Präsident George W. Bush und der
indische
Premierminister Manmohan Singh bei einer Pressekonferenz in Neu-Delhi (2.3.2006)
Außenpolitisch nähert sich Indien weiter an die USA an. Ein Nuklearabkommen soll strategische Partnerschaft zwischen beiden Staaten anbahnen
Von Gerhard Klas
... Indien und die USA schicken auch ihr militärisches Führungspersonal ins jeweils andere Land, um Militärtechnik und Strategie einander anzupassen. »Interoperabilität« heißt das im militärischen Fachjargon. Das gilt auch für die ballistischen Abwehrsysteme der Inder. Damit würde, so befürchtet Achin Vanaik, auch ohne das Nuklearabkommen ein Wettrüsten in der Region forciert. »Die ballistischen Abwehrsysteme sind der reine Wahnsinn«, so der Wissenschaftler, »sie sind ohne Frage gegen China und Rußland gerichtet und werden zu einer Militarisierung des Weltraums führen, einschließlich nuklearer Sprengköpfe«. ...
»Kuba – das war auch die
erste schwarze Revolution« 14.06.2008
Ernesto Che Guevara und der
algerische Staatspräsident Ahmed Ben Bella
bei einem Treffen in den sechziger Jahren in Algier Foto: Instituto Cubano
del Libro
Gespräch mit Ahmat Dansokho. Über die soziale und politische Krise im Senegal, die Möglichkeit einer neuen Volksfrontpolitik, die Bedeutung der kubanischen Revolution und Begegnungen mit Che Guevara
Interview: Arnold Schölzel
Ahmat Dansokho ist Generalsekretär der Parti de l’Indépendence et du Travail (PIT), der Partei der Unabhängigkeit und Arbeit des Senegal. Er ist Bürgermeister der Stadt Kédougou, war Vizepräsident der senegalesischen Nationalversammlung und gehörte als Minister verschiedenen Kabinetten an.
Der Pichichu
14.06.2008
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Von Timo Berger
Timo Berger, geboren 1974 in Stuttgart, lebt heute in Berlin. Che Guevara begegnete ihm zum ersten Mal im Bücherregal seiner 68er Eltern: Das bolivianische Tagebuch. Ende der 90er Jahre stieß er in Buenos Aires in einem Slum auf die Geschichte von Pichichu (gesprochen »Pitschítschu«): Bandit, Volksheld und peronistischer Basisfunktionär in einem. Sie hat ihn nicht wieder losgelassen.Zuletzt von Timo Berger erschienen: »Ferne Quartiere«, Gedichte (Lyrikedition 2000, München 2008)
Wer die Nahrung
kontrolliert ... 13.06.2008
Mit westlicher »Hilfe« ins Elend: Kenianer bei der Verteilung von
Mais-Spenden
durch das Rote Kreuz (Nairobi, 6.1.2008)
Handelsschranken, Subventionen, »grüne Gentechnik«, Spekulation: Die
Ursachen für die weltweite Ernährungskrise sind menschengemacht – und damit
behebbar
Von Annette Groth und Alexander King
»Ein geschichtsträchtiger Kampf ist im Gange, der am Ende stärker die
Zukunft der Menschen auf dem Planeten bestimmen wird als die weitaus lauteren
Kriege um Erdöl, der Terrorismus oder politische Ideologien. Es ist der Kampf
darum, wer am Ende den Anbau, die Verarbeitung und Verteilung der Nahrungsmittel
der Welt kontrolliert.« 1
Debbie Barker, stellvertretende Direktorin des International Forum on
Globalization, San Francisco, USA
Kontrollierte Plünderung
05.06.2008
George W. Bush zeichnet Lewis Paul Bremer III. mit der
Freiheitsmedaille aus (14.12.2004).
Als US-Verwalter im Irak erließ Bremer Verordnungen, die die Ausbeutung des
Landes erleichtern
Die Ökonomie des Irak-Krieges
Von Joachim Guilliard
Joachim Guilliard ist Verfasser zahlreicher Fachartikel zum Thema Irak und Mitherausgeber bzw. Koautor mehrerer Bücher.
