Zelaya Vows to Return to Honduras Despite Threats of Arrest by Coup Leaders July 02, 2009

The ousted Honduran President Manuel Zelaya has vowed to return to Honduras within the next few days in an attempt to reclaim power. Zelaya was forced out of office in a military coup d’etat on Sunday. He will reportedly return to Honduras accompanied by the OAS Secretary General, the presidents of Argentina and Ecuador, and the head of the UN General Assembly. But Roberto Micheletti, who was appointed interim leader by the Honduran congress, has given warning that Zelaya will be arrested should he return, regardless of who is traveling with him. We speak with Latin American historian Greg Grandin.

 

Uruguays Frente formiert sich 01.07.2009
José Mujica

Exguerillero José Mujica als Präsidentschaftskandidat des Linksbündnisses gewählt

Von Stefan Peters

Mit der Bestimmung der Präsidentschaftskandidaten der uruguayischen Parteien in den Vorwahlen vom vergangenen Sonntag, ging die erste Etappe eines langen Wahlkampfs in Uruguay zu Ende. 2,6 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, jeweils innerhalb einer Partei ihren Favoriten für die am 25. Oktober stattfindenden Präsidentschaftswahlen auszuwählen. ...

 

OAS stellt Putschisten Ultimatum - Zelaya verschiebt Rückkehr auf Sonnabend 1. Juli 2009

Der rechtmäßige Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, hat seine ursprünglich für den morgigen Donnerstag geplante Rückkehr in sein Heimatland auf Sonnabend verschoben. Zelaya erklärte, er wolle zunächst den Ablauf des 72-stündigen Ultimatums abwarten, dass die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) heute morgen den Putschisten gestellt hat. Eine außerordentliche Generalratssitzung der Organisation in Washington legte fest, die Mitgliedschaft des Landes zu suspendieren, wenn die demokratischen Verhältnisse nicht innerhalb von drei Tagen wiederhergestellt und Zelaya wieder in sein Amt als verfassungsmäßiger Präsident von Honduras  werden. ...

 

Weltweit Ablehnung des Staatsstreiches in Honduras - Zehntausende auf der Strasse 29. Juni 2009

Die Putschisten versuchen, ihrem Staatsstreich ein Mäntelchen der Legalität umzuhängen. Das von der rechten Opposition beherrschte Parlament in Tegucigalpa erklärte den demokratisch gewählten Präsidenten von Honduras, Manuel Zelaya, für abgesetzt und bestimmte Parlamentschef Roberto Micheletti als neuen »Übergangspräsidenten« bis zum regulären Ablauf der Amtszeit Zelayas im Januar 2010. Offenbar sollen die für den 29. November vorgesehenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen durchgeführt werden, denn der Putsch richtet sich gegen das Vorhaben der Volksbewegung und des gestürzten Präsidenten, durch eine Verfassunggebende Versammlung demokratischere Strukturen in Honduras zu etablieren. ...

Offizielle Erklärung der Regierung Venezuelas zum Putsch in Honduras

Fidel Castro: Ein selbstmörderischer Fehler

 

Ecuadorian President Rafael Correa on Global Capitalism, Why He Won’t Renew the US Base in Manta,
Chevron in the Amazon, Obama’s War in Afghanistan, and More June 29, 2009

In a national broadcast exclusive, we speak with the President of Ecuador, Rafael Correa. He was in New York attending the United Nations Conference on the World Financial and Economic Crisis and Its Impact on Development. In a wide-ranging interview, we speak with President Correa about global capitalism, his decision not to renew the license for the US military base in Manta, the $12 billion lawsuit against Chevron brought by thousands of Amazon residents for toxic oil pollution, Ecuador’s relationship with Colombia, and his advice to President Obama: “To learn more and come to better understand the region, and that [Obama] not let himself be taken along by the power of certain media outlets that are compromised with certain ideological fundaments, and that the heroes aren’t necessarily heroes, and the villains aren’t necessarily villains.”

 

Honduras vor Staatsstreich oder Neubeginn? 26. Juni 2009

Steht Honduras vor einem Staatsstreich oder vor der Neugründung des Landes durch eine Verfassunggebende Versammlung? Der Machtkampf zwischen der Volksbewegung und dem honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya auf der einen sowie der Mehrheit des Parlaments und dem Obersten Gerichtshof auf der anderen Seite spitzt sich immer weiter zu.

Heute morgen erklärte Zelaya in Tegucigalpa, dass die Volksbefragung am Sonntag "Honduras vereinen" werde. ...

 

Cuban National Assembly President Ricardo Alarcon Condemns US Supreme Court's Refusal to Hear Appeal of Cuban Five June 17, 2009

The Supreme Court declined Monday to review the case of the five jailed Cuban nationals known as the Cuban Five. The men were convicted by a Miami jury in 2001 for being unregistered foreign agents spying on the US military and Cuban exiles in southern Florida. All five are serving time in federal prisons across the country. Attorneys for the men say they weren’t spying on the US, but trying to monitor violent right-wing Cuban exile groups that have organized attacks on Cuba. The Miami judge in the case refused to move the trial to an area less dominated by Cuban exiles. Lawyers for the five say the jury pool in Miami was biased. The Cuban Five trial was the only judicial proceeding in US history condemned by the UN Human Rights Commission.

 

Alberto Pizango in Nicaraguas Botschaft 10. Juni 2009
Alberto Pizango

Der von der peruanischen Regierung verfolgte Chef der Indígena-Organisatio Aidesep, Alberto Pizango, hat in der nicaraguanischen Botschaft in Lima Zuflucht gesucht und um politisches Asyl gebeten. Nicaraguas Botschafter Tomas Borge bestätigte, dass sich der Vorsitzende der Interethnischen Vereinigung für die Entwicklung des peruanischen Regenwaldes (Aidesep) in der diplomatischen Vertretung aufhält und teilte zugleich mit, dass die Regierung in Managua noch nicht darüber entschieden habe, ob sie dem Aktivisten Asyl gewährt.  ...

 

Blut für Öl: Krieg um das Gebiet der Indígenas 6. Juni 2009

In der peruanischen Amazonasregion eskalieren die Auseinandersetzungen um die von der Regierung in Lima geplante Öl- und Gasförderung in den von der indigenen Bevölkerung des Landes bewohnten Gebieten. Die Regierung versucht, die transnationalen Energie- und Bergbaukonzerne in den peruanischen Regenwald zu locken, damit diese dort Bodenschätze ausbeuten. Das aber bedroht die Lebensgrundlagen der Indígenas, die seit Wochen gegen die Regierungspläne protestieren.

Am Donnerstag hatte die wichtigste Indígena-Organisation Aidesep eine »Radikalisierung« der Proteste angekündigt, nachdem das Parlament in Lima zum wiederholten Male die Diskussion um eine Aufhebung der umstrittenen Regierungsdekrete verschoben hatte. Gemeint war damit die Blockade der nordperuanischen Ölpipeline, wodurch die Energieversorgung weiter Teile des Landes lahmgelegt werden würde. ...

 

Ausschluß Kubas aus der OAS bedingungslos aufgehoben 3. Juni 2009

 ...Wie TeleSur-Reporter Rolando Segura berichtete, hatte sich US-Außenministerin Hillary Clinton bis spät in die vergangene Nacht hinein mit ihren Amtskollegen aus den Karibik-Ländern zusammengesetzt und bis zur letzten Minute Druck ausgeübt, damit in der Resolution vor einer Aufhebung des Ausschlusses von Kuba politische, soziale und wirtschaftliche Veränderungen gefordert würden. Damit ist sie auf voller Linie gescheitert. ...

 

»El Pueblo Unido« - Mauricio Funes ist Präsident von El Salvador 1. Juni 2009
Mauricio Funes

Nach jahrzehntelanger Herrschaft der rechten und reaktionären Kräfte hat am Montag in El Salvador Mauricio Funes von der Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí die Präsidentschaft des mittelamerikanischen Landes übernommen. Er hatte die Präsidentenwahl im März vor dem Kandidaten der rechten Regierungspartei Arena, Rodrigo Avila, gewonnen.

 

Späte Gerechtigkeit für Víctor Jara?  27. Mai 2009
Víctor Jara

Die chilenische Justiz hat zwei der Mörder des chilenischen Volkssängers Víctor Jara identifiziert. Die heute 54 Jahre alten ehemaligen Rekruten José Adolfo Paredes Márquez und Francisco Quiroz Quiroz, die einst zur Eskorte des Putschisten-Oberst Pedro Espinoza Bravo gehörten, wurden einer Meldung der mexikanischen Tageszeitung »La Jornada« zufolge am vergangenen Freitag nach stundenlangen Verhören offiziell verhaftet und befinden sich seither ohne Kontakt zur Außenwelt in einem chilenischen Gefängnis.

Víctor Jara war nach dem Putsch vom 11. April 1973 gegen den demokratisch gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende in das Stadion von Santiago de Chile verschleppt oder dort wie viele andere Unterstützer der linken Regierung misshandelt worden. Als die Soldaten den bekannten Sänger erkannten, brachen sie ihm die Finger und schlugen mit den Knäufen ihrer Gewehre auf sein Gesicht ein. ...

Hintergrund zur Víctor Jara:

Wikipedia: Víctor Jara

 
 Comandante Che Guevara - Victor Jara                             Victor Jara - Political Singer Chile

Victor Jara was playing at the University of Santiago on 12 September 1973 (the day after the murderous, CIA sponsored, coup). The military took over the university, 'arresting' both students and professors. They took them all to a boxing stadium, where Victor Jara apparently kept morale up by playing and singing until the military smashed his hands and then, after two days, killed him.

Amanda Jara über den vor 35 Jahren ermordeten Musiker Víctor Jara als Vater und öffentliche Symbolfigur
Der Musiker Víctor Jara wurde nach dem Militärputsch 1973 im Estadio Chile gefoltert und ermordet. Die Mörder wurden immer noch nicht verurteilt. Erst nach öffentlichem Druck wurde das bereits abgeschlossene Ermittlungsverfahren jüngst wieder aufgenommen. Im Gespräch schildert Víctor Jaras Tochter Amanda den fortdauernden Kampf für die Bestrafung der Mörder und Folterer vom Estadio Chile, die Beziehung zu ihrem Vater und erinnert sich an die Tage des Putsches von 1973.

 

Washington will Rückkehr Kubas in die OAS blockieren 22. Mai 2009

 

Ortega: Kein Unterscheid zwischen Bush und Obama 21. Mai 2009
Daniel Ortega

Nicaraguas Präsident Daniel Ortega sieht keinen Unterschied zwischen dem früheren US-Präsidenten George W. Bush und seinem Amtsnachfolger Barack Obama. Zumindest in der Außenpolitik verfolge Obama die selbe Linie wie Bush, vor allem hinsichtlich der Blockade Cubas und der Kriege im Irak und in Afghanistan. ...

 

Banco del Sur gestartet 18.05.2009
Am 8. Oktober 2007 legten die Vertreter von acht lateinamerikanischen
Staaten in Rio de Janeiro den Grundstein für die Banco des Sur

Entwicklungsbank von sieben Staaten Südamerikas beginnt Geschäftstätigkeit. Größere Unabhängigkeit von IWF, Weltbank und westlichen Kreditgebern

Von Andreas Knobloch, Sao Paulo

Bei ihrem Treffen am 9. und 10. Mai in Buenos Aires einigten sich die Finanzminister von sieben südamerikanischen Staaten auf die letzten Eckpunkte für die Gründung der Banco del Sur (Bank des Südens). Das Institut kann damit eineinhalb Jahre nach seiner Gründung endlich die Geschäftstätigkeit aufnehmen.

Die Vertreter der Mitgliedsstaaten Argentinien, Brasilien, Uruguay, Paraguay, Ecuador, Venezuela und Bolivien einigten sich über die Finanzausstattung und die Stimmenverteilung bei dem Geldinstitut. ...

 

Akt der Befreiung 14.05.2009
Chávez sorgt für einen Paukenschlag

Venezuela erwägt Austritt aus OAS und Gründung einer Organisation der freien Völker Lateinamerikas

Von André Scheer

Nach den scharfen Reaktionen aus Caracas auf den in der vergangenen Woche vorgelegten Jahresbericht der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) wird nun über einen bevorstehenden Austritt Venezuelas aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) spekuliert. (...)

Die venezolanische Regierung hatte nach der Veröffentlichung des CIDH-Berichtes unter anderem kritisiert, daß diese Kommission und die OAS nach dem letztlich gescheiterten Staatsstreich vom 11. April 2002 die De-Facto-Regierung der Putschisten implizit anerkannt hätten. Zugleich hätten sie sich geweigert, Maßnahmen zum Schutz des damals entführten Präsidenten Hugo Chávez zu ergreifen. Der frühere kubanische Präsident Fidel Castro hatte im selben Zusammenhang auch daran erinnert, daß die CIDH und die OAS noch nie Washington wegen Menschenrechtsverletzungen angeprangert haben: »kein Wort zu den Kriegen von Bush, die Millionen von Menschen das Leben gekostet haben, kein Wort zu Guantánamo«.

