Offenbarungseid der USA 19.12.2008

Schlaraffenland? Geld gibt’s kostenlos – für Banken. Doch mit Senkung des Leitzinses auf Null-Niveau tappt Washington in klassische Liquiditätsfalle

Von Rainer Rupp

 ...Die Strategie des Federal Open Market Committee, dem Leitungsgremium der Notenbank, das US-Bankensystem mit billigem Geld zu überschütten und so die Krise zu überwinden, hat deren Chef bereits den Spitznahmen »Helikopter-Bernanke« eingebracht – weil er die Scheine ebensogut hätte aus dem Hubschrauber werfen können. Diese Strategie hat versagt und zu dem kuriosen Zustand geführt, die bei der Fed geparkten Überschußreserven der Banken in letzter Zeit rapide gestiegen sind. Noch im August betrugen sie nur etwa zwei Milliarden Dollar. Ende Oktober ist der Betrag auf 262 Milliarden angestiegen und per 19. November auf 604 Milliarden Dollar. Die Banken horten in der aktuellen Situation also lieber Cash zu ungünstigen Konditionen (effektiver Zinssatz bei der Fed derzeit um 0,3 Prozent) als es zu verleihen. Die Angst, das Geld im Wirtschaftskreislauf durch Insolvenzen oder Überschuldung zu verlieren, scheint übermächtig zu sein. Und abgesehen von der sich verschärfenden Rezession ist auch die Finanzkrise längst noch nicht vorbei.

Noch im April 2008 hatte der Chef des US-Finanzgiganten Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, die Krise mit einem Footballmatch verglichen. Man befinde sich bereits »im letzten Drittel oder Viertel« des Spiels, so »Mister Wall Street«. Vergangene Woche nun haben Goldman-Analysten eingeräumt, daß man erst die Halbzeit der Krise erreicht habe, deren Dauer sie auf drei Jahre schätzten. Inzwischen hätten die Banken bereits die Hälfte der insgesamt auf 1,8 Billionen Dollar geschätzten Verluste absorbiert. Diese Woche mußte auch Goldman einen Quartalsverlust von über zwei Milliarden Dollar melden – den ersten überhaupt. Derweil befindet sich der Dollar als Resultat von Bernankes Zinspolitik wieder auf Talfahrt.

Die zwischenzeitliche Erholung der US-Währung hatte keine fundamentalen wirtschaftlichen Gründe. Jetzt, da der Greenback eine Nullnummer ist, erinnern sich die Devisenhändler weltweit an die gigantischen US-Defizite. Der wieder einsetzende rapide Fall droht nicht nur den alten Tiefpunkt zu überschießen. Es besteht auch das Risiko, daß Dollar-Schatzbriefe des US-Finanzministeriums (also die »Währung Amerikas« zur Ausbeutung der Welt), mit in den Abgrund zu reißen. Hatte vor wenigen Monaten die Prämien der Risikoversicherung (CDS) gegen einen US-Staatsbankrott, also gegen einen Zahlungsausfall auf diese bisher als absolut sicher geltenden Schatzbriefe noch im einstelligen Cent-Bereich gelegen, so sind sie inzwischen auf über 60 Cents gestiegen. Die CDS für Anleihen des vom Bankrott bedrohten Autokonzerns General Motors lagen vor dessen Aussicht auf staatliche Rettung allerdings noch bedeutend höher bei 780 Cents, d. h. es kostet 7,8 Millionen Dollar um einen auf zehn Millionen lautenden Schuldschein von GM auf fünf Jahre gegen Ausfall zu versichern. Noch liegen die Prämien für US-Schatzbriefe niedriger, aber wenn die Welt diese nicht mehr kauft, droht den Vereinigten Staaten der Bankrott.

 

»Kommunismus pur« im Landtag 13. Dezember 2008
Christel Wegner (DKP)

Im Rahmen der Haushaltsdebatte des niedersächsischen Landtages forderte die fraktionslose Abgeordnete Christel Wegner (DKP) am Donnerstag ein Zinsmoratorium. »Über alle Parteigrenzen hinweg sollte Einigkeit darüber bestehen, dass die Zinszahlungen eine soziale und gerechte Gestaltung von Politik und Gesellschaft blockieren«, so Wegner. Da die Banken bereits staatliche Subventionen und einen Schutzschirm aus Steuergeldern erhalten, müssten die Zinszahlungen durch das Land Niedersachsen eingestellt werden, forderte die Abgeordnete. Schließlich gehörten die Banken zu den Mitverursachern der gegenwärtigen Finanzkrise. ...