Aufstandsbekämpfung
03.06.2008
Kampf dem Kommunismus – philippinische Soldaten in einem
gestürmten
Rebellenlager nordöstlich von Manila (2.9.2007) Foto: AP
In südasiatischen Staaten beerben Antiterrorgesetze Kommunistenhatz und koloniale Repression. Alte Methoden treffen auf das neue Feindbild »Islamismus«
Von Thomas Wagner
Teuer
aufgetischt 03.06.2008
Deutschlands Lebensmitteleinzelhandel wird von fünf Monopolen beherrscht: Den Produzenten drücken sie die Abnahmepreise, den Verbrauchern stellen sie die Waren mit saftigem Profitaufschlag in die Supermärkte
Von Sabine Zimmermann
Mit Zeitzünder
31.05.2008
Franz Josef Jung und Demonstration gegen Notstandsgesetze
in Nürnberg, 17.3.1968
Die heute vor 40 Jahren verabschiedeten Notstandsgesetze gleichen einer Bombe. Sie kann bei Bedarf gegen aufkommende revolutionäre Bestrebungen der Arbeiterbewegung scharf gemacht werden
Von Marcus Hawel
Dr. Marcus Hawel ist Soziologe, Mitherausgeber der Onlinezeitschrift sopos.org und lehrt zur Zeit an den Instituten für Politikwissenschaft sowie für Soziologie und Sozialpsychologie der Universität Hannover.
Ende der Rationierung 31.05.2008
Die Abschaffung der Lebensmittelkarten in der DDR am 29. Mai 1958
Von Jörg Roesler
Dem Zeitgeist widerstehen
27.05.2008
Linkes Profil schärfen: Oskar Lafontaine
während seiner Rede in Cottbus Foto: AP
Auszüge aus der Rede des Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine am 24. Mai auf dem 1. Parteitag der Linken in Cottbus
... Die Grünen haben sich einmal als Anti-Parteien-Partei verstanden. Das ist lange her. Wir wollen uns als eine Partei gegen den Zeitgeist verstehen auf dem Hintergrund dessen, was ich vorhin gesagt habe. Nur wer eine Antwort auf den finanzmarktgetriebenen Kapitalismus hat, hat ein ernstzunehmendes, modernes Programm. Alle anderen Programme, die diese Frage nicht aufgreifen, sind keine Programme, sondern Programmierungen, wobei die Programmierer die wirtschaftlich Mächtigen sind. Wir haben ein Programm! ...
Der vollständige Wortlaut der Rede findet sich im Internet unter: die-linke.de/partei/organe/parteitage/1_parteitag/reden/oskar_lafontaine/
Die Rede als MP3-Datei (44:46 min - 30,2 MB)
Siehe auch: Das 100 Punkte Programm http://www.die-linke-stuttgart.de/pdf_download/Das100PunkteProgramm_0508.pdf
Coup der
Viererbande 23.05.2008
Auf der Sonnenseite der Macht: Bundeskanzlerin Angela Merkel,
Frankreichs
Präsident Nicolas Sarkozy, Italiens neuer »Führer« Silvio Berlusconi und der
englische Premier James Gordon Brown Foto: AP
Auf dem Weg in eine neue Hegemonialordnung: Die BRD, Frankreich, Großbritannien und Italien werden mit dem Inkrafttreten des Lissabonner Vertrags über ein Stimmengewicht von über 53 Prozent verfügen
Von Andreas Wehr
Andreas Wehr arbeitet als Jurist in Brüssel. Zum europäischen Verfassungsprozeß erschien von ihm im April 2006 das Buch »Das Publikum verläßt den Saal. Nach dem Verfassungsvertrag« (PapyRossa Verlag, Köln, 206 S. brosch., 14,90 Euro)
Recht auf
Ernährung - "20 Jahre fehlgeleitete Politik" 22.05.2008
"Die Weltbank hat - wie
jeder - unterschätzt, wie wichtig es gewesen wäre, in die Landwirtschaft
zu investieren", sagt Olivier De Schutter über die Ursachen der globalen
Nahrungsmittelkrise.
Der neue UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Ernährung, Olivier De Schutter, über die Verfehlungen der Politik in der globalen Nahrungsmittelkrise, die Schädlichkeit von Biotreibstoffen und warum ihn Merkels Engagement in Brasilien wütend macht.
Interview: Kathrin Haimerl
3000000000000 Dollar
20.05.2008
Nüchterne Zahlen können das von US-Soldaten herbeigeführte Leid
nicht
ausdrücken (Irakerin in der Nähe von Kerbela, 15.4.2008) Foto: AP
Vorabdruck. Die wahren Kosten des Krieges. Wirtschaftliche und politische Folgen des Irak-Konflikts
Von Joseph E. Stiglitz und Linda J. Bilmes
In seinem neuesten Buch enthüllt der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz gemeinsam mit Linda Bilmes die katastrophalen Folgen des Irak-Krieges. Dabei decken sie nicht nur die ökonomischen Kosten für die USA und die Welt auf, sondern benennen auch die langfristigen politischen, sozialen und humanitären Auswirkungen, die erst in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sichtbar werden. junge Welt dokumentiert mit freundlicher Genehmigung des Pantheon-Verlags in München Auszüge aus dem Vorwort und aus Kapitel 7 »Abzug aus dem Irak«. Die Zwischenüberschriften wurden von der Redaktion eingefügt.