Am 23. und 24. Mai kommt Hugo Chávez in Quito mit Ecuadors Präsidenten Rafael Correa zusammen. Obwohl auf der Tagesordnung dieses Gipfeltreffens offiziell nur Wirtschafts- und Finanzfragen stehen, werden die beiden Staatschefs sicherlich auch über das eine gute Woche später in Honduras beginnende OAS-Gipfeltreffen sprechen. Correa hatte bereits mehrfach einen Austritt aus der OAS und die Gründung einer Organisation Lateinamerikanischer Staaten ins Gespräch gebracht. Auch Boliviens Präsident Evo Morales und Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega hatten die OAS scharf kritisiert. So bezeichnete Ortega sie in der vergangenen Woche als »Müll« und tadelte das Schweigen der Organisation zu den Bombenangriffen der USA in Afghanistan, denen immer mehr Zivilisten zum Opfer fallen.

Siehe auch: Adler und Fliegen - Kuba und Venezuela empört über Jahresbericht der "Interamerikanischen Menschenrechtskommission"

 

Opposition aus dem Luxus-Hotel 10. Mai 2009

Die kubanische Bloggerin Yoani Sánchez gilt der internationalen bürgerlichen Presse als eine der wichtigsten »unzensierten« Stimmen aus Kuba. Zeitungen und Zeitschriften aus aller Welt übernehmen ihre Nachrichten, die sie angeblich nur unter großen Schwierigkeiten und unter ständigen Angriffen der kubanischen Behörden veröffentlichen kann. (...)

Yoani Sánchez betreibt eine Homepage unter dem Namen »desdecuba.com« (aus Cuba), die aber nicht von der Insel aus betrieben wird. Vielmehr liegt die auf den Namen der Bloggerin mit einer spanischen Adresse registrierte Domain bei dem deutschen Massenhoster Strato. Wie der venezolanische Rundfunksender YVKE Mundial recherchierte, wird die Seite offensichtlich von der ultrarechten deutschen »Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte« (IGFM) finanziert, einer extrem antikommunistischen Vereinigung, die auch regelmäßig Kundgebungen vor kubanischen Vertretungen veranstaltet.

 

Killer gegen Morales 22.04.2009
Festnahme zweier Männer am Samstag in La Paz. Die Verhafteten werden
verdächtigt, in Attentatspläne involviert zu sein   Foto: AP

Terrorzelle in Bolivien plant Attentate gegen den Präsidenten und andere Führungspersönlickeiten des Staates. Ziel ist ein »unabhängiges Tiefland«

Von Benjamin Beutler

... In den frühen Morgenstunden des vergangenen Donnerstag hatten Spezialkräfte ein Hotel im Stadtzentrum der Oppositionshochburg Santa Cruz gestürmt. Drei verdächtige Männer kamen ums Leben, zwei wurden verhaftet und ins 900 Kilometer entfernte La Paz gebracht. Bei den Toten handelt es sich um Arpád Magyarosi (Rumäne), Michael Dwayer (Ire) und Eduardo Rózsa Flores (Bolivianer), mutmaßlicher Kopf der Gruppe. In Haft befinden sich Elod Toasó (Ungar) und Mario Tadic (Kroate). Bei ihnen wurden neben Waffen und Granaten Pläne gefunden, die Präsident Morales, Vizepräsident Álvaro García Linera, Kardinal Julio Terrazas sowie der oppositionelle Präfekt von Santa Cruz Rubén Costas als Attentatsziele nennen. In der Vergangenheit hatte es in Santa Cruz wiederholt folgenlose Sprengstoffanschläge auf Regierungsmitglieder der »Bewegung zum Sozialismus« (MAS) gegeben, zuletzt auf das Haus von Kardinal Terrazas. Damit sollte vor allem Unruhe unter der Bevölkerung geschürt werden, so Regierungskreise.

Schillerndste Figur ist der getötete 49jährige Flores. Nach seiner Geburt als Sohn eines ungarischen Kommunisten und Malers in Santa Cruz lebte die Familie in Chile, wo sie vor Militärdiktator Pinochet nach Budapest floh. Flores studierte in der Sowjetunion, wurde laut eigenen Angaben »enttäuscht vom real existierenden Sozialismus« zum Kommunistenfeind. Zunächst beim Geheimbund Opus Dei aktiv, trat er später zum Islam über, in Ungarn war er Präsident einer islamischen Vereinigung. Anfang der 90iger Jahre ging er als Journalist für die BBC nach Kroatien, wo er sich schnell der separatistisch-nationalistischen Bewegung des später wegen Kriegsverbrechens angeklagten Expräsidenten von Kroatien Franjo Tudjman anschloß. Hier gründete er eine internationale Freiwilligenbrigade, die bekanntermaßen auch von US-Beratern ausgebildet wurde, und die sich als Nachfolger der »Ustascha« betrachtete. ...

 

Raul Castro, Barack Obama, Hugo Chavez: Who Are The Big Men? 22.04.2009

A Black Agenda Radio commentary by BAR Executive

 

Nur noch mit Kuba 20.04.2009
Chávez schenkte Obama das Buch »Die offenen Adern Lateinamerikas« von Eduardo Galeano,
das die imperialistische Ausbeutung Lateinamerikas thematisiert   Foto: AP

Von André Scheer

Als hoffnungsvollen Neuanfang der Beziehungen zwischen den USA und Lateinamerika haben die meisten Staats- und Regierungschefs der Region den Verlauf des Amerika-Gipfels in Trinidad und Tobago eingeschätzt, der am Sonntag nach Redaktionsschluß dieser Ausgabe zu Ende gegangen ist. Bis zuletzt blieb fraglich, ob sich die Teilnehmer des Treffens auf eine gemeinsame Abschlußerklärung einigen konnten, nachdem Staaten wie Venezuela, Ecuador, Nicaragua, Honduras und Bolivien angekündigt hatten, das Dokument nicht zu unterzeichnen, weil es nicht auf die gegenwärtigen Herausforderungen in der Region eingehe und zugleich die Ausgrenzung Kubas beibehalte. ...

 

Solidarität mit Cuba: Evo erklärt sich zum »Kommunisten« 17. April 2009

Das gestrige Gipfeltreffen der Mitgliedsstaaten der »Bolivarischen Alternative für die Völker Unseres Amerika« (ALBA) stand ganz im Zeichen der Solidarität mit Cuba und der Kritik daran, dass die Insel noch immer von den Amerika-Gipfeltreffen ausgeschlossen wird. So erklärte sich der bolivianischen Präsidenten Evo Morales zu einem »Marxisten-Leninisten, Kommunisten, Sozialisten« zu erklären und forderte die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) auf, nun auch ihn auszuschließen: »Kuba wurde ausgeschlossen, weil es leninistisch, marxistisch, kommunistisch ist«, sagte er mit Blick auf die 1962 gefällte Entscheidung der OAS, die Mitgliedschaft Kubas in der Organisation zu »suspendieren«, solange dieses eine kommunistische Regierung habe. ...

 

Wahlgesetz beschlossen, Hungerstreik beendet 14. April 2009
Evo Morales

In den heutigen Morgenstunden (Ortszeit) hat der Senat Boliviens nach tagelangen Verzögerung das umstrittene Wahlgesetz verabschiedet, so dass die nach der Verabschiedung der neuen Verfassung im Januar notwendigen Neuwahlen am 6. Dezember und im kommenden April möglich sind. Kurz nach der Verabschiedung des Gesetzes, das von der rechten Opposition des südamerikanischen Staates wochenlang blockiert worden war, unterzeichnete Boliviens Präsident Evo Morales das Dokument und erklärte seinen am vergangenen Donnerstag begonnenen Hungerstreik für beendet. ...

 

Mordanschlag auf Nicaraguas Generalstaatsanwalt 7. April 2009
Hernán Estrada

Nicaraguas Generalstaatsanwalt Hernán Estrada ist heute Opfer eines Anschlags geworden und nur knapp mit dem Leben davon gekommen. Während er mit Frühsport beschäftigt war, näherte sich ihm ein Unbekannter auf einem Motorrad. Wie Estrada später aussagte, wendete der Motorradfahrer mitten auf der Straße und schrie politische Parolen, die offenbar im Zusammenhang mit den Äußerungen einiger Bischöfe über einen angeblichen bewaffneten Aufstand im Norden des Landes standen. (...)

Am Sonntag hatte der Vizepräsident der nicaraguanischen Bischofskonferenz, Abelardo Mata, in einem Interview mit der Zeitung »El Nuevo Diario« erklärt, im Norden des mittelamerikanischen Landes gäbe es bereits bewaffnete Gruppen, die Krieg gegen die sandinistische Regierung von Daniel Ortega führen wollten. Der katholische Bischof äußerte die »Befürchtung«, dass das Land wieder in einen Bürgerkrieg abrutschen könnte, zeigte zugleich aber Verständnis für Waffengewalt gegen die demokratisch gewählte Regierung: »Es ist traurig, dass wir an Waffen denken müssen, damit wir für unsere Rechte kämpfen können.« (...)

 

Fujimori gets lengthy jail term 7 April 2009
Mr Fujimori
's trial was suspended several times
due to his poor health

Former Peruvian President Alberto Fujimori has been sentenced to 25 years in jail for ordering killings and kidnappings by security forces.

 

Chávez will Krise trotzen 30.03.2009
Enteignung kein Tabu bei Krisenbewältigung: Reisverkauf in Caracas nach
Verstaatlichung eines Werkes des US-Lebensmittelkonzerns Cargill Inc.   Foto: AP

Verzicht auf »überflüssige« Investitionen und Erhöhung der Mehrwertsteuer und der Mindestlöhne beschlossen. Sozialprogramme bleiben in Kraft

Von André Scheer

... Mit anderen Zahlen braucht die venezolanische Regierung auch internationale Vergleiche nicht zu scheuen. So ist die Zahl der in absoluter Armut lebenden Menschen im vergangenen Jahr nach Angaben des Nationalen Instituts für Statistik auf sieben Prozent gesunken. 1999, als Hugo Chávez sein Amt angetreten hatte, lag dieser Wert noch bei 16,6 Prozent, Mitte der 90er Jahre war er sogar zeitweilig auf 36 Prozent gestiegen. ...

 

Amnesty International fordert Visa für Frauen der »Miami 5« Samstag, 28. März 2009

Die internationale Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat sich einer Meldung des deutschen Solibündnisses »Basta Ya« einem Aufruf angeschlossen, mit dem gegen die Visaverweigerung für die Angehörigen der in den USA inhaftierten fünf kubanischen Kundschafter protestiert wird. ...

 

Costa Rica stellt Beziehungen zu Kuba wieder her 19. März 2009

Wenige Wochen vor dem Gipfeltreffen der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), bei dem zahlreiche Länder ein Ende der US-Blockade gegen Cuba fordern wollen, stellt ein weiteres Land Lateinamerikas wieder normale Beziehungen mit der Insel her. ...

 

Leftist FMLN Candidate Mauricio Funes Wins El Salvador Presidential Election, Ending Two Decades of Conservative Rule March 16, 2009

In El Salvador, Mauricio Funes, of the former rebel FMLN party, has won the country’s presidential election, ending two decades of conservative rule. Funes won 51 percent of the vote to 49 percent for Rodrigo Avila of the ruling right-wing ARENA party. Avila conceded defeat late Sunday. The FMLN was a coalition of rebel guerrillas who resisted the US-backed military government. More than 70,000 people died over an eighteen-year period, the overwhelming majority killed by military and paramilitary forces.

(...) Ronald Reagan. This is the defeat of Ronald Reagan, nothing less.

AMY GOODMAN: Explain what you mean.

ROBERTO LOVATO: Ronald Reagan—well, you mentioned those 70,000 dead. If there’s a single person responsible for the death squad apparatus that pursued many of our family members, that pursued some of us, that killed—according to the United Nations, 95 percent of all the 70,000 to 80,000 people killed were killed by their own government. Ronald Reagan really, really started us along the road to the—what’s even called in Iraq now “the Salvador Option.” And so, $6 billion—it cost Ronald Reagan and the US $6 billion to try to destroy the FMLN. ...

 

Ahead of Pivotal El Salvador Vote, Rep. Raul Grijalva Leads Congressional Call to Reverse Longstanding US Interference March 11, 2009

Voters in El Salvador head to the polls Saturday for a historic presidential election. The leftist FMLN party is projected to win, ending two decades of rule by the ARENA party. Thirty Congress members have sent President Obama a letter calling for US neutrality in Saturday’s election. Five years ago, the Bush administration was accused of threatening to cut off aid to El Salvador if voters supported the FMLN. We speak to Democratic Rep. Raul Grijalva of Arizona, co-author of the letter to President Obama

 

Neue Kraftprobe 10.03.2009

Venezuela geht wegen Knappheit gegen große Lebensmittelkonzerne vor. Präsident plant weitere Enteignungen

Von André Scheer

 

Chavez stellt Coca-Cola Ultimatum 10.03.2009
Hugo Chávez

... Er verwies auf einen akuten Mangel an freien Flächen in Caracas. „Geht mit ihren Lkws lieber in die Savanne. 100 Kilometer südlich gibt es Millionen Hektar freies Land“, sagte der Präsident. Auf dem Grundstück, auf dem jetzt Coca-Cola-Lieferwagen stehen, wolle er Wohnhäuser für Arme errichten. ...