Siehe auch: http://www.mona-lisa.org/christel-wegner.htm

 

Flat-Tax aus dem Osten 10.12.2008
Flat-Tax, um ausländische Investoren ins Land zu locken: Markus Heyn, technischer
Direktor von Bosch Diesel, bei der Einweihung einer ­Fabrik in Tschechien (Mai 2005)

Die progressive Einkommensbesteuerung gerät in der EU unter Druck. Junge osteuropäische Mitgliedstaaten werben mit niedrigen Einheitssteuersätzen auf private und unternehmerische Einkommen – zum Leid der Bevölkerung

Von Hannes Hofbauer

In diesen Tagen erscheint das Heft 4 von Lunapark 21 – Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie. Hannes Hofbauer, Lunapark-Redakteur und jW-Autor, hat seinen Beitrag aus der neuen Nummer für uns freundlicherweise etwas erweitert. Einsicht in das Inhaltsverzeichnis gibt es unter www.lunapark21.net; Bestellungen des Einzelheftes (6,80 Euro) sind zu richten an: marketing@lp21.de

 

Critica Extra: Die Systemfrage stellen (pdf download)

Themen: Kapitalismus in der Krise: Alex Callinicos und Elmar Altvater debattieren Alternativen zum Kapitalismus: Kann demokratische Planung den Markt ersetzen? // Thomas Sablowski analysiert die Ursachen der Krise

 

 

Richard Wolff a professor of economics at the University of Massachusetts-Amherst talks on the current "financial" crisis and capitialism in general. A form of socialism is presented as a possible alternative. This talk was presented by the Association for Economic and Social Analysis (AESA), and the journal Rethinking Marxism

 

Lateinamerika koppelt sich vom Dollar ab Donnerstag, 27. November 2008

Die Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Alternative für die Völker Unseres Amerika (Alba) - Cuba, Venezuela, Nicaragua, Bolivien, Honduras und Dominica - sowie Ecuador, das sich noch immer gegen einen offiziellen Beitritt sträubt, wollen die wirtschaftliche Zusammenarbeit ihrer Länder weiter vertiefen. Insbesondere soll die Bedeutung des US-Dollar in den Handelsbeziehungen weiter zurückgedrängt werden. Deshalb sprachen sich die Teilnehmer des von Venezuelas Präsident Hugo Chávez einberufenen ausserordentlichen Alba-Gipfeltreffens am Mittwoch in Caracas für die Schaffung einer gemeinsamen Währung aus.

Der Name der neuen Währung steht bereits fest: Sucre. ...

 

Im Namen der Freiheit 04.11.2008
Zu Spekulationszwecken errichtet: Neubauten im spanischen Sesena.
Im Zuge der aktuellen Finanzkrise ist ihr Wert dramatisch gesunken.

Die Finanzmarktkrise und das neoliberale Akkumulationsmodell

Von Jörg Goldberg

 

Jenseits des Dollar? 04.11.2008
Schaffen Dollarfakturierung im bilaterialen Handel ab: Brasiliens Staatschef
Lula da Silva und Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández

Vor dem Weltfinanzgipfel: Neue Allianzen zwischen Schwellenländern fordern die Hegemonie der traditionellen imperialistischen Blöcke heraus

Von Rainer Rupp

 

Kriegserklärung von China und Russland an Dollar? 30.10.2008

MOSKAU, 30. Oktober (Anatoli Gorew für RIA Novosti). Das Treffen zwischen dem russischen Premier Wladimir Putin und seinem Amtskollegen Wen Jiabao war in Bezug auf die Währungen beinahe sensationell.

Jiabao erklärte, mit gemeinsamen Anstrengungen würden Russland und China der Weltfinanzkrise die Stirn bieten können. Putin seinerseits forderte auf, auf die Verwendung des US-Dollars im Handel zwischen beiden Ländern zu verzichten. ...

 

»Naiv, vom baldigen Ende des Kapitalismus auszugehen«« 09.10.2008

Die weltweite Finanzkrise hat auch eine soziale Ursache: die Welt der Billiglöhne. Ein Gespräch mit Emiliano Brancaccio

Interview: Waldemar Bolze

Emiliano Brancaccio ist Professor für Arbeitsökonomie an der Universität Sannio, Mitglied von Rifondazione Comunista und Berater der größten italienischen Metallarbeitergewerkschaft FIOM-CGIL

 

Kommunisten aus Belgien, den Niederlanden und Luxemburg: Wir brauchen eine öffentliche Benelux-Bank 07.10.2008

