Dossier: Wieder im Ring

Rußland und die Weltarena

Unter Präsident Putin wurden die Oligarchen diszipliniert, eine starke Staatlichkeit konsolidiert und die Opposition kaltgestellt. Eine soziale Befriedungspolitik ist eingeleitet. Im geopolitischen Käftemessen zählt das zunehmende ökonomische Gewicht Rußlands. 

www.RussiaToday.com
 

 

Ukraine pokert hoch im Erdgasstreit 05.01.2009

Russisches Angebot, für halben EU-Markt-Preis zu liefern, weiter ausgeschlagen

Von A. Bekenjow

Bei den – ergebnislosen – Gesprächen zwischen der russischen Gasprom und dem ukrainischen Staatsunternehmen Naftogas über die weitere Erdgaslieferung an die Ukraine zum Jahreswechsel ging es um die Frage, wie und wann die Ukraine aufgelaufene Schulden für bereits zugestelltes Gas zahlen wird. Die Ukraine hat gegenüber Rußland Zahlungsrückstände im Umfang von 1,5 Milliarden US-Dollar allein für im Jahr 2008 geliefertes Gas. Den Zeitverzug für die Rückzahlung inbegriffen, würde die Schuld der Ukraine gegenüber Rußland mittlerweile zwei Milliarden Dollar betragen. Gasprom hat der Ukraine unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes einen weit unter dem Weltmarktpreis liegenden Gaspreis von 250 Dollar für 1000 Kubikmeter Gas angeboten. ...

 

Gasverträge mit Russland liegen zum 7. Januar vor - Timoschenkos Berater 01.01.2009
Julia Timoschenko

MOSKAU, 01. Januar (RIA Novosti). Russland und die Ukraine werden alle Gasverträge zum orthodoxen Weihnachtsfest (7. Januar) ausarbeiten.

Das teilte Alexej Gudyma, Wirtschaftsberater der ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko, am Donnerstag dem Radiosender Echo Moskwy mit. "Wichtig ist, dass der Prozess nicht abgebrochen war. Die Delegationen bereiten sich auf ein Treffen vor, bei dem der Dialog fortgesetzt wird", sagte Gudyma.

Siehe noch dazu: Russia cuts off gas to Ukraine, ups supplies to Europe

 

US-Senator Lugar befürwortet WTO- und NATO-Beitritt Russlands 08.12.2008
US-Senator Richard Lugar

MOSKAU, 18. Dezember (RIA Novosti). US-Senator Richard Lugar hat sich für die Aufnahme Russlands in die Welthandelsorganisation (WTO) ausgesprochen.

"Russland muss Mitglied der wichtigsten internationalen Organisationen sein", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im US-Senat am Donnerstag live im Rundfunksender Echo Moskwy. "Sowie Russland der WTO beigetreten ist, erlischt die so genannte Jackson-Vanik-Klausel automatisch, die den Handel zwischen Russland und den USA beschränkt."  ...

Siehe auch: US-Senator Lugar wirft Ukraine Diebstahl von Gas vor 08.12.2008

 

Gipfel in Delhi 08.12.2008

Medwedew zu Blitzbesuch in Indien. Mega-Deal zu russischen Uranlieferungen stand im Mittelpunkt

Von Hilmar König, Neu-Delhi

 

NATO’s halt to eastward expansion eases Moscow relations December 7, 2008, 13:52

Ukraine and Georgia will not be invited to join NATO until they carry out military and democratic reforms. Earlier this week, Washington said there would be no shortcuts for either of the countries. The move has been welcomed by Russia which opposes its neighbours joining the alliance. ...

 

Finnland soll NATO-Mitglied werden - Ahtisaari 06.12.2008
Friedensnobelpreisträger Marti Ahtisaari

... Ich glaube, dass man genau so wie die Kanadier, Amerikaner und Europäer auch Teil der NATO sein soll, wenn man schon zu diesem Club (demokratischer) Länder gehört. Die NATO-Tür steht für jedes Land mit westlicher Demokratie offen."

Zum den Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sagte Ahtisaari, die Ursache für alle Probleme sei ein "altes Denken in Stereotypen", wobei die reale Situation nicht analysiert werde. "Es gibt keine Bedrohung für Russland von Seiten des Westens. Ich bin auch davon überzeugt, dass auch Russland keinen einzigen westlichen Staat bedroht. [So why does Finland need NATO membership?]

 

Over US Objections, NATO Resumes Contacts with Russia December 2, 2008

NATO foreign ministers led by Germany managed to forestall fast-track membership for Georgia and Ukraine, and likewise reached an agreement to resume limited ties with Russia. ...

 

Dmitry Medvedev is in Cuba. He's the first Russian president to visit the country in eight years. This is the last stop of Medvedev’s tour of countries in Latin America, aimed at restoring links and boosting trade. (Video) November 28, 2008

See also: Medvedev’s visit to Caracas angers West

... The talks between Russian President Dmitry Medvedev and his Venezuelan counterpart Hugo Chavez are making headlines around the world with Western commentators alleging Russia was drawing Venezuela into a new Cold War.

Just a few years ago it may have been all about weapons but most of the agreements signed during this visit were for civilian projects.

And apart from military and technical cooperation, the focus was on joint energy projects, trade, the creation of a Russian-Venezuelan bank and an agreement paving the way for the building of Venezuela’s first nuclear power plant.  The nuclear deal was signed during Medvedev’s visit and has attracted a considerable amount of media attention in the West.

Heading off criticsm from the West, the chief of Russia’s state nuclear corporation, Rosatom Sergey Kirienko, said “there have never been any grounds to doubt the peaceful nature of [Venezuela’s] nuclear industry.”

(...) But nevertheless, as France24 reported, Moscow-Caracas talks “are likely to irk Washington.”

Citing its diplomatic correspondent, Jonathan Marcus, the BBC said: “the Russian president's aim is to show Washington, where President-elect Barack Obama is preparing for office, that if the U.S. does things in Europe near Russia's borders which Moscow does not like, then Russia can pursue its own policies in a region long seen by Washington as its backyard.”

(...) Medvedev’s arrival in Venezuela coincided with a summit of staunch U.S. critics, searching for an alternative to America’s strategy for solving the global financial crisis.

Although not taking part in the third Bolivarian Alternative for the Americas (ALBA) summit, Dmitry Medvedev has met with top officials of its member-states. The Russian president was repeatedly invited to attend but took a rain check.

And while officials from both sides never tire of stressing the strategic nature of their alliance, numbers speak for themselves. Hugo Chavez has visited Russia seven times, while Dmitry Medvedev is the first ever sitting Russian leader to step on Venezuelan soil.

The Kremlin may be eager to show off, but its friendship with Caracas comes with the same reservations as the antagonism toward Washington.

 

Europa muss erstarkenden russischen Imperialismus stoppen - Kaczynski (Zusammenfassung) 27.11.2008
Lech Kaczynski

WARSCHAU, 27. November (RIA Novosti). Europa muss nach Ansicht des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski den "erstarkenden russischen Imperialismus" stoppen.

Die gegenwärtige Situation in Georgien werde die Europäische Union (EU) prüfen lassen, ob sie in der Lage sei, dem russischen Imperialismus eine Abfuhr zu erteilen, der bekanntlich nie mit Zugeständnissen begnügt gewesen sei. Das geht aus einem am Donnerstag in Warschau veröffentlichten Schreiben Kaczynskis an den EU-Kommissionspräsidenten Jose Manuel Barroso hervor. (...)

Bei seinem Besuch in Georgien am vergangenen Sonntag zu den Feierlichkeiten anlässlich des 5. Jahrestages der "Rosenrevolution" hatte der polnische Staatschef auf Vorschlag seines georgischen Kollegen Michail Saakaschwili das Programm geändert und war an die georgisch-südossetische Grenze gefahren. Als die Wagenkolonne vor einem Wachposten anhielt, fielen Schüsse. Niemand wurde betroffen. Kaczynski und Saakaschwili machten russische Militärs dafür verantwortlich. Kaczynski sagte, er habe dabei "die russische Sprache" gehört. Russland wies die Vorwürfe zurück.