 

Südamerika gründet Verteidigungsrat 25. Februar 2009

Siehe auch: Union Südamerikanischer Nationen Wikipedia

 

»Ein unermeßlicher Sieg« 25.02.2009
»Ich bin ein Soldat des Volkes, verfügt über diesen Soldaten, entscheidet ihr,
und ich werde dem Befehl des Volkes gehorchen« (Hugo Chávez)

Dokumentiert: Rede des Präsidenten Venezuelas nach Bekanntgabe der Ergebnisse des Referendums über die Verfassungsänderung vom 15. Februar 2009

Von Hugo Chávez Frías

Es lebe das Volk von Venezuela! Es lebe die Bolivarische Verfassung! Das ist ein großer Sieg!

(…) Wir haben gerade das erste offizielle Ergebnis gehört, das die Präsidentin des Nationalen Wahlrates (Tibisay Lucena – d.Red.) verkündet hat. Daraus ergibt sich ein klarer Sieg des Volkes. Ein klarer Sieg der Revolution. Das »Ja« hat gewonnen! Die Wahrheit hat über die Lüge gesiegt! ...

 

»Ja« zur Revolution 17.02.2009
Zuversicht nach dem Sieg der Linken in Caracas: »Die Türen zur Zukunft stehen weit offen«  Foto: AP

Von André Scheer

... Die Beteiligung an der Abstimmung lag bei knapp 70 Prozent. Auch in 19 der 24 Bundesstaaten Venezuelas lag das »Ja« vorn. Von besonderer Bedeutung sind hier die Hauptstadt Caracas und der Staat Carabobo, wo die Opposition bei der Regionalwahl im vergangenen November Mehrheiten errungen hatte, in denen sich nun aber die revolutionäre Bewegung durchsetzen konnte. ...

Der erste Gratulant, der Chávez und das venezolanische Volk zum Sieg beglückwünschte, war der langjährige kubanische Präsident Fidel Castro. Nur »zehn Sekunden« nach der offiziellen Bekanntgabe der Ergebnisse habe er die Zeilen seines Freundes aus Havanna erhalten, berichtete Chávez der feiernden Menge. Die Bedeutung dieses Sieges sei noch gar nicht absehbar, las Chávez die Worte Fidels vor und bat dann die jubelnden Menschen um einen Applaus für den Comandante. ...

Siehe auch: Bulletin der Botschaft der Bolivarischen Republik Venezuela in der
Bundesrepublik Deutschland - Nr. 8 - 16. Februar 2009 pdf Dokument

 

»Wir brauchen Hugo Chávez« 14.02.2009
Carlos Aquino

Carlos Aquino ist der für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Sekretär des Politbüros der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) und Chefredakteur der Parteizeitung Tribuna Popular. Er vertritt seine Partei im »Kommando Simón Bolívar«, dem zentralen Wahlkampfstab der Unterstützer der Verfassungsänderung.

Venezuelas Kommunisten kämpfen mit allen Kräften für einen Erfolg des Referendums. Gespräch mit Carlos Aquino

Interview: André Scheer

 

Dokument der Revolution 02.02.2009
Hugo Chávez: gelassen zum Amtsjubiläum

Am 2. Februar 1999 wurde Hugo Chávez Präsident Venezuelas und setzte als erstes die Erarbeitung der Bolivarischen Verfassung auf die Tagesordnung

Von André Scheer

Siehe auch: Wie stehen wir da: Aus dem Rechenschaftsbericht von Präsident Hugo Chávez vor der Nationalversammlung

 

Linke Präsidenten auf Weltsozialforum: Volksbewegung stärken! 30. Januar 2009

Siehe auch: Blog zum Weltsozialforum 2009

Es gibt Alternativen zur neoliberal orientierten Globalisierung! Über neue Konzepte und Erfahrungen tauschen sich die Teilnehmenden des Weltsozialforums im brasilianischen Belém vom 27. Januar bis 1. Februar 2009 aus.

 

Russia, Cuba sign host of deals to boost ties 30.01.2009
Dmitry Medvedev and Cuban leader Raul Castro

MOSCOW, January 30 (RIA Novosti) - Cold War allies Russia and Cuba signed a host of agreements on Friday in a bid to revive ties and improve economic cooperation.

Russian President Dmitry Medvedev and Cuban leader Raul Castro, who is on his first visit to Moscow since 1985, signed a memorandum on "strategic" cooperation in the Kremlin. The two countries also signed agreements to grant the Caribbean state a $20 million loan and provide food aid. ...

 

Bolivien neu gegründet 27.01.2009
Demonstranten in La Paz feiern die Annahme der neuen Verfassung

Von Benjamin Beutler

»Heute, am 25. Januar 2009, gründet sich Bolivien als ein Land der Chancengleichheit für alle neu«, bejubelte Boliviens Staatspräsident Evo Morales kurz nach Bekanntgabe erster Wahlergebnisse die formale Annahme der neuen Verfassung. 3,9 Millionen Stimmberechtigte waren am Sonntag aufgerufen, darüber zu entscheiden. Nach vorläufigen Auszählungsergebnissen haben um die 61 Prozent mit »Ja« gestimmt, rund 36 Prozent hätten das »Nein« auf dem Stimmzettel angekreuzt. ...

Siehe auch: Bolivien gründet sich neu

 

Globaler Ratschlag 27.01.2009
Eine bessere Welt ist möglich - Weltsozialforum in Mumbai (Indien) 2004   Foto: AP

Wirtschafts- und Finanzkrise, Umweltverschmutzung und Ressourcenraub: In Brasilien tagt ab heute das Weltsozialforum. 80000 Teilnehmer erwartet

Von Nils Brock / Eva Völpel, Belém

 

Evo Morales verstaatlicht BP-Tochter 24. Januar 2009

 

Neue US-Administration gegen Venezuela und Bolivien 23. Januar 2009
Der neue Vizeaußenminister der USA,
James Steinberg

... »Unsere Freunde und Partner in Lateinamerika schauen auf die Vereinigten Staaten, damit sie eine starke und nachhaltige Führung in der Region ausüben, als ein Gegengewicht zu Regierungen wie die gegenwärtig in Venezuela und Bolivien an der Macht befindlichen, die eine Politik verfolgen, die nicht den Interessen ihres Volkes oder der Region entspricht«, erklärt Steinberg. ...

 

Mord für die Karriere 21.01.2009

Kolumbianische Paramilitärs verüben ihre Verbrechen mit Wissen der USA

Von Constanza Vieira, IPS

Die Offenlegung bislang geheimer Regierungsdokumente bestätigt den von Menschenrechtsorganisationen wiederholt vorgebrachten Vorwurf, Kolumbiens Streitkräfte hätten die an der Zivilbevölkerung begangenen Mord- und Foltereinsätze ultrarechter Todesschwadrone mit Wissen von CIA und US-amerikanischer Diplomaten zugelassen. Die Zahl der getöteten Zivilisten galt den kolumbianischen Militärs als Maßstab für den erfolgreichen Kampf gegen linke Guerilleros.

Das an der George-Washington-Universität etablierte unabhängige »National Security Archive« (NSA) veröffentlichte Anfang Januar einen Bericht über den Inhalt bisheriger Geheimdokumente, die belegen, daß Washington von US-Diplomaten spätestens seit Anfang der 90er Jahre über das von den kolumbianischen Streitkräften gedeckte mörderische Vorgehen von Paramilitärs und den mit ihnen liierten Drogenbanden informiert wurde. ...

 

Kirchner und Castro vereinbaren engere Zusammenarbeit 20. Jänner 2009
Cristina Kirchner und ihr kubanischer Kollege Raúl Castro

Erster Staatsbesuch aus Argentinien in Havanna seit 23 Jahren

Havanna - Die Beziehungen zwischen Argentinien und Kuba sollen nach Jahrzehnten neu belebt werden. Beim ersten Besuch eines argentinischen Staatsoberhaupts in Havanna seit 23 Jahren unterzeichneten Präsidentin Cristina Kirchner und ihr kubanischer Amtskollege Raul Castro am Montag (Ortszeit) elf Abkommen. Vorgesehen ist unter anderem der Aufbau eines gemeinsamen Zentrums für Biotechnologie, in dem Medikamente und Impfstoffe entwickelt werden sollen. Zuletzt war 1986 der argentinische Präsident Raul Alfonsin nach Kuba gereist. ...

 

Viva la revolución! 31.12.2008

Von André Scheer

Die Tage um Neujahr stehen auf Kuba im Zeichen des runden Revolutionsjubiläums. Vor genau 50 Jahren, in der Nacht zum 1. Januar 1959, hatte sich der von den USA ausgehaltene Diktator Fulgencio Batista in Richtung Festland abgesetzt. Am Neujahrstag selbst feierten »die Bärtigen«, wie die von Fidel Castro geführte Guerilla auch genannt wurde, ihren Sieg – und mit ihnen bereits damals Millionen Kubaner. 50 Jahre danach wird dieses Ereignis erneut gefeiert – unter anderem mit einem zentralen Festakt am 1. Januar in Santiago de Cuba. ...

 

Adiós Washington 19.12.2008
»Werfen Sie keine Schuhe«, warnte Brasiliens Präsident Lula da Silva (Mitte) scherzhaft
die Reporter in Erinnerung an Bushs jüngste Erfahrung in Bagdad   Foto: AP

Von André Scheer

Die Staaten Lateinamerikas und der Karibik emanzipieren sich weiter von Washington. Zum Abschluß ihres zweitägigen Gipfeltreffens im brasilianischen Ferienort Costa do Sauípe forderten sie einmütig ein Ende der US-Blockade gegen Kuba. In einer am Mittwoch (Ortszeit) verabschiedeten Erklärung der 33 lateinamerikanischen und karibischen Länder heißt es, die Regierung der Vereinigten Staaten solle die Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade gegen Kuba aufheben und damit den Forderungen entsprechen, die von der UN-Vollversammlung in 17 aufeinander folgenden Resolutionen aufgestellt wurden. ...

Siehe auch: Gemeinsam stärker: Gipfeltreffen Lateinamerikas und der Karibik berät in Brasilien engere Zusammenarbeit

 

Neue Lügenkampagne 17.12.2008
Medienkampagne gegen Evo Morales  Foto: AP

Bolivien: Rechte Presse wirft Präsidenten Schmuggelgeschäfte vor

Von Benjamin Beutler

... So sei es kein Zufall, daß sich vor den Attacken auf seine Person sämtliche private Medien zunächst auf den Regierungsminister und engen Morales-Vertrauten Juan Ramón Quintana eingeschossen hätten. Als der Anfang Dezember die Ergebnisse der Untersuchungskommission der »Union Südamerikanischer Nationen« (Unasur) zum »Massaker von Pando« der Öffentlichkeit präsentierte (siehe jW vom 5.12.), habe die rechte Presse mit einer gezielten »Ablenkungskampagne« reagiert, so Morales. Anstatt über die direkte Mittäterschaft oppositioneller Politiker bei der Ermordung von 20 Anhängern der regierenden »Bewegung zum Sozialismus« (MAS) zu berichten, habe man in TV, Radio und Zeitungen lauthals den Rücktritt Quintanas gefordert. (...)

Die Medienschelte des Präsidenten dient derweil als willkommener Anlaß, um den angeblich »diktatorischen Charakter« der MAS-Regierung anzuprangern. In Solidarität mit dem kritisierten La Prensa-Autor unterbrachen die Mitglieder der »Arbeitervereinigung der Presse Boliviens« gestern kurzzeitig ihre Arbeit. Für 15 Minuten stellten sie landesweit symbolisch Mikrofone und Kameras aus. Die Kontrolle der Medien übt im Andenland jedoch keineswegs der Staat aus. In Rankings zur Pressefreiheit von »Reporter ohne Grenzen« lag Bolivien zuletzt weit oben, noch vor Deutschland. ...

 

Tausende Morde unter Uribe16.12.2008

UN-Menschenrechtsrat zieht erschütternde Bilanz zur Lage in Kolumbien

Von Gustavo Capdevila (IPS), Genf

 

Im Schulterschluß 15.12.2008
Im Präsidentenpalast Miraflores am Samstag in Caracas: Raúl Castro,
Hugo Chávez
und – im Porträt – Simón Bolívar

Raúl Castros erste Auslandsreise als Präsident Kubas führte nach Caracas

Von André Scheer

Auf seiner ersten Auslandsreise seit Übernahme der Amtsgeschäfte vor zehn Monaten ist der kubanische Präsident Raúl Castro am Sonnabend in Caracas eingetroffen. Auf dem internationalen Flughafen von Maiquetia wurde er von seinem venezolanischen Amtskollegen Hugo Chávez erwartet und herzlich begrüßt. ...