Partner der Multis
19.05.2008
Absicherung zukünftiger Profite: Naturschützer wahren die
Artenvielfalt und liefern verwertbares
Genmaterial (seltener Frosch in einem Naturschutzzentrum in Panama, 7.4.2008)
Foto: AP
Vorabdruck. Die internationalen Naturschutzunternehmen
Von Klaus Pedersen
Ein besonderes Unrecht
08.05.2008
19. März 1953: Blick auf die KPD-Fraktion im Bundestag –
in der Mitte Heinz Renner.
Von den Nazis verfolgt, in der Bundesrepublik in Haft.
Entschädigungsrente als Widerstandskämpfer wurde zurückgefordert
Heute im Bundestag: Debatte über Antrag der Linksfraktion zur Entschädigung für Opfer der faschistischen Verfolgung
Von Hans Daniel
Siehe auch: Dokumentiert: Antrag der Fraktion Die Linke
Der Bundestag wolle beschließen: 1. Der Deutsche Bundestag stellt fest: Es ist moralisches Unrecht und juristisch nicht hinnehmbar, wenn Opfer nationalsozialistischer Verfolgung aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der 1956 verbotenen Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) oder wegen politischer Tätigkeit als Kommunisten nach 1949 die ihnen zustehende Entschädigungsleistungen nicht erhalten (haben) oder schon gezahlte Entschädigungen wieder zurückzahlen mußten. ...
Das waren die »Kollaborateure« 08.05.2008
»Biologische Lösung« statt Entschädigung im »Rechtsstaat« Bundesrepublik
Von Hans Daniel
Nun haben sie es ja fast geschafft«, sagte Karl Stiffel, Sprecher der in Essen ansässigen Initiative zur Rehabilitierung der Opfer des Kalten Krieges, »das Problem einer Entschädigung für die in den Jahren des Faschismus und dann im ›Rechtsstaat‹ Bundesrepublik verfolgten Kommunistinnen und Kommunisten durch eine ›biologische Lösung‹ zu erledigen.« In der Tat: Mit Kurt Baumgarte ist am 20. Juli 2006 in Hannover über 90jährig einer der letzten »Kollaborateure« gestorben. Zehn Jahre Isolationshaft in faschistischen Zuchthäusern, 22 Monate Haft nach 1956 wegen Fortsetzung der Tätigkeit der verbotenen KPD, verbunden mit der Verweigerung einer Entschädigung nach dem Bundesentschädigungsgesetz (BEG). ...
Andere
passen sich an 03.05.2008
»Das ist das Erschütternde an dem gegenwärtigen Zustand:
Nicht der Faschismus siegt, die andern passen sich ihm an« Foto: jW-Archiv
Eine Persönlichkeit, wie sie der linken Presse heute fehlt: Carl von Ossietzky (3.10.1889–4.5.1938)
Von Dr. Seltsam
Kapitulation vor der
Realität 03.05.2008
Die »Freude am Spiel mit Formen«: Erfahrungen aus den
Straßenkämpfen wirken in
postmodernen Theorien fort (Paris, Quartier Latin im November 1968) Foto:
AP
Nach der tiefen Niederlage und allzu hoher Hoffnungen und Phantasien flüchteten Frankreichs Intellektuelle nach dem Pariser Mai 1968 in die postmoderne Textwirklichkeit
Von Jürgen Enkemann
Volle Tanks – leere Teller
28.04.2008
Aus Protest gegen teure Nahrungsmittel ißt ein Demonstrant in der
haitianischen
Hauptstadt Port-au-Prince Gras – ein brasilianischer Soldat der
UN-Friedenstruppe hält ihn auf Abstand (8.4.2008)
Foto: AP
Eine neue Industrie garantiert gigantische Profite – »Bio«kraftstoffe schädigen die Umwelt mehr als bisher, Lebensmittelpreise explodieren, Dritte-Welt-Länder werden durch Monokulturen in den Ruin getrieben
Von Klaus Pedersen
Hetzzeit
28.04.2008
Vietnam-Kongreß in Westberlin 1968: Meinhof und Dutschke warfen
»beharrlich die weitestgehenden Fragen auf« Foto: AP
Jutta Ditfurth beleuchtet in ihrem Buch über Rudi Dutschke und Ulrike Meinhof Ursprünge und Zerfall der außerparlamentarischen Opposition in den 60er Jahren
Von Arnold Schölzel
... Der Lebenszweck des Separatstaates war die Aufstellung von Streitkräften im westlichen Militärbündnis. Dafür wurde er gegründet, eine andere Staatsidee lag nicht vor, der Auftrag zur Wiederbewaffnung verlangte aber die Herstellung und Bewahrung innerer Stabilität über das in anderen NATO-Staaten übliche Maß hinaus – selbstverständlich weitgehend mit dem Personal, das bis 1945 dem deutschen Faschismus in den staatlichen Institutionen gedient hatte. Die Debatte über die Notstandsgesetze konstituierte im Verlauf der 60er Jahre nach dem Kampf gegen Aufrüstung und atomare Bewaffnung im Jahrzehnt zuvor eine außerparlamentarische Opposition (APO), deren Niederlage 1968 durch die Zweidrittelmehrheit der großen Koalition von CDU/CSU und SPD im Bundestag besiegelt wurde. ...