Medienberichten vom Vortag zufolge war in einer internen Studie des polnischen Inlandsgeheimdienstes ABW von einer "georgischen Provokation" die Rede. Die Behörden in Tiflis sind nach Ansicht des polnischen Regierungschefs Donald Tusk für die "Gefährdung von Leben und Gesundheit" des polnischen Präsidenten in Georgien mitverantwortlich. Er wolle aber nicht, dass dieser Zwischenfall die Beziehungen zu Tiflis belaste. ...

 

Die Russen kommen 26.11.2008
Stolz der russischen Flotte: Raketenkreuzer »Pjotr Welikij«  Foto: AP

Vor der Küste Venezuelas beginnt heute das erste gemeinsame Flottenmanöver beider Staaten

Von Ingo Höhmann und Peter Wolter

 ... Mit Blick auf die politischen Veränderungen in Lateinamerika, wo Kolumbien der einzige wichtige Verbündete geblieben ist, hatte die US-Regierung angekündigt, die »4. Flotte« wieder zu reaktivieren.

Das Manöver ist daher vorwiegend auf die Verteidigung gegen angreifende Flottenverbände angelegt, wobei die 251 Meter lange »Pjotr Welikij« während des Manövers möglicherweise als Zielschiff einen US-Flugzeugträger simulieren soll. Venezuela befürchtet nämlich, daß die Ölfelder in der Maracaibo-Bucht, von denen ein großer Teil der Staatseinnahmen abhängt, im Konfliktfall angegriffen werden könnten: durch kolumbianische Panzerdivisionen auf dem Landwege und durch die US-Flotte von See her. Um derartige Bedrohungen rechtzeitig aufdecken zu können, verfügt Venezuela seit kurzem über einen eigenen Satelliten, den die VR China zur Verfügung gestellt hat. Zur Bedienung dieses Aufklärungssystems wurden venezolanische Offiziere in China ausgebildet.

 

Ex-ambassador blames Georgia for war with Russia Nov 26, 2008

Former diplomat from Georgia blames his country for sparking war with Russia

Before this summer's Georgia-Russia war, President Mikhail Saakashvili was itching to do battle and authorities mistook messages from the United States as encouragement to use force, Georgia's former ambassador to Russia said Wednesday. ...

 

EU MP accuses West of double standards in relations with Russia 25.11.2008

RIGA, November 25 (RIA Novosti) - European countries are guilty of double standards in their relations with Russia, an Italian member of the European Parliament said on Tuesday.  (...)

"The West has a policy of double standards with regard to Russia. We could see this during the five-day war in Georgia," the parliamentarian said. "Almost all the newspapers and politicians in Europe supported the actions of Tbilisi and criticized Russia."  ...

 

»Haben wir kein Recht auf Leben?« 20.11.2008
                 Mira Zkhowrebowa                                                 Maria Kotajewa                                                          Inal Plijew

Südossetien während des Krieges und heute. Ein Gespräch mit drei Einwohnern von Tschinwali

Interview: Arnold Schölzel und Peter Wolter

Derzeit halten sich drei Augenzeugen des in der Nacht vom 7. zum 8. August erfolgten Angriffs georgischer Truppen auf Südossetien in der Bundesrepublik auf. Mira Valentinova Zkhowrebowa lehrt seit 1975 an der Universität der südossetischen Hauptstadt Tschinwali englische Sprache. Maria Felixowna Kotajewa ist Englischlehrerin an einer Oberschule der Stadt. Inal Iljitsch Plijew war bis zum Ausbruch des Krieges Leiter der Informationsabteilung der südossetischen Delegation in der Gemischten Kontrollkommission, in der Vertreter Rußlands, Südossetiens und Georgiens seit 1992 den damals geschlossenen Waffenstillstand zwischen Georgien und Südossetien überwachten. Sie besuchten am Montag die jW-Redaktion zu einem Pressegespräch.

Am Freitag nehmen sie um 19 Uhr an einer Veranstaltung zum Kaukasuskrieg in der jW-Ladengalerie teil: Torstraße 6, 10119 Berlin (U 2 Rosa-Luxemburg-Platz, Straßenbahnen M12, 8, Busse TXL, 200, 240 Haltestelle Prenzlauer Allee/Mollstraße)

Was ist das Ziel Ihrer Reise?

Mira Zkhowrebowa: Uns geht es um dreierlei: Erstens wird der Konflikt im Kaukasus gegenwärtig völlig getrennt von den tatsächlichen Geschehnissen diskutiert. Nicht der Krieg zwischen Georgien und Südossetien steht dabei auf der Tagesordnung, sondern der zwischen Georgien und Rußland. Wir möchten die Dinge wieder dorthin rücken, wohin sie gehören: In der Nacht vom 7. zum 8. August griff Georgien Südossetien mit schweren Waffen an, mit Artillerie, Raketen und anderen Geschossen. Die georgischen Truppen haben unsere Stadt zerstört und zahlreiche Zivilisten getötet, wir hatten schwere Verluste. Wäre die russische Armee nicht am 10.August nach Tschinwali einmarschiert, säßen wir jetzt nicht hier und sprächen über diesen Krieg. (...)

Siehe auch: Georgia Struggles to Defend War Actions as Amnesty Issues Report

 

Russia may use 'overkill' missiles to counter U.S. shield 17.11.2008
Tu-160 Blackjack strategic bombers at the military aerodrome in the city of Engels, Saratov Region

MOSCOW, November 17 (RIA Novosti) - In addition to deploying tactical missiles near the Polish border, Russia could use precision-guided air-based weapons to counter U.S. missile defense plans, a Russian military expert said on Monday. ...

He said strategic aviation had, in particular, Kh-55 (AS-15 Kent) long-range cruise missiles capable of delivering a nuclear warhead, with an effective range of 4,500 kilometers. (Russian strategic bombers - Image gallery) ...

 

Erzwungene Gegenwehr 13.11.2008
Medwedew: »Die Führung Georgiens hat (...) sich für das abscheulichste Szenario entschieden.«
Eine ossetische Frau in den ­Trümmern ihres zerstörten Hauses (Tschinwali, 7.9.2008)

Dokumentiert. Auszüge aus der Rede des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew zur Lage der Nation am 5. November 2008 in Moskau (Teil II und Schluß)

Full text in Englich: Address to the Federal Assembly of the Russian Federation Grand Kremlin Palace, Moscow November 5, 2008

 

Zwei Krisen - ein Ursprung 12.11.2008
Reaktion auf US-Aggressionskurs angekündigt: Präsident
Medwedew
während seiner Ansprache im Kremlpalast

Dokumentiert. Auszüge aus der Rede des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew zur Lage der Nation am 5. November 2008 in Moskau (Teil I)

Full text in Englich: Address to the Federal Assembly of the Russian Federation Grand Kremlin Palace, Moscow November 5, 2008

 

U.S. concedes Georgia attack in South Ossetia was a mistake Sunday 9th November, 2008

The U.S. State Department said Friday the Georgian attack in South Ossetia last August was a mistake, but that it did not justify Russia's large-scale intervention. The comments follow a critical newspaper assessment of the Tbilisi government's role in the crisis.

In its most specific comments on the subject to date, the State Department says Georgian leaders made a mistake when they attacked the capital of breakaway South Ossetia, Tskhinvali, in August. (...)

The comments follow a New York Times report Friday, which quoted independent military observers as saying Georgian forces indiscriminately shelled Tskhinvali in the early-morning attack August 7, endangering civilians, OSCE monitors and Russian peacekeepers.

 

Georgia’s ‘Scarface’: the rise and fall of Saakashvili November 7, 2008
Saakashvili and the rose, symbol of Georgia's 'Revolution'.