 

Krise und Repression in Peru 5. Dezember 2008

Von Renàn Raffo M, Leiter des Politischen Büros der Peruanischen Kommunistischen Partei (PCP)
Lima, Peru,1. Dezember 2008

Wie wir alle wissen, durchlebt die kapitalistische Welt gerade eine der schwersten Krisen in ihrer Geschichte. Es handelt sich nicht um eine vorübergehende Krise wie die in den 90ern. Es ist eine Krise mit weltweitem Ausmaß, langanhaltendem und mit systematischem Charakter, die alle Sphären der kapitalistischen Welt umfassend und tief betrifft, schädigt und beeinträchtigt.

Die Finanzkrise, die ihr Epizentrum in den USA hatte, das Hegemonialzentrum des Weltkapitalismus, breitet sich wie ein Lauffeuer in die Realwirtschaft aus und verursacht eine Rezession, den Verlust von Millionen von Arbeitsplätzen, Armut und Angst in den ärmsten Bevölkerungsschichten der Erde. (...)

Auf internationaler Ebene verschärft die Krise die interimperialistischen Widersprüche und die Streitigkeiten/Dispute um die regionale und weltweite Hegemonie; Widersprüche, die oft genug durch Kriege gelöst werden, so wie es in den zwei Weltkriegen des vorigen Jahrhunderts geschah.

Die jetzige Situation ist nicht anders. Die internationale Ordnung und Institutionalisierung (UNO, Weltwährungsfond, Weltbank, Welthandelsorganisation, usw.), die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, kommen an ihr Ende und stellen so ins Zentrum unserer Sorge den Kampf für den Frieden und eine neue gerechtere Wirtschafts- und Sozialordnung.

In diesem Sinne sehen wir, wie in der Welt neue Mächte entstehen und sich regionale Blöcke formen, die um die Märkte, um die Kontrolle der Ressourcen und um Einflussräume kämpfen und zu einer Neuordnung der Weltwirtschaft und zu einer multipolaren Situation führen. Eine Situation, die ganz anders ist als die absolute Herrschaft, mit der das nordamerikanische Imperium aus dem Kalten Krieg erwuchs. Das Aufkommen der BRIC (Brasilien, Russland, Indien und China) als neue aufstrebende Weltmächte sind Ausdruck dieser neuen Realität.

In diesem Zusammenhang muss sich die Strategie der Völker auf die Aufgaben der Sammlung der Kräfte und auf den Kampf um eine gerechtere Weltordnung richten, wie auch auf den Kampf für den Frieden und gegen den Krieg. Es ist der Moment, um den Kampf der Ideen zu verstärken, besonders jetzt, wo die Thesen des einzigen Vorhabens und das Ende der Geschichte durch den Urteilsspruch der Tatsachen besiegt ist und die Operatoren des Neoliberalismus (Weltwährungsfond, Weltbank und Welthandelsorganisation) weltweit abgelehnt werden, sogar durch das nordamerikanische Volk. (...)

Vom selben antidemokratischen Schnitt ist das erst kürzlich mit den Unterschriften von Präsident García und Premierminister Simon dem Parlament vorgelegte faschistische Gesetz, mit dem die Exekutive wie in den alten faschistischen Diktaturen ermächtigt werden soll, politische und unternehmerische Gruppierungen, NGOs, Solidaritäts- und Freundschaftsorganisationen (Häuser von ALBA und der Peruanisch-Kubanischen Freundschaft), Menschenrechtsorganisationen, Umweltschutzorganisationen, usw. aufzulösen und zu verbieten, wenn diese von der Regierung verdächtigt werden, gegen die guten Sitten, die nationale Sicherheit, die öffentliche Ordnung oder gegen das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes zu “verstoßen”. ...

 

 Zehntausende feierten zehnten Jahrestag der Revolution 7. Dezember 2008

Zehntausende von Menschen haben gestern am Präsidentenpalast Miraflores im Zentrum der Hauptstadt Caracas den zehnten Jahrestag der Bolivarischen Revolution gefeiert. Am 6. Dezember 1998 war Hugo Chávez als Kandidat des »Patriotischen Pols« zum ersten Mal zum Präsidenten Venezuelas gewählt worden. Eigentlicher Beginn des revolutionären Prozesses war dann sein Amtsantritt am 2. Februar 1999, als er den Amtseid auf die »todgeweihte Verfassung« ablegte und das erste Referendum in der Geschichte Venezuelas einberief, um eine Verfassunggebende Versammlung wählen zu können.

An diesem zehnten Jahrestag des Wahlsieges beglückwünschte Chávez nun »das Volk Bolívars« dazu, einen historischen Schritt gewagt zu haben, »als es so schien, als hätten sich die Tore der Geschichte geschlossen«. ... Zehntausende feierten zehnten Jahrestag der Revolution

 

Zusammenbruch des Lügengebäudes: Computer von Raúl Reyes enthielt keine E-Mails 2. Dezember 2008

Unter Eid hat Hauptmann Ronald Ayden Coy Ortiz von der kolumbianischen Kriminalpolizei DIJIN ausgesagt, dass der angebliche Computer des im März von kolumbianischen Truppen in Ecuador ermordeten Raúl Reyes keine E-Mails enthalten habe. Nach der Ermordung des führenden Comandante der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC-EP) und mehrerer anderer Menschen in einem Lager auf ecuadorianischem Staatsgebiet hatten kolumbianische Soldaten ein Labtop vorgeführt, das ihrer Aussage nach aus dem Besitz Reyes' stammen sollte. In der Folge veröffentlichten kolumbianische und internationale Massenmedien eine Serie von »Enthüllungen« über die angeblichen internationalen Verbindungen der kolumbianischen Guerrilla und ihre Finanzierung, wahlweise durch Venezuela, Drogengeschäfte oder linke Organisationen. ...

 

Der Sucre kommt 28.11.2008
Chávez hat nicht zuviel versprochen

ALBA-Gipfel in Caracas beschließt gemeinsame Währung und Finanzausgleich zwischen den Ländern

Von André Scheer

Als Venezuelas Präsident Hugo Chávez kurz vor dem Washingtoner G-20-Gipfeltreffen vor rund zwei Wochen zu einem eigenen Gipfeltreffen der Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Alternative für die Völker Unseres Amerika (ALBA) einlud, hatte er angekündigt, daß dieses Treffen tatsächliche Ergebnisse bringen müsse. Am Mittwoch kamen nun in Caracas die Präsidenten von Boli­vien, Ecuador, Honduras und Nicaragua sowie hochrangige Regierungsvertreter aus Kuba und Dominica zusammen – und wie es aussieht, hat Chávez nicht zu viel versprochen. ...

 

Medvedev in Cuba to improve ties 28 November 2008
Medvedev is expected to sign an oil deal with Cuba

Russian President Dmitry Medvedev is in Cuba for the final stop in a tour of Latin America intended to strengthen Russian influence in the region.

 ... In Rio de Janeiro, the two presidents expressed their view that the "Bric" countries - Brazil, Russia, India and China - should hold their first summit in Russia in 2009.

Mr Medvedev's visit takes place just a few days after the Chinese president, Hu Jintao, toured several Latin American nations with a view to strengthening ties.

 

Lateinamerika koppelt sich vom Dollar ab Donnerstag, 27. November 2008

Die Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Alternative für die Völker Unseres Amerika (Alba) - Cuba, Venezuela, Nicaragua, Bolivien, Honduras und Dominica - sowie Ecuador, das sich noch immer gegen einen offiziellen Beitritt sträubt, wollen die wirtschaftliche Zusammenarbeit ihrer Länder weiter vertiefen. Insbesondere soll die Bedeutung des US-Dollar in den Handelsbeziehungen weiter zurückgedrängt werden. Deshalb sprachen sich die Teilnehmer des von Venezuelas Präsident Hugo Chávez einberufenen ausserordentlichen Alba-Gipfeltreffens am Mittwoch in Caracas für die Schaffung einer gemeinsamen Währung aus.

Der Name der neuen Währung steht bereits fest: Sucre. ...

 

Rechte Wahlsieger in Caracas und Miranda gegen Ärzte, Schüler und linke Sender 26. November 2008

Noch bevor die neuen oppositionellen Regierungschefs in Caracas und Miranda überhaupt ihre Ämter angetreten sind, bekommen die Basisorganisationen offenbar einen ersten Vorgeschmack darauf, was ihnen unter den neuen rechten Hereren blüht. Wie der Rundfunksender YVKE Mundial berichtet, haben Funktionäre der Opposition bereits an mehreren Orten versucht, Einrichtungen zu räumen, in denen Kommunale Räte, die kubanischen Ärzte der Gesundheitsmission Barrio Adentro, Bildungseinrichtungen und andere Basisorganisationen untergebracht sind. ...

 

Unruhestifter aus Übersee 26.11.2008

»Schlüsselpositionen« nutzen: Deutsche Parteistiftungen intensivieren ihre Zusammenarbeit mit der venezolanischen Reaktion

Von Ingo Niebel

 

Die Russen kommen 26.11.2008
Stolz der russischen Flotte: Raketenkreuzer »Pjotr Welikij«  Foto: AP

Vor der Küste Venezuelas beginnt heute das erste gemeinsame Flottenmanöver beider Staaten

Von Ingo Höhmann und Peter Wolter

 ... Mit Blick auf die politischen Veränderungen in Lateinamerika, wo Kolumbien der einzige wichtige Verbündete geblieben ist, hatte die US-Regierung angekündigt, die »4. Flotte« wieder zu reaktivieren.

Das Manöver ist daher vorwiegend auf die Verteidigung gegen angreifende Flottenverbände angelegt, wobei die 251 Meter lange »Pjotr Welikij« während des Manövers möglicherweise als Zielschiff einen US-Flugzeugträger simulieren soll. Venezuela befürchtet nämlich, daß die Ölfelder in der Maracaibo-Bucht, von denen ein großer Teil der Staatseinnahmen abhängt, im Konfliktfall angegriffen werden könnten: durch kolumbianische Panzerdivisionen auf dem Landwege und durch die US-Flotte von See her. Um derartige Bedrohungen rechtzeitig aufdecken zu können, verfügt Venezuela seit kurzem über einen eigenen Satelliten, den die VR China zur Verfügung gestellt hat. Zur Bedienung dieses Aufklärungssystems wurden venezolanische Offiziere in China ausgebildet.

 

Caracas im Visier 24.11.2008
Parallel zum Aufbau einer Gegenbewegung versuchen kolumbianische Contras,
die Hauptstadt von zwei Seiten in die Zange zu nehmen (29.11.2007)

Paramilitarismus in Venezuela. Teil II (und Schluß). Aufbau zweier Fronten im Westen und im Osten des Landes

Von Dario Azzellini

 

Adenauer- und Ebert-Stiftung mischen in Venezuela mit 24. November 2008
Eva Golinger

Die US-amerikanische Rechtsanwältin und Publizistin Eva Golinger (»Kreuzzug gegen Venezuela. Der Chávez-Code«) hat Einrichtungen und Organisationen aus den USA, Deutschland, Spanien und Kanada vorgeworfen, sich massiv in den Wahlkampf zu den gestrigen Regionalwahlen in Venezuela eingemischt und so massgeblich zum Erfolg der Opposition in Caracas, dem Bundesstaat Miranda und anderen Regionen beigetragen zu haben. Namentlich nannte sie die US-Einrichtungen USAID, NED, Freedom House sowie die internationalen Institute der Demokraten und Republikaner, die deutschen Parteistiftungen Konrad Adenauer (KAS) und Friedrich Ebert (FES) sowie die spanische FAES und die kanadische FOCAL. ...

 

PSUV wird stärkste Partei, aber Caracas fällt an die Opposition 24.11.2008
Hugo Chávez

Mehr als sieben Stunden länger als geplant blieben an manchen Orten in Venezuela die Wahllokale geöffnet, weil der Andrang zu den Regionalwahlen am Sonntag Rekordmaße annahm. Mit einer Beteiligung von 65,45 Prozent lag die Beteiligung an dieser Abstimmung deutlich höher als bei früheren Regionalwahlen, bei denen die Beteiligung selten auch nur die 50-Prozent-Marke erreichte. Obwohl das venezolanische Gesetz klar vorschreibt, dass die Öffnungszeiten der Wahllokale verlängert werden sollen, wenn noch Menschen in den Schlangen auf die Stimmabgabe warten, forderten Oppositionsvertreter ein ums andere Mal die sofortige Beendigung der Abstimmung und warfen der Regierung Betrugsabsichten vor. ...

 

Rafael Correa will Auslandsschulden nicht zahlen 24. November 2008
Rafael Correa

Ecuador hat rund ein Drittel seiner bestehenden Auslandsschulden für illegal erklärt, nachdem eine von der Regierung eingesetzte Untersuchungskommission insbesondere eine Reihe von 2012, 2015 und 2030 auslaufenden staatlichen Schuldverschreibungen kritisiert hatte. Wie Präsident Rafael Correa ankündigte, will seine Regierung nicht nur die Schuldigen für die "Ausplünderung" Ecuadors suchen und bestrafen, sondern auch versuchen, die "nicht legitimierte, korrupte und illegale" Auslandsschuld nicht zu begleichen. ...