Jutta Ditfurth: Rudi und Ulrike. Geschichte einer Freundschaft. Drömer Verlag, München 2008, 238 Seiten, 16,95 Euro
Ende der Einheit
24.04.2008
An vorderster Front für die Spaltung Berlins: Otto Suhr (SPD)
agitiert am 9.9.1948 vor dem Reichstag
Demonstranten für die Verlegung der Stadtverordnetenversammlung in den Berliner
Westen
Foto: jW-Archiv
Streiks nur noch für den Kalten Krieg: Als es nach 1945 um Enteignung der Unternehmen und politische Rechte in der Gewerkschaftsbewegung geht, bildet die SPD die kapitaltreue Spalterorganisation UGO
Von Mark Altten
Salven
gegen Olympia 12.04.2008
Antikommunistischer Furor: Begegnung zwischen einem
China-Kritiker und
einer Unterstützerin der Spiele in Peking (San Francisco, 9.4.2008) Foto: AP
Gestern Moskau, heute Peking: Wie der Westen versucht, aus einem Boykott der Spiele politisches Kapital zu schlagen
Von Klaus Huhn
Reaktionäres Komplott
12.04.2008
Christdemokratische Heuchelei: »Wir hätten keinen Krieg
gehabt, wenn deine Mutter hätte wählen können«
Am 18. April 1948 siegten Italiens Christdemokraten bei den ersten Parlamentswahlen. In einer antikommunistischen Schlammschlacht halfen USA und Papst kräftig mit
Von Gerhard Feldbauer
Bushs dritte Amtszeit
09.04.2008
Weitgehende Übereinstimmung: US-Präsident George W. Bush führt
seinen
potentiellen Nachfolger John McCain durch das Weiße Haus (5.3.2008) Foto: AP
Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain will die Politik des jetzigen Amtsinhabers fortsetzen. Der Konfrontationskurs gegen Rußland soll verschärft, das Hegemoniestreben der USA forciert werden
Von Knut Mellenthin

Bild 1.: Halbherzige Lehren:
SPD-Plakat zur Bundestagswahl 1953 gegen die Wiederbewaffnung der BRD – bereits
1956 stimmt die Partei der »Wehrergänzung« des Grundgesetzes zu
Foto: jW-Archiv
Bild 2.: Linke Politik in
Ein-Punkt-Bewegungen: Proteste gegen die vom Bundestag am 30. Mai 1968
beschlossenen Notstandsgesetze der SPD-CDU-Koalition (ohne Ortsangabe)
Foto: Anton Tripp
Die Verbitterung des Unterbezirkssekretärs 08.04.2008
Zur halbvergessenen Geschichte der Westlinken
Von Georg Fülberth
Vorabdruck aus: Georg Fülberth, »›Doch wenn sich die Dinge ändern.‹ Die Linke«, PapyRossa Verlag (Neue Kleine Bibliothek 126), Köln 2008, 169 Seiten, ISBN 978-3-89438-383-1, 12,90 Euro. Erscheint am 16.April.