A year after mass anti-Saakashvili protests were held in the Georgian capital of Tbilisi the struggle of the country’s opposition continues. RT sums up Georgia’s recent history and tries to take a glimpse into the country’s future.

 

Medwedew und Berlusconi sehen keine Hindernisse für neues EU-Russland-Abkommen 05.11.2008

MOSKAU, 06. November (RIA Novosti). Moskau sieht nach Worten von Präsident Dmitri Medwedew keine Hindernisse für die Unterzeichnung eines neuen Partnerschafts- und Kooperationsabkommen zwischen der Europäischen Union (EU) und Russland. ...

 

Russische Raketen bei Kaliningrad werden US-Raketenabwehr neutralisieren - Rogosin 05.11.2008
Russische NATO-Botschafter Rogosin

KALININGRAD, 05. November (RIA Novosti). Die Stationierung russischer Kurzstreckenraketen vom Typ "Iskander" in der Ostsee-Exklave Kaliningrad wird die geplante US-Raketenabwehr in Tschechien und Polen nach Expertenansicht neutralisieren. (...)

Die US-Raketenabwehrpläne bezeichnete Rogosin als eine Provokation, die die gesamteuropäische Sicherheit unterhöhlen kann. "Dass die Europäer sich weiterhin von den USA in der Allianz erpressen lassen, ist ihre Sache. Aber für uns, darunter auch für das Gebiet Kaliningrad, bedeutet das (Raketenabwehr) eine unmittelbare militärische Gefahr ... Die Stationierung von Raketen auf dem Territorium Polens unweit von Kaliningrad ist eine unmittelbare Bedrohung für die Sicherheit Russlands. Denn diese Raketen können nicht nur gegen Weltraum- und Luftziele, sondern auch gegen Bodenobjekte eingesetzt werden."

See video from RussiaToday.com: Russia hopes to avoid arms race despite Western fears

 

Krisenherd Krim 01.11.2008
Frontstellung gegen Rußland: Viktor Juschtschenko, Präsident der Ukraine,
während eines NATO-Gipfels in Bukarest (3.4.2008)

Juschtschenko zündelt mit »Ukrainisierung« und Russophobie

Von Willi Gerns

 

USA-Raketenabwehr: Moskau hat allen Grund, beunruhigt zu sein 28.10.2008

Das Pentagon lässt Abfangsysteme mit Streumunition entwickeln und verschiebt so das Kräftegewicht

Von Otfried Nassauer *

* Otfried Nassauer leitet das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit – BITS

 

»Wir brauchen Helsinki II« 27.10.2008

Im Gespräch: Vladimir V. Kotenev, Botschafter der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland. Teil 2 (und Schluß): Über eine neue internationale Sicherheitsarchitektur, Rußlands Bündnispolitik und den Konfrontationskurs der USA

Interview: Stefan Huth und Peter Wolter

 

»Rußland hat reagiert« 25.10.2008

Gespräch mit Vladimir V. Kotenev, Botschafter der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland. Teil 1: Die jüngste Krise im Kaukasus und die Berichterstattung der westlichen Medien

Interview: Stefan Huth und Peter Wolter

Herr Botschafter, wie ist es Ihrer Einschätzung nach um das Verhältnis zwischen Rußland und der BRD bestellt? Besteht die »strategische Partnerschaft« zwischen beiden Staaten weiter, von der Sie im Mai 2005 in Berlin anläßlich des 60. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus sprachen? ...

 

Nazi-Mord in Moskau: Linke Skins trauern um einen Freund und Genossen 17. Oktober 2008

In den frühen Morgenstunden des 10. Oktobers 2008 wurde in Moskau der 27-jährige "Fedjay" Feodor Vasilevich Filatov Opfer eines Überfalls. Er starb kurz darauf im Krankenhaus an den Folgen mehrerer Stichwunden. "Fedjay" gehörte zu den linken, antifaschistische Skinheads, die sich auch in Russland in der antirassistischen Organisation SHARP zusammengeschlossen haben. ...

 

Berlusconi will Russland in Europäische Union aufnehmen 15.10.2008 [A far better idea than all that mindless Russia bashing!]

BRÜSSEL, 15. Oktober (RIA Novosti). Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat erklärt, er werde Anstrengungen unternehmen, damit Russland "in nächster Zeit" EU-Mitglied wird. ...

 

Russische Bomber feuern bei 11-stündigem Einsatz Flügelraketen ab 13. Oktober 2008

MOSKAU, 13. Oktober (RIA Novosti). Seit der Sowjetzeit hat es keine solche Übung gegeben: Mit einem groß angelegten Raketenschießen haben russische Langstreckenbomber ihren Einsatz im Rahmen des Manövers "Stabilität-2008" abgeschlossen. ...

 

Hoheit des Rechts 11.10.2008
Bereit, eine konstruktive Rolle zu spielen: Dmitri Medwedew am 5. Juni am
Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow  Foto: AP

Dokumentiert: Die russische Sicht: An die Stelle des Blockdenkens muß eine internationale »Netzdiplomatie« treten. Aber der Westen akzeptiert noch keine Gleichheit aller Staaten

* Am 5. Juni trat der russische Präsident Dmitri Medwedew vor handverlesenen Zuhörern an das Rednerpult des Hotels Intercontinental Berlin. Der einen Monat zuvor ins Amt eingeführte Jurist erklärte, daß »alle Staaten – insbesondere die führenden – sich an das internationale Recht« zu halten hätten und bezeichnete die UNO als »Stützpfeiler eines anzustrebenden polyzentrischen internationalen Systems«. Er kritisierte die NATO, von der er sagte, sie habe es nicht geschafft, »ihrer Existenz einen neuen Sinn zu geben«. Spätestens an diesem Tag wurde klar, daß man in Moskau dabei war, die Grundzüge der Außenpolitik neu zu bestimmen und konkreter zu formulieren. Es wurde sichtbar, daß Medwedew direkt Einfluß darauf nahm und daß die neuen außenpolitischen Richtlinien seine Handschrift tragen werden.

Am 12. Juli wurde die »Konzeption der Außenpolitik der Russischen Föderation« verabschiedet und vom Präsidenten am 15. Juli während eines Auftrittes vor russischen Diplomaten erläutert.

Dieses Dokument veröffentlicht jW in Auszügen. Die Zwischenüberschriften in Teil IV wurden von der Redaktion eingefügt. Die Übersetzung besorgten Egbert Lemcke und Frank Preiß. Die vollständige Fassung ist im Internet auf der Website der Dresdener Studiengemeinschaft Sicherheitspolitik (DSS) e. V. unter sicherheitspolitik-dss.de zu finden.

 

Russia-Syria cooperation no threat to Mideast stability - Lavrov 29.09. 2008

... Israel and the United States are sensitive about Russian-Syrian military and technical cooperation, fearing not only a reinforcement of Syria's armed forces, but also the possibility that modern weapons could fall into the hands of Hezbollah fighters in Lebanon or be passed on to Iran, in violation of the existing international embargo.

 

Russian Moves Show Military Ambitions September 27, 2008 (The New York Times)
President Hugo Chávez, holding a replica Russian Tu-160 long-range bomber, and
Prime Minister Vladimir V. Putin in Orenburg, Russia, on Friday.

Russia stepped up efforts to project its increased might on the world stage on Friday, welcoming President Hugo Chávez of Venezuela by signing a $1 billion military loan to Venezuela and announcing wide-ranging plans to modernize its nuclear deterrence. ...

 

Venezuela plant in Russland Milliardengeschäft mit Flugabwehrtechnik und Flugzeugen 26.09.08

MOSKAU, 26. September (RIA Novosti). Venezuela plant in Russland ein Milliardengeschäft im Rüstungsbereich.

Dabei setze Caracas vor allem auf Fla-Komplexe und Flugzeuge, sagte Konstantin Makijenko, stellvertretender Direktor des Analytischen Zentrums für Strategien und Technologien, am Freitag vor der Presse in Moskau. "Für die Umsetzung des bilateralen Programms der militärtechnischen Kooperation wird Russland Venezuela einen Kredit über eine Milliarde US-Dollar gewähren." ...