 

Bruch mit der Ordnung 22.11.2008
Real existierender Kapitalismus – der fünfjährige Mackenson Duclair hungert in
Port-au-Prince (19.11.2008)

Alternativen zum Kapitalismus: Kommunisten aus aller Welt beraten in São Paulo über engere internationale Zusammenarbeit

Von André Scheer

 

Tod aus Kolumbien 22.11.2008
Paramilitärische Einheiten der Autodefensas Unidas de Colombia in Otu/Kolumbien, 12.12.2005)

Paramilitarismus in Venezuela. Teil 1: Strategien der Contras und ihre Anschläge

Von Dario Azzellini

 

Hu Jintao bei Fidel Castro 19 November 2008
Fidel Castro und Hu Jintao

... Fidel Castro habe ein halbes Jahrhundert die Kubaner  »in ihrem furchtlosen Kampf um den Schutz ihrer nationalen Souveränität und das Bleiben auf dem Pfad des Sozialismus« geführt, betonte Hu. Dadurch habe sich Castro den Respekt von Völkern in naller Welt verdient, auch den des chinesischen Volkes. »Deine Gedanken und deine Erfahrung werden das kubanische Volk führen, um den Weg des sozialistischen Aufbaus fortzusetzen«, zeigte sich Hu überzeugt. China werde Kubas gerechten Kampf stets unterstützen. ...

 

China signs trade deals with Cuba 19 November 2008 (BBC News)
Fidel Castro with Hu Jintao

China's President Hu Jintao has signed a series of trade and investment accords with Communist ally Cuba during a landmark visit to the island.

 

Gipfel von Washington: »Den Wolf bitten, Rotkäppchen nicht zu fressen« 18. November 2008

Der frühere kubanische Präsident Fidel Castro hat in seiner jüngsten »Reflexion« eine verheerende Bilanz des G20-Gipfeltreffens in Washington gezogen. ...

 

An Hour with Bolivian President Evo Morales: "Neoliberalism Is No Solution for Humankind" November 18, 2008

Bolivian President Evo Morales joins us in the firehouse studio to discuss the election of Barack Obama, US-Bolivian relations, the global economic crisis and more. Morales is visiting the United States at a time when relations between the two countries are deteriorating. Last month, the Bush administration suspended long-term trade benefits with Bolivia over its alleged failure to cooperate in the “war on drugs.” Meanwhile, Morales has given the Drug Enforcement Administration three months to leave Bolivia. He accused DEA agents of violating Bolivian sovereignty and encouraging the drug trade.

 

 

 

Punktsieg für Sandinisten 12.11.2008
Anhänger der Sandinisten feiern in Managua ihren Wahlsieg

Nicaragua: Die Partei des Präsidenten Ortega hat die Kommunlwahlen gewonnen

Von André Scheer

 

Correa will Währungsfonds abschaffen 01.11.2008

Ecuadors Präsident fordert bei iberoamerikanischem Gipfel einen radikalen Neuanfang

Von Martin Ling

Abschaffung oder Reformierung? Diese Frage stellt sich die Linke weltweit in Bezug auf die Bretton-Woods-Institutionen Internationaler Währungsfonds und Weltbank schon lange und diese Frage dominiert den iberoamerikanischen Gipfel in El Salvador.

 

Ecuador wählt Kapital ab 30.09.2008
Freude über das Ende des Neoliberalismus: Ecuadors Präsident Correa am Sonntag  Foto: AP

Von Harald Neuber

Vor Zehntausenden Anhängern hat Ecuadors Präsident Rafael Correa am Sonntag abend die Annahme der neuen linksgerichteten Verfassung gefeiert. Das Plebiszit für die 444 Artikel des neuen Grundgesetzes sei ein »überwältigender Triumph für das ecuadorianische Volk«, rief der 45jähige Staatschef seinen Anhängern in der Hafenstadt Guayaquil zu. Vor allem aber bedeute das Ergebnis für Ecuador »das Ende dieser unheilvollen neoliberalen Zeit«. ...

 

Geopolitik mit Milliardendeals 27. September 2008
Gute Stimmung: Chávez trifft Medwedew am Freitag in Orenburg im Süden Rußlands  Foto: AP

Venezuelas Präsident Chávez baut Zusammenarbeit mit Rußland aus

Von Harald Neuber

Lateinamerika entwickelt sich »zu einem wichtigen Faktor in der neu entstehenden multipolaren Weltordnung«. Das erklärte der amtierende russische Ministerpräsident Wladimir Putin nach einem Arbeitstreffen mit dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez am Donnerstag abend in seinem Amtssitz Nowo-Ogarjowo außerhalb Moskaus. Chávez war zu Beginn seines zweitägigen Besuches zunächst mit Putin und am Freitag mit Präsident Dmitri Medwedew zusammengekommen. ...

 

Klartext in New York 25. September 2008
Fernando Lugo, José Ramón Machado Ventura, Manuel Zelaya

Mit dem neuen Präsidenten von Paraguay, Fernando Lugo, dem kubanischen Vizepräsidenten José Ramón Machado Ventura sowie dem honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya haben nach Boliviens Staatschef Evo Morales weitere führende Repräsentanten Lateinamerikas die UNO-Vollversammlung für scharfe Angriffe auf die USA und den Kapitalismus genutzt. Im Mittelpunkt ihrer Reden standen auch die Folgen der US-Finanzkrise für die Menschen in Mittel- und Südamerika.

 

Evo Morales vor der UNO: Die Völker rebellieren gegen den Kapitalismus 24. September 2008
Evo Morales vor der UNO

 

Präsident der UNO-Vollversammlung kritisiert USA 17. September 2008
Miguel de Escoto Brockman

Bereits an seinem ersten Amtstag hat der neue Vorsitzende der UN-Vollversammlung, der frühere nicaraguanische Außenminister Miguel de Escoto Brockman, die US-Administration scharf kritisiert. Obwohl er die USA weder in seiner Eröffnungsrede noch in der anschließenden Pressekonferenz namentlich nannte und sich auf die Formulierung "eines der ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates" beschränkte, war die Stoßrichtung seiner Kritik klar. ...

 

Das Volk und die Regierungen stehen auf der Seite der Demokratie 16. September 2008

Zehntausende von Menschen haben in La Paz ihre Unterstützung für die sozialistische Regierung Boliviens unter dem Präsidenten Evo Morales demonstriert.

Nur mit Straßensperren konnte die Polizein verhindern, dass die Demonstrationszüge zur US-Botschaft gelangten. Die Demonstranten verbrannten Puppen, die den Präfekten von Pando, Leopoldo Fernández, symbolisierten, und riefen Parolen gegen den von Präsident Morales ausgewiesenen US-Botschafter Philip Goldberg. Der Gewerkschaftsführer Edgar Patana aus El Alton kündigte an, die Demonstrationen und andere Aktionen würden solange fortgesetzt, bis die Verantwortlichen für die Gewalt im Land zur Rechenschaft gezogen seien.

Auch in Berlin fand am Montag vor der US-Botschaft eine Kundgebung gegen den drohenden Putsch in Bolivien statt, zu der u.a. das „Aktionsbündnis für Venezuela“ aufgerufen hatte. Die Demonstranten hatten angekündigt, die Nacht über bis Dienstag mit einer Mahnwache auf dem Pariser Platz auszuharren. ...

Mitten in der Nacht vor der US-Botschaft in Berlin, BRD Pariser Platz 2 (Nacht Bilder von Alant Jost).


Solidarität mit Bolivien
(Hier infos aus Indymedia http://de.indymedia.org/2008/09/227046.shtml)

Heinz Eckel 15.09.2008
 
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Kundgebung vor der Botschaft der USA in Berlin
 

Zu einer Solidaritätskundgebung gegen die bereits verübten Massaker und Sabotageakte sowie einen drohenden Putsch in Bolivien kamen heute Nachmittag mehrere Dutzend Menschen vor der US-Botschaft am Brandenburger Tor zusammen. RednerInnen aus Deutschland und Lateinamerika informierten über die aktuelle Lage in Bolivien und ihre Hintergründe. Eine Rednerin teilte mit, dass auch gegen die gewählte Regierung von Hugo Chavez erneut konkrete Putsch- und Mordpläne seitens der USA bestanden haben. Dies war auch ein weiterer Grund für die Entlassung des US-amerikanischen Botschafters in Venezuela. Der aus Bolivien ausgewiesene US-Botschafter Philip Goldberg war nach Informationen eines weiteren Redners in der Vergangenheit immer wieder mit Vertretern der reaktionären Opposition in Bolivien zusammen aufgetreten und hatte sie mit Geld und Beratern unterstützt. Die Übergriffe selbst wurden dann durch einen der Führer dieser Opposition, den Unternehmer Branco Marinkovic, angezettelt, und zwar unmittelbar nach dessen Rückkehr aus den USA.

Die USA wurden aufgefordert, jegliche weitere Einmischung in den von ihnen akut bedrohten Ländern Bolivien und Venezuela sowie in Kuba zu unterlassen.

Eine Rednerin aus Lateinamerika berichtete, dass auch deutsche NGOs in die Massaker verwickelt waren; in deren Wagen befanden sich Bewaffnete, die in die Menge schossen. Sie forderte dazu auf, herauszufinden, welche NGOs an diesen Verbrechen beteiligt waren.

Ein Redner aus den USA machte darauf aufmerksam, dass die Bush-Regierung nur ca. ein Drittel der US-amerikanischen Bevölkerung vertritt. An Stelle von Verhandlungen sprach er sich für die Mobilisierung der betroffenen sozialen Gruppen in Bolivien aus.

Die Demonstration am Brandenburger Tor soll vorerst bis Dienstag früh weitergeführt werden. Spätestens am kommenden Montag soll sie dann wiederaufgenommen werden, falls sich die Lage in Bolivien bis dahin nicht deutlich beruhigt hat.
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Kriegszustand in Pando 14. September 2008
Massaker an Bauern

Bolivianische Armee besetzt Provinzhauptstadt

In der vergangenen Nacht (Ortszeit) hat die Armee Boliviens die Hauptstadt des Departamentos Pando, Cobija, besetzt. Die Regierungstruppen stießen dabei offenbar nur auf schwachen Widerstand bewaffneter Gruppen, die den oppositionellen Präfekten der Region, Leopoldo Fernández, unterstützen. Am Vortag hatte die Regierung seine Verhaftung angekündigt.

Fernández wird für ein Massaker verantwortlich gemacht, bei dem am Donnerstag nahe der Ortschaft Porvenir jüngsten Angaben zufolge bis zu 30 Bauern ermordet worden waren. ...

 

"Fahrt zur Hölle, ihr dreckigen Yankees. Wir sind ein Volk mit Würde!" 12.09.2008 [mit Video]
Hugo Chávez weist Yankee Botschafter aus

Nach Bolivien hat aus Solidarität auch Venezuela die Ausweisung des US-Botschafters angeordnet. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez spricht von einem amerikanischen Komplott.

Hier ein BBC Video dazu: Chavez expels US ambassador

 

Bolivia to expel US ambassador September 10, 2008  

The US ambassador to Bolivia has been ordered to leave the country by President Evo Morales.

Mr Morales accused Philip Goldberg of "conspiring against democracy" and encouraging the country's break up. ...

 

Kommunistische Partei Boliviens: Stoppt den zivilen Staatsstreich! La Paz, 07. September 2008

Tribuna Popular TP.- Das Politbüro der Kommunistischen Partei Boliviens (PCB) hat eine Pressemitteilung über die Anklage eines "zivilen Staatsstreiches" der Oligarchie und des Imperialismus durch den Präsidenten Evo Morales herausgegeben. Die PCB sieht eine "Verschwörung im Gange, die nicht nur die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Destabilisierung des Landes fortsetzt, sondern die Errichtung einer faschistischen Diktatur und die Spaltung des Landes betreibt."

 

Zu Besuch im Karl-Marx-Krankenhaus 06.09.2008
Der nicaraguanische Arzt Duclas López (l.) bei der Sprechstunde im Karl-Marx-Krankenhaus am 3. November 1988
Foto: jW-Archiv

Notizen von der Reise Margot Honeckers im Juli nach Nicaragua

Von Klaus Huhn

 

In Piauí droht Kahlschlag 01.09.2008
Hunderte Holzkohlemeiler fressen sich tagtäglich in den artenreichen Cerrado-Wald von Nordostbrasilien, Piauí

Brasilien: Run auf Wasserkraft, Soja und »grüne Energien« gefährden Existenz der letzten Tropenwäldern im Nordosten des Landes

Von Norbert Suchanek, Rio de Janeiro

 

Zementkrieg beigelegt 30.08.2008

Keine Enteignung: Venezuela übernimmt vier Werke des mexikanischen Cemex-Konzerns. »Angemessener Preis« soll bis Ende September ausgehandelt werden

Von Andreas Knobloch

 

Honduras ist ALBA-Mitglied 26.08.2008

Chávez, Ortega und Morales zur Beitrittszeremonie in Tegucigalpa. Mehrheit der Bewohner lebt in Armut

... Unternehmerverbände und rechte politische Kreise in Honduras haben den ALBA-Beitritt heftig kritisiert. Sie befürchten eine Verschlechterung der Beziehungen zu den USA. Dies könne zu Wirtschaftssanktionen und zu einer Verhärtung der Einwanderungspolitik gegenüber Honduras führen, warnte Benjamin Bográn vom Verband der honduranischen Privatwirtschaft. Demgenüber erklärte Hugo Chávez am Sonntag, die Mitgliedschaft Tegucigalpas sei ein weiterer Schritt zur Integration der Völker.