Ein
Überraschungscoup 05.04.2008
Der Volksentscheid vom 6. April 1968 über eine neue Verfassung der DDR
Von Siegfried Prokop
Blutkaffee und Wasserlilien
05.04.2008
Nestlé-Zentrale östlich von Manila: Arbeiterinnen protestieren
gegen die Ermordung des
Gewerkschaftsführers Diosdado Fortuna, der von »unbekannten Tätern« erschossen
wurde –
im Auftrag der Kapitalisten und der »US-Arroyo-Clique«, so die Demonstranten
Foto: AP
David gegen Goliath: Seit sechs Jahren streiken Arbeiter des Nestlé-Werks im philippinischen Cabuyao. Ein ungleicher Kampf, zumal Manila vor dem Weltkonzern lieber kuscht als aufmuckt
Von Rainer Werning
Democracy
Now! Special: Martin Luther King's Life and Legacy 40 Years After His
Assassination April 04, 2008
The Rev. Dr. Martin Luther King, Jr. was
assassinated forty years ago today. He was in Memphis, Tennessee to march with
sanitation workers demanding a better wage. We spend the hour on his life and
legacy. We hear from the Rev. Jesse Jackson, who was with King at the Lorraine
Motel, where he was killed; Harry Belafonte, who was with Coretta Scott King at
the King home in Atlanta on April 4, 1968; Dr. Vincent Harding, a close friend
and colleague of King’s who wrote King’s major antiwar speech, “Beyond Vietnam;”
Taylor Rogers, a former sanitation worker in Memphis; Charles Cabbage, a
longtime activist and community organizer in Memphis who met with King hours
before he died; Jerry Williams, one of the only African American detectives in
the Memphis Police Department in 1968; Judge D’Army Bailey, a circuit court
judge in Memphis and co-founder of the National Civil Rights Museum; and we hear
King in his own words, giving his major speech against the war in Vietnam and
his last public address given the night before his death in Memphis, Tennessee.
[includes rush transcript]
Democracy
Now!
The Green Light: Attorney Philippe Sands Follows the Bush Administration Torture
Trail April 03, 2008
A new exposé in Vanity Fair by British attorney Philippe Sands reveals new details about how attorney John Yoo and other high-ranking administration lawyers helped design and implement the interrogation policies seen at Guantanamo, Abu Ghraib and secret CIA prisons. According to Vanity Fair, then-White House counsel Alberto Gonzales and other top officials personally visited Guantanamo in 2002, discussed interrogation techniques and witnessed interrogations. Sands joins us in our firehouse studio. [includes rush transcript]
Diffamiert und entrechtet
01.04.2008
Die Naziaktionen gegen jüdische Geschäfte, Arztpraxen und
Anwaltskanzleien
wurden als »Abwehrmaßnahmen« ausgegeben (Plakat in Leipzig, März 1933)
Foto: jW-Archiv
Vor 75 Jahren: Jüdische Bürger werden in Deutschland zu »Volksfeinden« erklärt. Antisemiten in Aktion – auf den Straßen, am Kabinettstisch, im Staatsapparat
Von Kurt Pätzold
Fotos, die an jenem 1. April 1933 in deutschen Städten, großen wie kleinen, gemacht worden sind, finden sich in unseren Schulgeschichtsbüchern und sind wieder und wieder in Zeitungen und Zeitschriften gedruckt worden. Vor Geschäften, deren Türen und Schaufensterscheiben mit der Aufschrift »Kauft nicht bei Juden« beschmiert wurden, sind Posten der nazistischen Sturmabteilungen (SA) aufgezogen, die Kaufinteressierte am Betreten der Räume hindern sollen. Viele Eigentümer haben darauf ihre Geschäfte selbst geschlossen. Die Aktion, für die es in der neueren deutschen Geschichte bis dahin kein Beispiel gab, war von der Nazipartei inszeniert worden. Für ihre Leitung wurde eigens ein »Zentralkomitee« installiert, an dessen Spitze Julius Streicher trat, der sich selbst den Titel des »Antisemiten Nr. 1« zulegte und der 1946 als einer der geistigen Urheber des zumeist Holocaust genannten Massenmordens in Nürnberg am Galgen enden wird...
Zimbabwe’s Lonely Fight for Justice March 30, 2007
By Stephen Gowans
Ever since veterans of the guerrilla war against apartheid Rhodesia violently seized white-owned farms in Zimbabwe, the country’s president, Robert Mugabe, has been demonized by politicians, human rights organizations and the media in the West. His crimes, according to right-wing sources, are numerous: human rights abuses, election rigging, repression of political opponents, corruption, and mismanagement of the economy. Leftist detractors say Mugabe talks left and walks right, and that his anti-imperialist rhetoric is pure demagogy. ...