 

Chavez tours Russia to boost ties  26 September 2008
Hugo Chavez and Dmitry Medvedev

By Steven Eke: Russia analyst, BBC News

Venezuelan President Hugo Chavez is travelling to the southern Russian city of Orenburg for talks with President Dmitry Medvedev.

Officials say the visit is aimed at building closer military and economic ties between the two countries. The two presidents have spoken of their opposition to US global dominance.

... But it is the political dimensions of the relationship that lead many analysts to ask whether Russia is now actively trying to create a counterbalance to American influence, starting in South America.

President Medvedev has echoed his predecessor, Vladimir Putin, in calling for what he terms a "multipolar world". ...

 

Russia to set new border line in the Arctic 22.09.08

MOSCOW. (RIA Novosti political commentator Maxim Krans) - Recent discussions about national geopolitical concerns and spheres of interest have predictably reached the issue of Russia's northern border.

President Dmitry Medvedev set the task of formalizing Russia's right to a considerable part of the Arctic shelf at the September 17 meeting of the country's Security Council.

This will "turn the Arctic into Russia's resource base of the 21st century," he said at the meeting held to discuss protection of Russia's national interests in the Arctic.

 

Die NATO und das Great Game 15.09.08
Der kaukasische Krisenkreis: Die Rückkehr der Geopolitik. Im Hessischen Rundfunk.
http://www.podcast.de/episode/859095/Der_kaukasische_Krisenkreis:_Die_Rückkehr_der_Geopolitik.

 

Russland schließt den Prozess zur Anerkennung der neuen Realitäten im Kaukasus ab 15.09.2008  (Stimme Russlands)

Russland schließt den Prozess zur Anerkennung der neuen Realitäten im Kaukasus ab, welche nach der Aggression Georgiens gegen Südossetien vom 8. bis 12. August entstanden waren. Der Aufbau gleichberechtigter, freundschaftlicher Beziehungen zu Abchasien und Südossetien als zu souveränen unabhängigen Staaten steht im Mittelpunkt des Besuches des russischen Außenministers Sergej Lawrow in Suchumi und Zchinval. ...

 

Lawrow entlarvt die Doppelzüngigkeit der USA 10.09.2008
Russischer Außenminister, Sergej Lawrow

MOSKAU, 10. September (RIA Novosti). Die USA haben Georgien vor dessen Einfall in Südossetien deutlich gemacht, dass eine Aggression im Kaukasus das Ende aller georgischen Nato-Beitritts-Träume bedeuten würde.

Dies gab der russische Außenminister, Sergej Lawrow, am heutigen Mittwoch bekannt.

„Wir warnten unsere US-amerikanischen Partner zwei Jahre lang vor der Aufrüstung des georgischen Regimes und forderten sie auf, dies sein zu lassen. Doch sowohl Doktor Rice (US-Außenministerin Condoleezza Rice) als auch ihre Kaukasus-Experten Matthew Bryza und Daniel Fried sagten, dass die USA nie eine Gewaltanwendung seitens Georgiens zulassen würden“, sagte Lawrow vor Journalisten.

Ihm zufolge teilten die USA zuvor mit, dass im Falle einer georgischen Aggression „er (Saakaschwili) seine Aussichten zum Nato-Beitritt begraben könne“.

„Nun können Sie selbst urteilen, wer was macht und wer sich womit beschäftigt“, sagte der russische Außenminister.

 

USA machen sich über Manöver von Russland und Venezuela lustig 9.09.2008

 ...Wenn die Berichte stimmen, so haben die Russen wohl einige Schiffe gefunden, die so weit fahren können“, sagte Sean McCormack, Sprecher des US-Außenministeriums am Montagabend. ...

 

Abchasien will GUS-Mitglied und Steueroase werden (RIA Novosti) 06.09.2008

 

Nicaragua recognizes S.Ossetia, Abkhazia (RIA Novosti) 06.09.2008

... Nicaraguan President Daniel Ortega announced on Tuesday during ceremonies for the 29th anniversary of the founding of the Latin American state's army that "Nicaragua recognizes the independence of S. Ossetia and Abkhazia and fully supports the Russian government's position."

Nicaragua has become the first country after Russia to recognize the two republics as independent states. ...

 

Medwedew warnt Westen vor Druck auf Russland 06.09.2008

MOSKAU, 06. September (RIA Novosti). Mit Blick auf Nato-Transporte nach Georgien fragt sich Dmitri Medwedew, wie Washington auf die russische Militärpräsenz in der Karibik reagieren würde. Er verweist auch indirekt auf den US-Einsatz im Irak. ...

 

Für eine multipolare Welt 02.09.2008
»Wer ein aggressives Unternehmen startet, wird eine Antwort erhalten«
– Kremlchefs Medwedew und Putin

Rußland nimmt außenpolitische Neubestimmung vor: USA sollen laut Moskau »Realität einer postamerikanischen Welt« anerkennen

Von Knut Mellenthin

Siehe auch: Hintergrund - EU will »Präsenz vor Ort« zeigen

In der Abschlußerklärung des EU-Gipfels vom Montag wird die »unverzügliche« Entsendung einer »Erkundungsmission« angekündigt, die »die Modalitäten für ein verstärktes Engagement der Europäischen Union vor Ort« erkunden und »genauer bestimmen« soll. ...

 

»Wir sind das Opfer der Aggression« 02.09.2008
»Mit dem Recht des Stärkeren kann Rußland sich nicht abfinden« – Wladimir Putin im
ARD-Interview mit Thomas Roth (Sotschi, 29.8.2008)

Dokumentiert. Das ARD-Interview mit dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin vom 29.8.2008 im vollen Wortlaut

Am vergangenen Freitag sendete die ARD im Spätprogramm ein Interview ihres Rußland-Korrespondenten Thomas Roth mit dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin. Gegenstand war die jüngste Krise im Kaukasus. Nach der Ausstrahlung meldeten sich zahlreiche Kritiker zu Wort, die der Rundfunkanstalt vorwarfen, das Gespräch sinnentstellend gekürzt zu haben, was einer Zensur gleichkomme. Im folgenden dokumentieren wir das im Internet veröffentlichte Interview (putin-ard.blogspot.com) im Wortlaut – kursiv gesetzt sind die Passagen, die den ARD-Kürzungen zum Opfer fielen.

 

Kleiner Staat ganz groß 29.08.2008
Bild 1 Selbstbewußter Verlierer: Georgiens Präsident Michail Saakaschwili weiß die USA an seiner Seite. Bild 2 Provozierte Reaktion:
Russische Panzer auf einer Straße zum georgischen Luftwaffenstützpunkt Senaki (17.8.2008)
 

Georgiens Überfall auf Südossetien: Globale Folgen einer bestellten Kriegsprovokation

Von Knut Mellenthin

(...) Entgegen dem Rat aller westlichen Regierungen, versteht sich, die Saakaschwili stets eingeschärft hatten, Georgien dürfe seine nationalen Probleme nicht gewaltsam zu lösen versuchen. (...)

Operation mißglückt, Ziele erreicht

Man mag spekulieren, wie groß die Hoffnung Saakaschwilis war, er könne durch einen »Blitzkrieg« gegen Tschinwali die Russen überrumpeln und von einem Eingreifen abhalten. Letztlich könnte diese Frage nur sein Psychiater beantworten. Fakt ist, daß für einen solchen Kriegsplan die schnelle Besetzung des Roki-Tunnels – der einzigen Landverbindung zwischen Rußland und Südossetien – durch Fallschirmjäger erste Voraussetzung gewesen wäre. Jahrelang waren alle internationalen Beobachter davon ausgegangen, daß ein georgischer Angriff mit einer Luftoperation gegen den Roki-Tunnel beginnen würde. Statt dessen ließ Saakaschwili Tschinwali von seiner Artillerie plattmachen und rein provokatorisch die russischen Friedenstruppen beschießen, die sich in ihre Kaserne zurückgezogen hatten. Zwölf von ihnen starben – ein todsicherer Weg, um eine russische Intervention unvermeidlich zu machen.