 

Terror gegen Diplomatie 21.08.2008
Im Januar 2002 traf UN-Vertreter James LeMoyne den inzwischen
ermordeten Raúl Reyes

Kolumbianische und italienische Medien bezichtigen zwei Politiker der Rifondazione Comunista, Agenten der FARC-Guerilla zu sein. Eine Replik

Von Marco Consolo, Rom

 

"The Bishop of the Poor": Paraguay's New President Fernando Lugo Ends 62 Years of Conservative Rule August 19, 2008

A former priest known as the “Bishop of the Poor,” Fernando Lugo is the first Paraguayan president since 1946 not to be from the conservative Colorado Party. He has pledged to give land to the landless and fight corruption. We speak to Greg Grandin, professor of Latin American History at NYU.
 

Wikipedia: Fernando Lugo

 

In alter Freundschaft 16.08.2008
Keine Unbekannte in China – die kubanische Flagge wird ins Pekinger Olympiastadion getragen

Solidarität und Kommerz: Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und Kuba seit Jahrzehnten ­stabil. Neue Projekte konzentrieren sich auf Erdölbranche und Biotechnologie

Von Michael R. Krätke

Es ist eine längere Geschichte. Vor 47 Jahren war Kuba das erste Land in Lateinamerika, das offizielle Beziehungen zur Volksrepublik China aufnahm. Die Revolutionsregierung in Havanna brach damals die Beziehungen zu Taiwan ab und wandte sich der Volksrepublik zu. (...)

Als die Sowjetunion unterging, sprang die Volksrepublik ein. Ein wachsender Teil der chinesischen Finanzhilfen an Kuba sind de facto Geldgeschenke, wie man sie auch unter Brüdern nicht alle Tage macht. (...)

Kuba ist heute für China ein wichtiger Handelspartner in Lateinamerika, und China der zweitwichtigste Partner der Kubaner. An erster Stelle steht da immer noch Venezuela, das Kuba täglich 90000 Barrel (ein Barrel hat 159 Liter) Öl zu Vorzugsbedingungen liefert. (...)

Kuba ist ein potentiell reiches Land, reich an natürlichen Ressourcen aller Art, keineswegs auf die Rolle des Rohzuckerexporteurs festgelegt. Im Osten der Insel liegen einige der wichtigsten Nickelvorkommen der Welt. Die Volksrepublik braucht wachsende Mengen Nickel als Legierungsmetall für ihre florierende Stahlindustrie. (...)

Bemerkenswert sind die Versuche in jüngster Zeit, die Kooperation im Dreieck, d.h. mit Beteiligung Venezuelas, auszubauen (z.B. beim Bau eines Kraftwerks und eines neuen Stahlwerks in Kuba).

Die Glanzstücke der Zusammenarbeit finden sich in einer Zukunftsindustrie: der Biotechnologie. Hier gehört Kuba zu den in der Forschung weltweit führenden Nationen. ...

 

Bolivien stärkt Morales 12.08.2008
Im Amt bestätigt: Boliviens Präsident Evo Morales in der Nacht zum Montag in La Paz
Foto: AP

Von Benjamin Beutler

Die von Boliviens Regierung propagierte »demokratisch-kulturelle Revolution« wird fortgeführt. Nachwahlbefragungen zufolge antworteten über 60 Prozent der landesweit vier Millionen Wähler bei einem Referendum am Sonntag auf die entscheidende Frage mit Ja: »Sind Sie einverstanden mit der Fortsetzung der Politik des Wandels, angeführt von Präsident Evo Morales Ayma und Vizepräsident Álvaro García Linera?« ...

 

Urnen für die Opposition 09.08.2008
Präsident Morales (li.) und sein Vize Garcia Linera  Foto: AP

Am Sonntag entscheidet ein Referendum über das Schicksal von Boliviens Regierung und ihrer Gegner. Es ist auch eine Abstimmung über die »demokratisch-kulturelle Revolution«

Von Benjamin Beutler

 

Antifaschistische Solidarität mit Bolivien in Berlin 07.08.2008
         Nazis in Santa Cruz

Mehr als 100 Menschen beteiligten sich gestern im Berliner "Kato" an einer Diskussions- und Solidaritätsveranstaltung über Bolivien, an der sich am Nationalfeiertag des Andenstaates der bolivianische Botschafter Walter Prudencio Magne Veliz, der frühere DDR-Ministerpräsident Hans Modrow, VVN-Bundessprecher Gerhard Fischer und der Journalist André Scheer beteiligten.

Angesichts der zugespitzten Situation fragte Maren Cronsnest, die für das Aktionsbündnis für Venezuela und die Chile-Freundschaftsgesellschaft Salvador Allende e.V. die Diskussion leitete, vor allem nach der deutschen Einmischung in Bolivien, sei es in der Vergangenheit durch Altnazis wie Klaus Barbie oder heute durch die Stiftungen der deutschen Bundestagsparteien.

Während Fischer schilderte, wie 1945 Nazis nach Südamerika geschleust worden waren, schilderte Botschafter Magne Veliz, wie der "Schlächter von Lyon", Klaus Barbie - der erst 1983 von Bolivien an Frankreich ausgeliefert wurde - den Diktatoren Hugo Banzer und Luis García Meza als Berater für die Unterdrückung der demokratischen Opposition diente. Scheer wies auf die Kontinuität faschistischer Aktivitäten in Bolivien bis heute hin. So zeigen Mitglieder der rechtsextremen "Cruceñistischen Jugendunion", der Stoßtrupp der reaktionären Kräfte in Santa Cruz, bei ihren Aktionen offen Hakenkreuze und den Hitlergruß.

Hans Modrow erläuterte am Beispiel Chiles, wie die deutschen Parteistiftungen in Lateinamerika die ihnen gesetzlich eingeräumten Freiräume ausnutzen, um ihnen nahestehende Kräfte in den jeweiligen Ländern zu unterstützen. Verschleiert werden diese Aktivitäten dann als Bildungsarbeit. In diesem Zusammenhang äußerte er auch den Wunsch, dass die der Partei "Die Linke" nahestehende Rosa-Luxemburg-Stiftung bei ihren Aktivitäten in Lateinamerika ihrer Namensgeberin gerechter werden möge. ...

 

Evo am Nationalfeiertag: "Niemand wird die Neugründung Boliviens aufhalten" 07.08.2008
Präsident Evo Morales

 

Chávez Signs 26 Law-Decrees on Final Day of Enabling Law Power August 5, 2008

 

Geier über Amazonien 02.08.2008
Ölpalmplantage in Brasilien – aus Profitgründen drohen Monokulturen im Regenwaldgebiet
Foto: Greenpeace

Ölpalmplantagen und neues Waldgesetz: Brasiliens Regierung will weltgrößtes Regenwaldgebiet noch stärker wirtschaftlich ausbeuten lassen

Von Norbert Suchanek, Rio de Janeiro

Es ist bekannt, daß der Anbau afrikanischer Ölpalmen eine der Hauptursachen für Regenwaldabholzung und Umweltverschmutzung in Südostasien ist. Einwohner und Umweltschutzorganisationen kämpfen seit Jahren in Malaysia und Indonesien gegen die Ausweitung der Plantagen, deren Pflanzen zur Herstellung von Palmöl bzw. Agrodiesel genutzt werden. Jetzt schickt sich Brasilien an, sein Amazonasgebiet mit Hilfe von internationalen Investoren zum weltweit größten Palmölproduzenten zu entwickeln. ...

 

Plan Mexico and the U.S.-Funded Militarization of Mexico July 31, 2008

We broadcast a report from Mexico produced by “Inside USA” (Al Jazeera English) on the U.S. role in Mexico’s growing drug war. And we speak about the Plan Mexico initiative with Avi Lewis, Laura Carlsen and John Gibler.
 

 

Schlacht um die Märkte 24.07.2008
Boliviens Präsident Morales auf einer Pressekonferenz Ende Oktober 2006  Foto: AP

Die laufenden WTO-Verhandlungen in Genf dienen der Festigung ungleicher Voraussetzungen im Welthandel. Von Versprechen des Nordens ist wenig geblieben. Offener Brief

Von Evo Morales Ayma

Der internationale Handel kann eine bedeutende Rolle bei der Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung und der Linderung der Armut spielen. Wir erkennen die Notwendigkeit an, daß allen unseren Völkern eine Vergrößerung der Chancen und Wohlstandsfortschritte zuteil werden muß, die das multilaterale Handelssystem hervorbringt. Die Mehrheit der Mitglieder der WTO sind Entwicklungsländer. Wir streben an, ihre Bedürfnisse und Interessen in das Zentrum des Arbeitsprogramms zu rücken, das in der vorliegenden Erklärung angenommen wird. ...

 

22.07.2008 Dieser Artikel ist nur für Online-Abonnenten verfügbar (Leider nur mit online Abo zugänglich)

Kuba Sozialismus im Wandel

 

Rückkehr der 4. Flotte 17.07.2008
Flugzeugträger »USS George Washington« ist auf Fahrt nach Südamerika – hauptsächlich soll das künftige
Einsatzgebiet ausgekundschaftet werden (1997 im Persischen Golf) Foto: AP

Im Rahmen einer neuen aggressiven US-Seestrategie wird nach 60 Jahren die schwimmende Invasionsbasis der Navy reaktiviert. Mit Flugzeugträgern, amphibischen Angriffsschiffen und Hubschrauberstaffeln bedroht sie das linke Südamerika

Von Horst Schäfer

Horst Schäfer ist Autor des Buches »Im Fadenkreuz: Kuba« über die jahrzehntelange Terror- und Aggressionspolitik der USA gegen die sozialistische Inselrepublik

 

Uribe ist so frei 04.07.2008

Bewaffneter Konflikt in Kolumbien

Von Harald Neuber

... Die geheimdienstliche und militärische Offensive kam zu einem Zeitpunkt, zu dem Uribe sich politisch in der Defensive befand: Der Oberste Gerichtshof in Bogotá spricht seiner Regierung die Legitimität ab, weil mindestens ein Fünftel der Abgeordneten des Regierungslagers von paramilitärischen Todesschwadronen unterstützt wurde. Die Richter haben sich zudem offen gegen den Versuch Uribes gewandt, 2010 erneut zu kandidieren – was die Verfassung bislang verbietet. ...

Mit der militärischen Befreiungsoperation ist eine friedliche Lösung des Jahrzehnte währenden Konfliktes in Kolumbien in weite Ferne gerückt. Allein Betancourt und drei am Mittwoch ebenfalls befreite US-Söldner hatten politischen Wert für Washington und Bogotá. Uribe hat in den vergangenen Jahren mehrfach deutlich gemacht, daß ihm die bis zu 700 Kriegsgefangenen der FARC – oft niedere Militärs, die im Rahmen von Kampfhandlungen in die Hand der Rebellen fielen – gleich sind. Ihr Schicksal wird die Regierung nicht zu Verhandlungen bewegen. Auch die sozialen Gründe hinter dem Konflikt sind von Uribe nie ernsthaft angegangen worden. Die ungleiche Landverteilung, die Gewalt der Großgrundbesitzer, der mangelnde Zugriff auf Ressourcen. Ganz im Gegenteil: Die neoliberale Politik der Uribe-Führung hat all diese Mißstände noch weiter verschärft.

Für die FARC ist die Befreiung ein schwerer Schlag, weil für sie nun ein Ausweg aus dem Konflikt versperrt ist. Die Freilassung Betancourts hätte ihre politische Stellung derart verbessern können, daß sie – in einem von den Anrainerstaaten unterstützten Friedensprozeß – den Schritt auf die politische Ebene hätte wagen können. Diese Chance ist nun vertan. Ingrid Betancourt ist frei, der Krieg geht weiter.

 

Zugriff im Dschungel 04.07.2008
Erleichtert – und eine neue Verbündete von Präsident Uribe? Exgefangene der FARC Ingrid Betancourt
Foto: AP

Kolumbiens Militär hat mit US-Hilfe die Franco-Kolumbianerin Ingrid Betancourt, drei US-Söldner und elf Soldaten aus den Händen der FARC-Guerilla befreit

Von Ingo Niebel

 

Nachhaltige Zerstörung 14.06.2008
Seltener Fang: Illegal im Amazonasregenwald geschlagenes Holz wird von einem Soldaten bewacht

Brasiliens Regierung plant die »Rettung« Amazoniens – für die Wirtschaft. Ein gewandelter Grüner und ein Harvard-Rechtsanwalt sorgen dafür, daß es klappt

Von Norbert Suchanek, Rio de Janeiro

Siehe auch: Rücksichtslose Profitjagd Brasilien auf dem Weg zur Weltwirtschaftsmacht

 

Negation der Freiheit 12.06.2008
»Rassistische Haft« – Protest vor Abschiebeknast Mitte April in Madrid

Die Abschieberichtlinie der Europäischen Union bedroht die Menschenrechte und die internationale Zusammenarbeit. Ein Appell des bolivianischen Präsidenten Evo Morales Ayma

Von Evo Morales Ayma

Mit nachfolgendem Brief wandte sich Evo Morales am Dienstag gegen die geplante Abschieberichtlinie der EU. Das Dokument wurde in Bolivien im Internet veröffentlicht und von den Botschaften verbreitet.