Daß jemand ganz bewußt und ohne Notwendigkeit einen Krieg beginnt, den er militärisch nur verlieren kann, kommt selten vor, aber in diesem Fall macht es, aus der speziellen Zielstellung der georgischen Führung, durchaus Sinn. So wie es jetzt aussieht, ist ihr Kalkül vollständig aufgegangen. Zweifel, die es bisher im Westen am Konfrontationskurs der Regierung in Tbilissi gab, werden in einem Meer von geistesschwachen Bekundungen bedingungsloser Solidarität mit dem armen kleinen Opfer der russischen Aggression ertränkt. Den georgischen Streitkräften steht eine neue Welle der Aufrüstung bevor. Noch mehr und modernere Waffen als vor dem Krieg. Bisher stammte ein Großteil des Waffenarsenals noch aus russischer Produktion, und nicht nur aus der allerneuesten. Rundum modernisiert wird auch die gesamte militärische Infrastruktur des Landes. Und das Beste: Die georgische Staatskasse wird kaum einen Lari dazubezahlen müssen.

Wichtig auch: Georgien hat nach dem von seiner Führung ausgelösten Krieg von den USA, Großbritannien und einigen anderen Staaten Bündniszusagen für die nächste »russische Aggression« – also mit anderen Worten: für seinen nächsten Revanchekrieg – bekommen, die nahe an eine De-facto-Mitgliedschaft in der NATO heranreichen. Georgien kann darüber hinaus auch damit rechnen, daß die nächste Tagung der Allianz im Dezember den Weg zur definitiven Aufnahme in die NATO beschleunigen wird. (...)

 

Dmitri Medwedjew erklärte, dass Russland die Unabhängigkeit von Südossetien und Abchasien anerkannt habe 26.08.2008 (Stimme Russlands)

In einer Fernsehansprache an das Volk verkündete Präsident Dmitri Medwedjew am Dienstag, dem 26. August, dass Russland die Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens anerkannt habe.

„In Anbetracht der freien Willensäußerung der Völker Südossetiens und Abchasiens, und gestützt auf die Bestimmungen der Satzung der UNO, auf die Deklaration aus dem Jahr 1970 über die Prinzipien des Völkerrechts, die die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Staaten betreffen, ebenso gestützt auf die Schlussakte von Helsinki der OSZE und andere grundlegende internationale Dokumente“, so Dmitri Medwedjew, „habe ich die Erlasse über die Anerkennung der Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens durch die russische Föderation unterzeichnet.“
Präsident Medwedjew bemerkte, dass die Völker Südossetiens und Abchasiens sich mehrfach bei Volksabstimmungen für die Unabhängigkeit ausgesprochen hatten. Dieser Tage haben sie sich mit der Bitte an Moskau gewandt, ihre Wahl anzuerkennen. Am Montag, dem 25. August, unterstützten beide Kammern des russischen Parlaments die Bitte der Völker Südossetiens und Abchasiens, die Unabhängigkeit ihrer Republiken anzuerkennen. ...

 

Russian MPs back Georgia's rebels 25 August 2008
Abkhazia used the Ossetia conflict to drive out remaining Georgian troops

Russia's parliament has backed a motion urging the president to recognise the independence of Georgia's breakaway regions of Abkhazia and South Ossetia.

 

Juschtschenko spielt va banque mit Moskau 23.08.2008
Die Distanz wächst : Timoschenko und Juschtschenko

Antirussischer Kurs des ukrainischen Präsidenten verschärft innenpolitische Spannungen

Von Manfred Schünemann

Vor dem Hintergrund anhaltender innenpolitischer Auseinandersetzungen und neuer Belastungen im ohnehin gespannten Verhältnis zu Russland begeht die Ukraine am Sonntag den 17. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit.

Präsident Viktor Juschtschenko nutzte den Georgien-Konflikt, um mit demonstrativen Gesten seine uneingeschränkte Solidarität mit Georgiens Präsident Michail Saakaschwili und der US-amerikanischen Haltung im Konflikt mit Russland unter Beweis zu stellen. ...

 

Russisches Militär betrachtet Nato-Schiffe im Schwarzen Meer als Stoßverband  25.08.2008

MOSKAU, 25. August (RIA Novosti). Obwohl die Nato behauptet, dass ihre Schiffe im Schwarzen Meer nur Hilfstransporte nach Georgien sichern, sprechen russische Geheimdienstler von der Aufstellung eines Stoßverbandes der Allianz. ...

 

Pipeline-Schach 20.08.2008
Türkische, georgische und aserbaidschanische Politprominenz präsentiert am 13. Juli 2006 in Ceyhan die
Baku-Tbilissi-Ceyhan-Pipeline gegen Rußlands Dominanz in Zentralasien  Foto: AP

Der Kaukasus-Konflikt aus geopolitischer Sicht

Von Thomas Immanuel Steinberg

Der Autor ist Diplom-Volkswirt (FU Berlin) und Betreiber der Internetseite www.steinbergrecherche.com

... Brzezinskis Konzept hat eine weitere »dünne« Stelle: Der Ring um Rußland weist am Südufer des kaspischen Meeres die zweite Lücke auf: den Iran. Verständigt sich der Iran mit Rußland, und dann wohl auch mit Turkmenistan, könnten nicht nur westliche Pipelinepläne scheitern, sondern sich manches russische Investitionsvorhaben in Sachen Pipelines wäre gar nicht mehr notwendig. Denn der iranische Bedarf an Ölderivaten und Erdgas besteht für den Norden des großen Landes, für Teheran und Täbris, der Hauptstadt des azeri-sprachigen Nordiran. Er könnte mit Erdöl und -gas der anderen Anrainer des Kaspischen Meeres befriedigt werden. Irans eigene Öl- und Gasreserven liegen im Süden, am und im Persischen Golf. Es müßten also im Falle einer Verständigung ­zwischen Rußland und Iran keine neuen Pipelines in dieser Region entstehen. ...

Der ehemalige CIA-Agent Robert Baer hält eine Einigung zwischen Rußlands Ministerpräsidenten Wladimir Putin und dem iranischen Regime für möglich. Im US-Magazin Time vom 12. August 2008 schreibt Baer: »Ein iranisch-russisches Bündnis, das weiß Moskau, wäre ein israelisch-amerikanischer Alptraum, nicht zu reden von den großen Kopfschmerzen für die Weltwirtschaft. Rußland sitzt auf den eurasischen Ölexporten und Iran an der Straße von Hormus. ...

 

Moskau wirft Nato Wiederaufrüstung Georgiens vor 19.08.2008

MOSKAU, 19. August (RIA Novosti). Das russische Außenministerium hat dem Nordatlantischen Bündnis vorgeworfen, das „aggressive Regime“ in Tiflis in Schutz zu nehmen, und versprochen, Konsequenzen aus den jüngsten Nato-Entscheidungen zu ziehen.

„Das nordatlantische Bündnis hat Herrn Saakaschwili faktisch in Schutz genommen“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag mit Blick auf die jüngste Erklärung der Außenminister der Nato-Länder.

„Kein Wort ist darüber gefallen, wie alles begann, wer Georgien ausgerüstet hat“, so Lawrow.

„Die Nato nimmt Kurs auf die Wiederaufrüstung der georgischen Staatsführung. (...)

„Die Absicht, Georgien in die Nato hineinzuziehen, hängt mit dem antirussischen Kurs auf den Schutz des aggressiven georgischen Regimes zusammen“, betonte Lawrow.

 

Merkel macht sich für Georgiens Nato-Beitritt stark 17.08.2008 (Spiegel Online)
Bundeskanzlerin Merkel, Präsident Saakaschwili

Deutliche Worte der Kanzlerin in Tiflis: Angela Merkel forderte die Russen ultimativ auf, ihre Truppen abzuziehen. Georgiens Staatschef Micheil Saakaschwili sicherte sie Unterstützung auf dem Weg in die Nato zu.

 

Schröder gibt Saakaschwili die Schuld 16.08.2008

Gerhard Schröder sieht "als auslösendes Moment" der jetzigen Kampfhandlungen im Kaukasus den "Einmarsch der Georgier nach Südossetien". In einem SPIEGEL-Gespräch bezeichnet der Ex-Kanzler den georgischen Präsidenten Saakaschwili als "Hasardeur".

Kommentar: Tja, mag sein dass Altkanzler Schröder es richtigerweise so sieht, aber die meisten Deutschen sehen es so:

Question:

How many Russians died in World War II?

Answer:

Most experts put the figure at around 20 million Russian military & civilians killed.

(As far as I'm concerned, this fact alone requires the Germans to show a little more restraint in their rhetoric towards Russia. - A. J.)

 

Russia-Georgia Conflict Fueled by Rush to Control Caspian Energy Resources August 15, 2008

Human Rights Watch has accused both Russian and Georgian forces of killing and injuring civilians through indiscriminate attacks over the past week of fighting. Professor and author Michael Klare joins us to talk about how the Russian-Georgian conflict is largely an energy war over who has access to the vast oil and natural gas reserves in the Caspian region.

 (...) JUAN GONZALEZ: Well, talk to us about the pipelines and the energy aspect that has received almost very little attention in all the coverage of the Russian-Georgia conflict.

MICHAEL KLARE: Well, I believe that this is what really underlies the conflict, and it has to do with the fact that the US has eyed the Caspian Sea, which lies just to the east of Georgia, as an energy corridor for exporting Caspian Sea oil and gas to the West, bypassing Russia. And this was the brainchild of Bill Clinton, who saw an opportunity, when the Soviet Union broke apart, to gain access to Caspian oil and gas, but he didn’t want this new energy to flow through Russia or through Iran, which were the only natural ways to export the energy.

So he anointed Georgia as a bridge, to build new pipelines through Georgia to the West. And it was he who masterminded the construction of the BTC pipeline, which is now the outlet for this oil, with new pipelines supposedly following for natural gas. And he chose Georgia for this purpose and also built up the Georgian military to protect the pipeline, and Russia has been furious about this ever since. And I think that’s the reason that they have clung so tightly to Abkhazia and South Ossetia ever since.

(...) And what’s underway in Europe is an effort headed by the EU to try to get under the thumb of Gazprom’s dominant role in the delivery of natural gas. Gazprom now delivers something like one-fourth of Europe’s natural gas. And if Gazprom has its way, it will double the amount of natural gas it supplies to Europe.

This has many Europeans and the United States deeply worried, because it kind of undercuts NATO’s independence. So, under American prodding, Europe has plans to build an alternative energy natural gas system called Nabucco, after the opera by Verdi, and this would go right through Georgia. And I think one of the major objectives of Russia’s incursion into Georgia is to say to the European leadership, ...

 

USA approves Georgia’s aggression against South Ossetia and Russia From English.Pravda.Ru 11 August 2008

US presidential runoff John McCain said that Russia should not interfere in the conflict in South Ossetia. The pro-Georgian propaganda in the US media testifies to the same opinion. It brings up the idea that the Georgian aggression against the unrecognized republic of South Ossetia has been coordinated with the US administration. Nevertheless, all arguments of US politicians and experts (Pravda.ru interviewed some of them) do not withstand any criticism. The USA does not condemn Mikhail Saakashvili, which is another fact to prove that the Georgian president has won USA’s approval for the war ...

 

US-Militärexperten lenken ausländische Söldner im Kaukasus 11.08.2008

MOSKAU, 11. August (RIA Novosti). Tausende ausländische Söldner, die im kaukasischen Krisengebiet gegen russische Einheiten kämpfen, werden von US-Militärexperten gelenkt, verlautete aus russischen Sicherheitskreisen.

„Nach unseren Angaben kämpfen von 2500 bis 3000 Söldner auf georgischer Seite gegen russische Friedenssoldaten“, sagte ein ranghoher Mitarbeiter des russischen Militär-Aufklärungsdienstes. ...

 

Front gegen Moskau 11.08.2008
Flucht vor dem Krieg: Südosseten am Sonntag in einem Luftschutzkeller
in der Hauptstadt Tschinwali   Foto: Reuters

Obwohl Georgien der Aggressor im Kaukausus ist, wächst international die Kritik an Rußlands Vorgehen. Teilrückzug der georgischen Angreifer aus Südossetien.

Von Knut Mellenthin

... Schwedens Außenminister Carl Bildt, der in den 90er Jahren eine zentrale Rolle bei der Zerstückelung und Zerstörung Jugoslawiens gespielt hatte, sprach von einem »russischen Aggressionsakt«, der »unvereinbar mit dem internationalen Recht« sei, und schreckte nicht einmal vor einer Gleichsetzung mit Hitler zurück. Für die US-Regierung drohte der stellvertretende Sicherheitsberater des Präsidenten, James Jeffrey, mit »langfristigen Auswirkungen« auf die amerikanisch-russischen Beziehungen, falls die »gefährlichen und überzogenen Aktionen der russischen Streitkräfte« andauern sollten. ...

 

Mit dem Segen der USA 11.08.2008
Gemeinsame Übung: US-Brigadegeneral William Carrett (rechts) und Georgiens
Präsident Michail Saakaschwili auf dem Stützpunkt Vaziani (21. Juli 2008)
Foto: AP

Manöver und Militärhilfe: Georgiens Großangriff auf Südossetien mit Washington abgesprochen. In der UNO verhindert Botschafter Khalilzad eine Verurteilung der Aggression

Von Knut Mellenthin

Hatte Georgiens Präsident Michail Saakaschwili »grünes Licht« aus Washington, als er in der Nacht zum Freitag seinen Streitkräften den Befehl zum Großangriff auf Südossetien gab? Die Antwort ist ein so selbstverständliches Ja, daß nur noch darüber diskutiert werden kann, warum die US-Regierung sich dieses Mal dafür entschieden hat, den bissigen Hund von der Leine zu lassen, nachdem sie ihn in der Vergangenheit immer wieder in riskanten Situationen zurückgehalten hatte. ...

... Das erste Anzeichen, daß die georgische Führung jetzt den Segen Washingtons für ihre großangelegte Aggression gegen Südossetien hatte, war das Verhalten des US-Vertreters Zalmay Khalilzad – ehemals Amerikas Mann in Kabul – im UN-Sicherheitsrat: In der hastig einberufenen spätabendlichen Sondersitzung nach dem Beginn des georgischen Angriffs blockierte er jede gemeinsame Stellungnahme für den Verzicht auf militärische Gewalt. Bis heute ist aus Washington kein Wort der Kritik an Saakaschwilis Vorgehen zu vernehmen.

Aufmerksame Beobachter in Moskau hatten sich auf eine schlimme Entwicklung eingestellt, nachdem US-Außenministerin Condoleezza Rice bei ihrem Besuch in Tbilissi Anfang Juli demonstrativ mit Dimitri Sanakojew zusammengetroffen war, dem von der georgischen Führung eingesetzten »Präsidenten Südossetiens«. Bis dahin hatte zwischen USA und EU Einigkeit bestanden, diese für Provokationen und militärische Abenteuer aufgebaute Figur zu ignorieren.