Evo Morales Ayma amtiert seit Januar 2006 und ist der erste indigene Präsident der Republik Bolivien

Siehe auch: Hintergrund Dieser Artikel ist nur für Online-Abonnenten verfügbar EU-Richtlinie für Abschiebungen (leider nur mit online Abo)

 

So und nicht anders Dieser Artikel ist nur für Online-Abonnenten verfügbar 11.06.2008 (leider nur mit online Abo)

El proceso de la Revolución: Bilder vom Umsturz in Kuba

Alexander Reich

 

Appell an die Guerilla 10.06.2008

Spektakuläre Auftritte von Chávez und Correa: Die Präsidenten von Venezuela und Ecuador fordern die FARC zur Freilassung ihrer Gefangenen auf

Von Ingo Niebel

 

Evo Morales warnt vor Freihandel mit EU 8. Juni 2008
Evo Morales

Boliviens Präsident Evo Morales hat am Samstag seine Ablehnung eines Freihandelsvertrages zwischen der Andengemeinschaft (CAN) und der Europäischen Union (EU) bekräftigt und davor gewarnt, das Ziel solcher Abkommen sei es, die Völker zu spalten. Nur wenige Familien, vor allem aus der Oligarchie der Region, könnten sich von einem solchen Abkommen Vorteile versprechen, so Morales: "Es darf nicht sein, dass der Freihandelsvertrag die Andenregion spaltet, dass er uns spaltet, dass er Präsidenten, Regionen, Völker spaltet". ...

 

Skandalurteil: Gericht in Atlanta bestätigt Strafen für fünf Kubaner 5. Juni 2008

Das Appelationsgericht von Atlanta, Georgia, hat am Mittwoch die Urteile gegen die fünf kubanischen Aufklärer im Wesentlichen bestätigt, die seit 10 Jahren in US-Gefängnissen inhaftiert sind, weil sie antikubanische Terrororganisationen in Miami ausgekundschaftet hatten, um Anschläge in Cuba zu verhindern. ...

Siehe dazu: http://www.freethefive.org

 

Klassenkampf mit Hühnerbeinen 01.06.2008 (SPIEGEL ONLINE)

Aus Cochabamba berichtet Knut Henkel

Schmutziges Spiel mit dem Hunger: Boliviens mächtige Agrarbarone haben die Lebensmittelpreise künstlich aufgebläht, um die ungeliebte Regierung von Präsident Morales aus dem Amt zu zwingen. Im Hintergrund tobt ein brutaler Machtkampf um den Zugang zu Ackerland.

 

Falsche Grundwerte 31.05.2008

Auftritt eines Vertreters der extremen Rechten aus Bolivien sorgt in Berlin für Proteste. Eingeladen hatte ihn die Stiftung eines CDU-Politikers

Von Harald Neuber

... Für das Berliner Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) ist dessen Einladung eine Skandal. Ortíz Antelo habe sich in den vergangenen Wochen und Monaten als »ultrarechter Anführer der Separationsbewegung in Santa Cruz im Osten Boliviens« einen Namen gemacht, ...

... Zudem akzeptiere Podemos politische Gewalt. »Was gedenkt ein dem Rechtsstaat verpflichteter Abgeordneter zu tun, angesichts gewalttätiger Jugendbanden, die Fahnen mit Hakenkreuzen schwingen und unschuldige Bürger mißhandeln?« heißt es in dem Schreiben. Die Linkspartei im Bundestag hatte die Einladung zur »Internationalen Berliner Bewegung« auch deswegen abgelehnt. »Ich finde es schlichtweg nicht richtig, daß ein solcher Politiker ein Forum geboten bekommt«, sagte die Abgeordnete Monika Knoche gegenüber jW.

 

Von Reichen für Reiche 29.05.2008

Opposition Boliviens organisiert weitere illegale Autonomie-Referenden. Außenminister klagt vor UNO rassistische Exzesse von Regierungsgegnern in Sucre an

Von Benjamin Beutler

... Wenige Tage vor den illegalen Abstimmungen heizt sich die Spannung in Beni und Pando unaufhaltsam an. Befürworter der Referenden sammeln Geld für die rechtsradikale »Jugendunion Santa Cruz« (UJC), die schon am 4. Mai Anhänger der Regierung bedroht hat. UJC-Chef David Sejas sagte dem TV-Sender ATB: »Einzelne Personen, Geschäftsmänner und Angestellte bezahlen uns die Anreise und Unterkunft. Wir rechnen mit der Anwesenheit von tausend Mitgliedern«.

Daß den rechten Oppositionsparteien in Bolivien jedes Mittel recht ist, um den »Indio« Morales aus dem Amt zu vertreiben, zeigten die beschämenden Ereignisse am vergangenen Samstag in Sucre. Regierungsgegner hatten indigene MAS-Anhänger in den Straßen der Hauptstadt öffentlich gedemütigt. Unter Androhung von Gewalt wurden die Nachkommen der Ureinwohner gezwungen, sich zu entblößen und auf Knien über den zentralen Platz der Stadt zu kriechen. ...

 

Raúl Castro kündigt nächsten Parteitag der kubanischen KP an 29.05.2008

 

Daniel Ortega ehrt Marulanda als "großen Kämpfer" 26.05.2008
Daniel Ortega

Nicaraguas Präsident Daniel Ortega hat am Sonntag in Montevideo, Uruguay, den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) sein Beileid zum Tod des obersten Comandante der Guerrillaorganisation ausgesprochen und Manuel Marulanda als "außergewöhnlichen Kämpfer" gewürdigt. Während der Abschlußveranstaltung des XIV. Forums von Sao Paulo, einem Bündnis der lateinamerikanischen Linken, sagte Ortega: "Ich möchte den FARC und der Familie des Comandante Manuel Marulanda Vélez mein Beileid und meine Solidarität aussprechen". ...

 

Späte Anklagen in Chile 28.05.2008
»Wo sind sie geblieben?« – Angehörigen der Diktaturopfer fordern Aufklärung
und Gerechtigkeit (Santiago, 9.9.2007)  Foto: AP

Von Timo Berger

Die chilenischen Behörden haben Haftbefehle gegen fast 100 ehemalige Militärangehörige und Geheimdienstagenten erlassen. Ihnen wird vorgeworfen, Mitte der 70er Jahre an der Verschleppung und Ermordung von 119 linken Oppositionspolitikern im Rahmen der »Operation Colombo« bzw. an der Vertuschung dieser Verbrechen beteiligt gewesen zu sein. Unter den 98 Angeklagten befindet sich der ehemalige Chef des Geheimdienstes DINA, Exgeneral, Manuel Contreras, der bereits wegen anderer Verbrechen eine Haftstrafe verbüßt. Das Verfahren sei das Ergebnis von »33 Jahren Ermittlungen«, erklärte der zuständige Richter Víctor Montiglio nach der Verkündung der Haftbefehle am Montag (Ortszeit) in Santiago de Chile. ...

 

FARC bestätigen Tod von Manuel Marulanda 25.05.2008
Manuel Marulanda

In einer dem lateinamerikanischen Fernsehsender TeleSur zugespielten Video hat das Sekretariat der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC-EP) heute den Tod des obersten Comandante der ältesten und größten Guerrilla Lateinamerikas, Manuel Marulanda, bestätigt. ...

 

Süden schließt die Reihen 23.05.2008
Chávez, Morales, Correa – Kolumbiens Präsident Uribe (re.) bleibt lieber
alleine (Foto vom Januar 2007)  Foto: AFP

Union Südamerikanischer Nationen entsteht in Brasilia. Gemeinsamer Verteidigungsrat geplant. USA und Kolumbien gegen regionale Einheit.

Von Harald Neuber

Zwölf Regierungen Südamerikas werden heute in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia die Gründungsurkunde einer neuen Staatengemeinschaft unterzeichnen. Die Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) soll nach der Europäischen Union und der Nord­amerikanischen Freihandelszone das drittgrößte politisch und wirtschaftlich relevante Regionalbündnis der Welt werden. Zugleich orientiert die Mehrheit der Mitgliedsstaaten auf eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik. ...

 

FARC-Überläuferin: Guerrilla ist nicht terroristisch 21. Mai 2008

Die auf die Regierungsseite übergelaufene langjährige FARC-Guerrillera "Comandante Karina" hat am Dienstag in Bogotá erklärt, dass es keinerlei Verbindung oder Beziehungen zwischen den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens und den Regierungen von Venezuela oder Ecuador gäbe. "Wir bewundern den Präsidenten Chávez, aber ich habe nie etwas von Abkommen, Verhandlungen oder sonst irgendwas mit ihm erfahren, auch nicht mit dem Präsidenten Correa", erklärte "Karina", die eigentlich Nelly Avila heißt, vor der kolumbianischen Presse. ...

 

Diplomatischer Terror 21.05.2008
Kubanische Regierungsgegner lauschen dem US-Vertreter Michael Parmly in Havanna (2005)

Von Timo Berger

Am heutigen Mittwoch will der scheidende US-Präsident George W. Bush seine Solidarität mit Kuba erklären. Der Beistand wird aber nicht der Regierung in Havanna gelten, sondern selbsternannten Menschenrechtsgruppen auf der Insel. Bereits am Montag enthüllte die kubanische Staatsführung, wer sich nach Bushs Auffassung für »Menschenrechte« in dem Karibikstaat einsetzt. Benannt wurden mehrere US-finanzierte Organisationen, die von Kuba für Sabotageakte und Umsturzversuche auf der Insel verantwortlich gemacht werden. ...

 

Was hat Hugo Chávez wirklich gesagt? 14. Mai 2008

Nachstehend einen 15-minütigen Videoauszug sowie die deutsche Übersetzung aus der siebenstündigen Sendung Aló Presidente Nr. 311 vom vergangenen Sonntag, 11. Mai. Der Zeitpunkt der Aufnahme ist 5 Stunden und 40 Minuten nach Beginn der Sendung. Etwa eine Minute lang erwähnt Chávez darin die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel - und dafür all die Aufregung?

 

Fidel Castro: USA und EU streiten wie zwei Wölfe um Lateinamerika 20.05.2008
Fidel Castro

Der frühere kubanische Präsident Fidel Castro hat sich in der neuesten Ausgabe seiner "Reflexionen", die gestern von der kubanischen Presse veröffentlicht wurde, kritisch mit den Ergebnissen des EU-Lateinamerika-Gipfels auseinandergesetzt. Bereits bei der Fernsehübertragung von dem Gipfeltreffen in Lima sei vielfach darauf verzichtet worden, die teils in deutscher oder englischer Sprache gehaltenen Reden ins Spanische und Portugiesische zu übersetzen, "als ob in Mexiko, Brasilien, Peru, Ecuador und anderen Ländern die Indios, Schwarzen, Mestizen und Weißen – über 550 Millionen Menschen, davon der größte Teil arm – Englisch, Deutsch oder eine andere ausländische Sprache sprechen würden". Die Vertreter der EU seien allesamt Vertreter der "bürgerlichen kapitalistischen und nur auf den Konsum ausgerichteten Denkweise" gewesen: "Jenes Europa, welches bei dieser Zusammenkunft den Ton angab, ist das selbe, das den Krieg gegen Serbien befürwortet hat, die Eroberung des Erdöls des Irak durch die Vereinigten Staaten, die religiösen Konflikte im Nahen und Mittleren Osten, die geheimen Gefängnisse und Flugzeuglandungen und die Pläne von schrecklichen Folterungen und Ermordungen, die von Bush ausgeheckt wurden."  Fidel Castro wies darauf hin, dass die EU und die USA heute in einem erbitterten Wettbewerb "mit- und gegeneinander" um den Zugriff auf Erdöl, Rohstoffe und Absatzmärkte stehen: "Zwei hungrige Wölfe als gute Großmütter verkleidet und ein Rotkäppchen".

Er erinnert an das erste Gipfeltreffen vor neun Jahren, an dem er selbst als kubanischer Präsident teilgenommen hatte, und weist darauf hin, dass die von ihm bereits damals erhobenen Forderungen bis heute nicht erfüllt worden seien. Dazu gehörten die Erlassung der Auslandsschulden aller Staaten Lateinamerikas und der Karibik, die Umwidmung von 10 Prozent der Militärausgaben der europäischen Länder für Investitionen in der "Dritten Welt", Die Einstellung der enormen Subventionen für die europäische Landwirtschaft, die mit der Landwirtschaftproduktion Lateinamerikas konkurriert und die Zuweisung des Lateinamerika und der Karibik entsprechenden Teils der von den Industrienationen übernommenen Verpflichtung, 0,7% des Bruttoinlandsprodukts als Entwicklungshilfe an die Länder der "Dritten Welt" zu geben.
 