Wenige Tage nach dem Besuch der Außenministerin, bei dem vermutlich auch über die bevorstehende Aggression gesprochen wurde, begannen im Übungsgelände um den Stützpunkt Vaziani bei Tbilissi gemeinsame Manöver unter dem Namen »Immediate Response« (Prompte Antwort), an denen sich neben 600 Georgiern und kleinen Offiziersgruppen aus der Ukraine, Aserbaidschan und Armenien als stärkstes Kontingent 1000 US-Soldaten verschiedener Waffengattungen beteiligten. Die Übungen dauerten vom 17. bis zum 31. Juli. Einen Tag nach ihrem Abschluß, in der Nacht vom 1. zum 2. August, begannen die georgischen Streitkräfte in der Umgebung von Tschinwali mit militärischen Provokationen.

Als Saakaschwili am Abend des 7.August den Befehl zum Großangriff gab, befanden sich immer noch Teile der zum Manöver eingeflogenen US-Truppen in Georgien, offenbar aber nicht mehr im Stützpunkt Vaziani, der von russischen Kampfflugzeugen angegriffen wurde.

Ebenfalls in Georgien: 127 US-amerikanische Militärausbilder, darunter 35 Angestellte privater »Sicherheitsfirmen«. Die US-Regierung hatte schon im April 2002, noch unter Saakaschwilis Vorgänger Eduard Schewardnadse, damit begonnen, Eliteeinheiten der georgischen Armee auszubilden und mit modernsten Waffen auszurüsten. Mit Gesamtkosten von 65 Millionen Dollar stellte dieses Programm damals ein in Art und Umfang absolut einmaliges Pilotprojekt auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion dar. Es endete offiziell im Jahr 2004, wurde aber unter anderen Titeln fortgesetzt. Hinzu kamen Ausbilder aus Großbritannien und eine unbekannte Zahl von Militärs und »Sicherheitsberatern« aus Israel.

 

Media war against Russia 11.08.2008

In the modern world you cant wage a war just with your tanks and planes. ...

From Russia Inside Out

 

Zbigniew Brzezinski  Im Gespräch mit WELT ONLINE  11. August 2008

"Russlands Vorgehen ähnelt dem von Hitler" (Tja, wieder ein Hitler-Vergleich)

Das russische Vorgehen in Georgien ruft weltweit Kritik hervor. Seit Putin habe Russland einen Kurs eingeschlagen, der dem von Stalin und Hitler sehr ähnlich sei, sagt Zbigniew Brzezinski, Politikwissenschaftler und Berater von Barack Obama. Im Gespräch mit WELT ONLINE fordert Brzezinski den Westen auf, Russland zu isolieren. ...

 

Mikheill Saakashvili Opinion written for the WSJ August 11, 2008

The War in Georgia Is a War for the West

 

Medwedew erklärt Bush Russlands Aufgaben in Südossetien 09.08.2008
Russische Staatschef Dmitri Medwedew

MOSKAU, 09. August (RIA Novosti). In einem Telefongespräch mit US-Präsident George W. Bush hat der russische Staatschef Dmitri Medwedew betont, dass Russlands Militäreinsatz in Südossetien vom „barbarischen“ Vorgehen Georgiens provoziert wurde.

„Im Rahmen seiner Friedensmission und gemäß dem von der internationalen Gemeinschaft erteilten Mandat löst Russland die Aufgabe, die darin besteht, Georgien zum Frieden zu zwingen. Das erfordert die russische Verfassung, aber auch die Rechtsnormen jedes zivilisierten Landes“, wurde Medwedew vom Kreml-Pressedienst zitiert.

„Die von der georgischen Führung geplanten und vorgenommenen barbarischen Aktivitäten liefen auf zahlreiche (über Tausend) Todesopfer und massive Zerstörungen hinaus. Zehntausende Menschen mussten flüchten und das Lebensrecht des ganzen Volkes wurde faktisch ignoriert“, hieß es. ...

 

Krieg im Kaukasus 09.08.2008
Russische Panzer auf dem Weg nach Tschinwali – sie wollen Moskaus Friedenstruppen verstärken

Von Knut Mellenthin

Der viele Male angedrohte, seit einer Woche erwartete Großangriff Georgiens auf die Republik Südossetien hat begonnen. ...

 

Video    Wikipedia: Aleksandr Solzhenitsyn (This guy lived in Vermont, U.S.A. were I grew up. A. J.)

Literatur-Nobelpreisträger Aleksandr Solschenizyn stirbt im Alter von 89 Jahren
04.08.2008

[Olaf Bock, ARD Moskau]

Wikipedia: Vietnam war

In his commencement address at Harvard University in 1978 (A World Split Apart), Solzhenitsyn alleged that many in the U.S. did not understand the Vietnam War. He rhetorically asks if the American antiwar proponents now realize the effects their actions had on Vietnam: "But members of the U.S. antiwar movement wound up being involved in the betrayal of Far Eastern nations, in a genocide and in the suffering today imposed on 30 million people there. Do those convinced pacifists hear the moans coming from there?"

During his time in the West, Solzhenitsyn made a few controversial public statements: notably, he characterized Daniel Ellsberg as a traitor.

(Well, I guess this is one of those situations where you are either with the Free World or them there dam Communists! Commentary A. J.)

Kosovo War

On the other hand, Solzhenitsyn strongly condemned the bombing of Yugoslavia, saying "there is no difference whatsoever between NATO and Hitler." (Bless his heart!)

 

Putins harte Hand 01.08.2008
Putin in Moskau in Bronze als Judoka

Rußlands Premier macht einen Konzern für explodierende Stahlpreise im Land öffentlich ­mitverantwortlich. Seitdem wird über die Zukunft des Unternehmens gerätselt

Von Klaus Fischer

... Sie kaufen Fußballklubs und Aktienpakete traditionsreicher Konzerne im Westen, räumen die teuersten Schmuckboutiquen in Paris leer und schippern mit Luxusjachten vor Cannes und Monte Carlo herum. Nur eines sollten sie vermeiden – sich mit ihrem eigenen Staat anzulegen. ...

... Der in Putins Visier geratene Konzern war 2003 aus dem Zusammenschluß des Kohleunternehmens Jushni Kusbass und dem früheren Hüttenkombinat Mechel entstanden. Sjusin hatte sich in kurzer Zeit 70 Prozent der Anteile gesichert. Als Stahlproduzent mit eigener Kohle- und Koksproduktion hat Mechel einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber traditionellen Stahlkonzernen. Die müssen den benötigten Koks teuer am Markt kaufen. Sjusins Unternehmen hingegen ist in Rußland gegenwärtig der größte Kohlelieferant – was die Manager möglicherweise in Versuchung geführt hat, gegenüber anderen Stahlerzeugern Monopolpreise durchzudrücken. ...

 

Festnahme Karadzics: EU führt Serbien weiter an der Nase herum 31.07. 2008

RIA Novosti

... Was Serbiens Annäherung an Europa anbelangt, so hat der Westen von Belgrad seit Anfang der 90er Jahre immer neue Zugeständnisse abverlangt - Abschaffung von Sanktionen, Abgabe von Territorien, Zugeständnisse in Dayton, Auslieferung von Slobodan Milosevic, Vojislav Sesel u. a. Auch nach der Auslieferung Karadzics wird Serbien wohl kaum etwas bekommen.

Oder doch - es wird schon etwas bekommen, und zwar weitere Bedingungen. Zunächst wird eine Auslieferung von General Ratko Mladic, dann eine Zustimmung für die Unabhängigkeit der Provinz Kosovo gefordert. Danach wird man sich die Auflösung der Serbischen Republik in Bosnien-Herzegowina gefallen lassen, den politischen Forderungen der Albaner im Süden Serbiens und der Ungarn in Vojvodina (eine weitere autonome Provinz in Serbien) nachgeben und die Wirtschaftsverträge mit Russland revidieren müssen. Und jedes Mal wird Belgrad zu hören bekommen, es sei Europa einen weiteren Schritt näher gekommen.

Insofern wird Karadzics Festnahme dem Land keine Stabilität, den Serben keine Ruhe und Zukunftssicherheit, Europa keine Sorglosigkeit und dem Den Haager Tribunal keine Genugtuung bringen. Die Serben werden quasi dazu provoziert, sich wieder stur und unbesonnen zu zeigen, wie das in der komplizierten Vergangenheit bereits der Fall war.