Den vollständigen Text von Fidels Reflexion dokumentieren wir hier.

 

Das Volk, der Feind 14. Mai 2008
Neues Feindbild der EU: Soziale Bewegungen (hier in Mexiko) und
ihre Vertreter in den linken Regierungen Lateinamerikas  Foto: AP

Vor dem EU-Lateinamerika-Gipfel kommen in Lima soziale Organisationen zum Alternativtreffen zusammen. Von der peruanischen Regierung werden sie diffamiert und bedroht

Von Harald Neuber

Siehe auch: Hintergrund Gipfeltreffen von EU und Lateinamerika Von Ingo Niebel

 

Wankender Riese 13.05.2008
Am 9. April protestierten Anhänger des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Manuel Lopez
Obrador in Mexiko City gegen Pläne zur Privatisierung des staatlichen Ölkonzerns Pemex  Foto: AP

Die staatliche mexikanische Ölgesellschaft steckt in der schwersten Krise seit ihrer Gründung. Korruption seit Jahren an der Tagesordnung

Von Diego Cevallos/IPS

 

»Land des Anstands« 07.05.2008

Der designierte Präsident Lugo will das korrupte Paraguay auf einen neuen Weg führen. Mit einer Landreform soll der Hunger bekämpft werden

Von David Vargas, IPS

 

Wahlbetrug und Gewalt 06.05.2008
Jubelfeier der Reaktion: Die Initiatoren des »Referendums« mit ihrem
Führer Branko Marinkovich (Mitte) in Santa Cruz

Von Benjamin Beutler, Santa Cruz de la Sierra

... Wie diese Republik aussehen könnte, zeigten am Sonntag Übergriffe der rechtsradikalen »Jugendunion Santa Cruz« (UJC) im indigenen Armenviertel »Plan 3000«. Als Anwohner auf einen Betrugsversuch aufmerksam machen wollten – versiegelte unbenutzte Wahlurnen enthielten vorab ausgefüllte Stimmzettel – gingen UJC-Trupps zum Angriff über. Sie schlugen auf Abstimmungsgegner mit Baseballschlägern ein und beschimpften diese als »Scheiß Indios«. ...

Siehe auch: »Sie haben einen genau erarbeiteten Plan« Oligarchie der reichen Ostprovinzen Boliviens bereitet die Spaltung der Andenrepublik vor. Ein Gespräch mit Muruchi Poma

 

Machtprobe für Morales 03.05.2008
»Demokratiebewegung« gegen die Demokratie: Kundgebung
bolivianischer ­Separatisten am Mittwoch in Santa Cruz Foto: AP

Boliviens sozialistische Regierung steht unter Druck. Illegales Referendum der Opposition soll ­erdölreiches Departement Santa Cruz »echten Wandel« bringen

Von Ben Beutler, Santa Cruz

Siehe auch: »Referendum ist für Regierung ein Affront«

 

 

Mit offenen Karten - Bolivien - die Ursachen des Gaskrieges (Arte Bericht etwas 2004)

 

»Sieg der FMLN würde die ganze Region verändern 02.05.2008
Sigfrido Reyes Morales ist Abgeordneter der Nationalen Befreiungsfront Farabundo Martí
(FMLN) und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Parlaments

Übernahme der Regierung durch die Linke in El Salvador soll mit allen Mitteln verhindert werden. Ein Gespräch mit Sigrido Reyes Morales

Interview: Harald Neuber

 

Parteiausschlüsse überschatten Wahlkampf 02.05.2008

Venezuela: Abgeordneter Luis Tascón gründet Partei des »Neuen Revolutionären Weges«. Wird Linke geschwächt?

Von Maxim Graubner

 

Bolivien ist nicht Kosovo 25.04.2008

Vor Autonomiereferenden: Internationaler Aufruf warnt vor Spaltung Boliviens. Chávez macht USA für Krise mitverantwortlich

Von Harald Neuber

In einem internationalen Aufruf wenden sich Intellektuelle aus aller Welt gegen eine drohende Spaltung Boliviens durch die rechte Opposition dieses südamerikanischen Landes. ...

 

“Bishop of Poor” Fernando Lugo Wins Paraguayan Election, Ending 61 Years of Conservative Rule April 22, 2008

In Paraguay, a former Catholic priest once known as the Bishop of the Poor has been elected president. Fernando Lugo will be the first Paraguayan president since 1946 not to be from the conservative Colorado Party. Lugo won 41 percent of the vote, beating Blanca Ovelar, who received 31 percent. Lugo has pledged to crack down on corruption and channel Paraguay’s wealth into social programs. We go to Asuncion to speak with journalist Michael Fox. [includes rush transcript]
 

 

Power struggles loom in Paraguay 21 April 2008 BBC

By Robert Plummer

After 61 years of Colorado Party rule, Paraguay is the second-poorest country in South America. What chance is there of a fresh start under the new President-elect, former Roman Catholic bishop Fernando Lugo

Kommentar: Zeitenwechsel

Fernando Lugo siegt in Paraguay

Von Harald Neuber

... Der politische Beistand des Westens für die Eliten Lateinamerikas ist deswegen Ausdruck einer Symbiose der Establishments beiderseits des Atlantik. Deutlich wird das in der neoliberalen Handelspolitik, die nach wie vor gegen die Mehrheit der Menschen in Lateinamerika durchgesetzt wird. Das betrifft nicht nur den Freihandel mit den USA, sondern ebenso die derzeit diskutierten Assoziierungsabkommen mit der EU. ...

 

"Roter Priester" Fernando Lugo gewinnt Präsidentschaftswahl 21.04.2008
Fernando Lugo

Ersten offiziellen Ergebnissen der Präsidentschaftswahl in Paraguay zufolge, die das Oberste Wahlgericht (TSJE) veröffentlichte, hat der Kandidat der Patriotischen Allianz für den Wechsel (APC), Fernando Lugo, das Rennen gewonnen. ...

 

Teures Billigobst 15.04.2008
Hungerlöhne, 12-Stunden-Arbeitstage und permanente Pestizidbelastung prägen den
Alltag der meisten Arbeiter auf Ananas- und Bananenplantagen in Mittelamerika, wie hier in Parrita (Costa Rica)

Plantagenarbeiter in Ecuador und Costa Rica zahlen die Zeche für »preiswerte« Bananen und Ananas in deutschen Supermärkten

Von Rainer Balcerowiak

 

Gefahr für Bolivien 14.04.2008

Rechte bleibt auf Abspaltungskurs. Am 4. Mai Volksbefragung zur Annahme der Autonomiestatuten von vier Regionen. Gewerkschaften rufen zum Widerstand auf

Von Benjamin Beutler

 

»Haben dem Auswärtigen Amt unseren Protest übermittelt« 09.04.2008
Gerardo Peñalver Portal ist außerordentlicher und bevollmächtigter
Botschafter der Republik Kuba in Deutschland

Interview: Harald Neuber

US-Gesandter für den Übergang in Kuba wird in Berlin empfangen. Deutsche Diplomatie bedeutet Rückschlag für Annäherung zwischen EU und Kuba. Ein Gespräch mit Botschafter Gerardo Peñalver Portal

Herr Botschafter, Ende Juni wird der Rat für Allgemeine Angelegenheiten der Europäischen Union über die Sanktionen gegen Kuba beraten. Diese Strafmaßnahmen waren Mitte 2003 auf Drängen des damaligen spanischen Ministerpräsidenten José Maria Aznar verhängt worden. Wie hat sich das Verhältnis zwischen Brüssel und Havanna seither entwickelt? ...

Wer ist McCarry?

McCarry wurde von Regierung unter George W. Bush im Juli 2005 mit dem Ziel ernannt, Druck auf andere Regierungen auszuüben, um die eigene aggressive Linie gegen Kuba international durchzusetzen. Ein Hauptziel Washingtons in der EU ist es derzeit, die Aufhebung der Sanktionen zu verhindern. Dabei ist sein Mandat völkerrechtswidrig, denn seine erklärte Aufgabe ist es, einen Systemwechsel in Kuba zu erreichen. ...

 

Krieg nach innen 07.04.2008
3. April, Militärbasis San José del Guaviare, Südkolumbien: Während offiziell von
einem Gefangenenaustausch die Rede ist, bereiten sich Armeesoldaten auf einen Einsatz vor

Die Gewalt in Kolumbien ist kein neues Phänomen. Sie ist historisch gewachsen, geht von der Oligarchie aus und wird durch die USA befördert

Von Juan Leonel und Luís Pedro Lizcano

Siehe auch:  Zur Person: Jorge Eliécer Gaitán und:

»Das Volk ist der Regierung überlegen« Am 18. Oktober 1946 sprach Gaitán während eines Besuches in Caracas spontan zu den Menschen

 

Ökoparadies ohne Indígenas 04.04.2008
Protest im Regenwald: »Schluß mit Vertreibungen, Umsiedlungen und Massakern!
Schluß mit Enteignungsdekreten!« (Betania, Februar 2008)

Der mexikanische Bundesstaat Chiapas wird nach Regierungsplänen komplett umgebaut: Tourismus, Monokulturen und Städte sollen entstehen. Die betroffene Landbevölkerung wird erst gar nicht gefragt

Von Luz Kerkeling, Chiapas

 

Kuba wird mobil 01.04.2008

Havanna weitet Verkauf von Mobiltelefonen aus und kündigt kompletten Ausbau des Festnetzes an. Vizeminister: Handys auch in Nationalwährung. Weitere Reformen erwartet

Von Harald Neuber

 

Vorstoß für Latino-NATO 29. März 2008

Venezuela und Brasilien wollen südamerikanisches Militärbündnis ins Leben rufen. Zusammenarbeit beider Staaten wird ausgeweitet

Von Maxim Graubner, Caracas

 

ECUADOR: Manta Air Base Tied to Colombian Raid on FARC Camp March 21, 2008

By Kintto Lucas

MANTA, Ecuador, Mar 21 (IPS) - Military and diplomatic sources see a link between the Manta air base, operated by the United States in Ecuadorean territory, and this month’s bombing raid by Colombia on a FARC guerrilla camp in Ecuador.

... The military officer said the bombing raid in Ecuadorean air space was actually led by "U.S. pilots, possibly from DynCorp," a U.S.-based private military contractor that has contracts under Plan Colombia. ...

 

Venezuela siegt vor Gericht: Schallende Ohrfeige für Exxon 19. März 2008

Einen kompletten Sieg hat das staatliche venezolanische Erdölunternehmen PdVSA gegen den US-Multi ExxonMobil errungen. Ein Gericht in London hat gestern alle im Februar gegen PdVSA verhängten Sanktionen aufgehoben, darunter das Einfrieren von Vermögenswerten in Höhe von 12 Milliarden Dollar. ...

Angesichts der Dollarschwäche ermächtigte der englische Richter PdVSA ausserdem, einige der erlittenen Schäden in Euro zu berechnen.

 

CIA sucht Paramilitärs per Stellenanzeige 16. März 2008

Der US-Geheimdienst CIA sucht auf seiner Homepage per Stellenanzeige Offiziere für paramilitärische Operationen. Darauf hat die geheimdienstkritische Internet-Seite injerenCIA.com hingewiesen. Unter der Rubrik "Careers at CIA" findet sich ein Stellenangebot als "Paramilitary Operations Officer" mit einem Gehalt zwischen 54.000 und 75.000 Dollar.

 

Kolumbianische Regierung meldet Mord an Iván Ríos 8. März 2008
Manuel Muñoz Ortiz, besser bekannt als Iván Ríos

 

So einfach geht Frieden 8. März 2008

Reflexion des Compañero Fidel: Der einzige Verlierer
Video: Der Ausweg aus der Krise (Nachrichten von VTV, bei Venezuela aktuell)

Überraschendes Ende des Gipfeltreffens der Rio-Gruppe in der Dominikanischen Republik: Nach harten Auseinandersetzungen reichten sich die Präsidenten von Ecuador, Rafael Correa, Kolumbien, Álvaro Uribe, und Venezuela, Hugo Chávez, die Hand und erklärten die seit einer Woche anhaltende Auseinandersetzung zwischen den drei südamerikanischen Ländern für beendet. Zuvor hatte Uribe um Entschuldigung für das illegale Eindringen auf ecuadorianisches Hoheitsgebiet gebeten und sich verpflichtet, nicht wieder die Grenzen eines der Nachbarländer zu verletzen. ...

 

Kolumbien ermordet Raúl Reyes in Ecuador 2. März 2008
Raúl Reyes

Die kolumbianische Armee hat offenbar den Sprecher der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), Raúl Reyes, ermordet. Erklärungen des kolumbianischen Verteidigungsministers Juan Manuel Santos zufolge starb die "Nummer Zwei" der Guerrilla zusammen mit weiteren 17 Guerrilleros während einer Operation im Department Putumayo im Grenzgebiet zu Ecuador, deren Opfer Berichten der Bolivarischen Presseagentur (ABP) zufolge in erster Linie in dem Gebiet ansässige Bauern wurden...

Siehe auch: Chávez warnt Kolumbien: Verletzung der Souveränität wäre Kriegsgrund