Unsere Autorin Jelena Guskowa ist Leiterin des Zentrums für das Studium der Balkan-Krise des Slawistik-Instituts der Russischen Wissenschaftsakademie.

 

Russland und China wollen im Handel auf US-Dollar verzichten - "Nesawissimaja gaseta" 29.07. 2008

RIA Novosti

 

Kosovo mal mit russischen Augen gesehen. RIA Novosti 28/ 05/ 2008

 

Medwedew auf Asienkurs 24.05.2008
Hu Jintao und Dmitri Medwedew am Freitag in Peking  Foto: AP

Moskau setzt Prioritäten im Osten: Rußlands neuer Präsident besucht bei erster Auslandsreise Kasachstan und China

Von Rainer Rupp

Die Reihenfolge der ersten Auslandsbesuche eines neuen Staatspräsidenten ist immer von großer symbolischer Bedeutung, werden damit doch politische Signale gesetzt. Exemplarisch dafür steht die erste Auslandsvisite des neuen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in dieser Woche in Kasachstan und China. Moskau unterstreicht damit einerseits gegenüber den USA und der Europäischen Union, daß Rußland auch ein asiatisches Land ist, und daß es der Entwicklung guter Beziehungen zum längst nicht mehr schlafenden chinesischen Riesen große Bedeutung beimißt. Zum anderen zeigt der erste Stopp in Kasachstan am Donnerstag und Freitag, wie sehr Moskau die enge Zusammenarbeit mit den ehemaligen Sowjetrepubliken in Zentralasien am Herzen liegt, zumal deren Öl- und Gasvorkommen starke US-amerikanische, europäische und chinesische Begehrlichkeiten geweckt haben. ...

Siehe auch: Kremlchef in Kasachstan und: China konkurriert mit EU um Rußlands Gas

 

»Es fehlte organisierter Widerstand von unten« 24.05.2008
Alexander Wladimirowitsch Busgalin

Gespräch mit Alexander W. Busgalin. Über die Ursachen für den Zusammenbruch der Sowjetunion, die Einführung des Kapitalismus in Rußland nach 1990 und den Charakter der heutigen russischen Gesellschaft

Interview: Frank Preiß

Alexander Wladimirowitsch Busgalin ist Professor für Politikwissenschaften an der Moskauer Staatlichen Universität, Koordinator der globalisierungskritischen Bewegung »Alternativen« und Chefredakteur des gleichnamigen Internet-Journals. www.alternativy.ru  http://www.alternativy.ru/en

 

Russian-Chinese message to US 23 May 2008
The joint statement came as Russia's new
president began a state visit

By Jonathan Marcus BBC diplomatic correspondent

The joint statement from Russia and China criticising US plans for anti-missile defences is a very public condemnation of a scheme which both countries have long opposed.

 

Kosovo: Moskau warnt UNO vor Übergabe von Befugnissen an EULEX 22.05.2008

 

Monopol für Urananreicherung 14.05.2008

Hintergründe eines Abkommens über Atom-Zusammenarbeit USA–Rußland

Von Knut Mellenthin

 

Einsichtiger des Tages: Michail Gorbatschow 09.05.2008
Michail Gorbatschow

Seine Einsicht kam leider viel zu spät: Michail Gorbatschow, der ehemalige Held des Westens, gelangte nun zu der Erkenntnis, daß amerikanische Politiker »einem ins Gesicht lügen«. Wörtlich meinte der ehemalige sowjetische Präsident in einem Interview mit der britischen Zeitung Daily Telegraph (7.5.): »Die USA haben versprochen, daß die NATO nach dem Kalten Krieg nicht über die Grenzen Deutschlands hinausgehen wird. Heute ist die Hälfte von Mittel- und Osteuropa Mitglied dieser Allianz. Wie wir sehen, sind ihre Versprechen nichts wert. ...

... Auf den geplanten Aufbau des US-Raketenabwehrsystems in Europa eingehend, bezeichnete Gorbatschow diesen Schritt als »sehr gefährlich« – und demonstrierte somit, daß er das Stadium der Altersweisheit doch noch erreicht hat. Etwas spät. (rwr)

 

Differenzen unter Iran-Sechs

Rußland spricht mit eigener Stimme – und geht auf Distanz zum Westen

Von Knut Mellenthin

 

Politik der inszenierten Krise 02.05.2008
Auf dem Weg in das Obere Kodori-Tal: Georgische Soldaten
Foto: AP

Rußland verstärkt Truppen in Abchasien. Georgien: »Militärischer Aggression«

Von Knut Mellenthin

 

»Kaukasus-Plan« aufgedeckt

Russische Fernsehdokumentation thematisiert westliche Unterstützung der tschetschenischen Separatisten in 1990er Jahren

Von Tomasz Konicz

Eine Dokumentation des russischen Fernsehens sorgt derzeit international für hitzige Diskussionen. Unter dem Titel »Der Kaukasus-Plan« strahlte der Kanal 1 vor wenigen Tagen eine zuvor breit beworbene Sendung über die Ursachen des Bürgerkriegs in Tschetschenien aus. In der vom kremlnahen Journalisten Anton Wernitski produzierten Dokumentation wird behauptet, westliche Geheimdienste hätten in den 90er Jahren die tschetschenischen Separatisten massiv unterstützt. Der Regisseur sieht einen dahinter stehenden »Kaukasus-Plan« sogar als Teil einer umfassenderen Strategie des Westens. Sie ziele nach dem Zerfall der Sowjet­union darauf ab, Rußland »in viele kleine Staatsgebilde zu zerschlagen«, wie die Onlinezeitschrift News.ru erläuterte. ...

Zitiert wird auch der US-amerikanische neokonservative Politiker Richard Perle. Er bestätigte, daß Washington Dudajew »spirituelle und finanzielle Unterstützung« angedeihen ließ. Perle ist Mitglied des »Amerikanischen Komitees für Frieden in Tschetschenien«.

 

 

Verbaler Schlagabtausch 15.04.2008

Nach Bukarester NATO-Gipfel zunehmende Spannungen zwischen Rußland und der Ukraine. Moskau will Beitritt Kiews zum Nordatlantikpakt auf jeden Fall verhindern

Von Tomasz Konicz

... Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Duma, Konstantin Kosatschew, nannte bereits erste Details möglicher russischer Gegenmaßnahmen in einem solchen Fall. Demnach würde der Kreml jegliche »Kooperation im Verteidigungs- und Industriekomplex« mit Kiew kappen. ...

 

UCK-Führer als Organschmuggler? 15.04.2008

Rußland fordert Ermittlungen zur Verschleppung von 300 Serben und Roma aus Kosovo

Von Rainer Rupp

... Unter Berufung auf das Del-Ponte-Buch heißt es in dem Bericht, daß »die Führer der Kosovo-Albaner, darunter auch der derzeitige Premierminister Hashim Thaci, bis über die Ohren in den Handel mit Organen verwickelt sind, die serbischen Gefangenen entnommen wurden«. Sowohl Thaci als auch Agim Ceku – Ceku fungierte bis Januar 2008 als »Premier« des Kosovo – seien als die eigentlichen Anführer der UCK »nicht nur auf dem Laufenden gewesen, sondern aktiv in den Schmuggel der Organe verwickelt«.

Aus dem Buch ginge hervor, daß die Verschleppten als Organlieferanten für den Westen in einer albanischen Klinik getötet und regelrecht ausgeschlachtet worden seien, berichtet die französische Zeitung. »Diese Organe wurden über den Flughafen in Tirana an Kliniken im Ausland geschickt, wo sie zahlungskräftigen Patienten eingepflanzt wurden. ...


Mit offenen Karten: Russland Entstehung des Staatsgebietes  

Mit offenen Karten: Russlands Aussenpolitik  

Mit offenen Karten: Russland Transport - Verkehrsnetze