Weil Tausende Arbeitsplätze und die Einlagen Zehntausender Kleinsparer auf dem Spiel standen, begrüssen die Partei der Arbeit Belgiens (PTB), die Neue Kommunistische Partei der Niederlande (NCPN) und die Kommunistische Partei Luxemburgs (KPL) die milliardenschweren Rettungsaktionen der Benelux-Staaten für die Finanzkonzerne Fortis und Dexia. Doch bei diesen sogenannten Teilverstaatlichungen durch Aktienkauf, so KPL-Präsident Ali Ruckert am 3. Oktober 2008 auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der drei Parteien im Escher Rathaus, handele es sich nicht um eine echte Verstaatlichung, sondern nur um eine Verstaatlichung der Verluste, die diese Banken gemacht haben. ”Schon sagen die Regierungen in Brüssel, Den Haag und Luxemburg, daß sie die Aktien schnell wieder loswerden wollen und auch die EU drängt sie dazu. Doch unserer Meinung nach darf es nicht zu einem neuerlichen Ausverkauf kommen.“

”Anstatt die private Wirtschaft immer wieder mit öffentlichen Geldern zu dopen“, so Jo Cottenier (PTB), ”fordern wir eine andere Verteilung des Reichtums, der Einkommen und des Eigentums, um schließlich zu einer Aufwertung des öffentlichen und kollektiven Eigentums zu gelangen“. ...

 

  EU garantiert Überleben großer Banken 07.10.2008 (Spiegelonline Berichte)
Finanzminister-Treffen: "Systemrelevante Banken unterstützen"

Die Europäische Union verbürgt sich für das Überleben "aller wichtigen Banken". Darauf einigten sich die EU-Finanzminister in Luxemburg, sagte Finanz-Staatssekretär Jörg Asmussen. Die EU-Staaten wollen demnach alle "systemrelevanten Finanzinstitute" stützen. Forum ]

 

Bailoutrejectedweb"Bridge Loan to Nowhere": Public Outcry Forces House to Reject $700 Billion Bailout of Financial Industry; Dow Falls Record 777 Points September 30, 2008

On Monday, the House voted 228-to-205 against authorizing the largest government intervention in the financial market in US history. The measure would have granted the Treasury unprecedented authority and up to $700 billion to relieve faltering banks and other firms of bad assets backed by home mortgages, which are falling into foreclosure at record rates. As the economic crisis worsens and spreads across the globe, we speak with Robert Johnson, former chief economist of the Senate Banking Committee, and Bruce Marks, the founder and CEO of NACA, the Neighborhood Assistance Corporation of America.

 

 

 

Shaky French-Belgian Bank Gets $9 Billion Injection September 30, 2008 (nytimes)

PARIS — Dexia, a French-Belgian lender, received a capital injection of more than $9 billion from public shareholders on Tuesday as a deepening global credit crisis continued to shake European banks, while Irish authorities moved to back all deposits in the country’s banks. ...

Hypothekenbank Dexia erhält milliardenschweres Rettungspaket (Spiegel Online)

 

Deal agreed for Euro bank Fortis 29 September 2008 (BBC)
Fortis was seen as too big to be allowed to fail

 

House votes down bail-out package 29 September 2008

The US House of Representatives has voted down a $700bn plan aimed at bailing out Wall Street.

 

Kuciweb“Is this the United States Congress or the Board of Directors of Goldman Sachs?” Rep. Dennis Kucinich Rejects $700 Billion Bailout September 29, 2008

The House is set to vote today on a $700 billion emergency bailout plan for the financial industry. The proposed legislation was forged during a marathon negotiating session over the weekend between lawmakers from both parties and Treasury Secretary Henry Paulson. The 110-page bill would authorize Paulson to initiate what is likely to become the biggest government bailout in US history, allowing him to spend up to $700 billion to relieve faltering banks and other firms of bad assets backed by home mortgages, which are falling into foreclosure at record rates.

 ... AMY GOODMAN: Congressman Kucinich, can you explain how it is that the Democrats are in charge, yet the Democrats back down on their demand to give bankruptcy judges authority to alter the terms of mortgages for homeowners facing foreclosure, that Democrats also failed in their attempt to steer a portion of any government profits from the package to affordable housing programs?

REP. DENNIS KUCINICH: Well, I mean, those are two of the most glaring deficiencies in this bill. And I would maintain there was never any intention to—you know, well, many members of Congress had the intention of helping people who were in foreclosure. You know, this—Wall Street doesn’t want to do that. Wall Street wants to grab whatever change they can and equity that’s left in these properties. So—

AMY GOODMAN: Right, but the Democrats are in charge of this.

REP. DENNIS KUCINICH: Right. You know, I’ll tell you something that we were told in our caucus. We were told that our presidential candidate, when the negotiations started at the White House, said that he didn’t want this in this bill. Now, that’s what we were told.

AMY GOODMAN: You were told that Barack Obama did not want this in the bill?

REP. DENNIS KUCINICH: That he didn’t want the bankruptcy provisions in the bill. Now, you know, that’s what we were told. And I don’t understand why he would say that, if he did say that. And I think that there is a—the fact that we didn’t put bankruptcy provisions in, that actually we removed any hope for judges to do any loan modifications or any forbearance. There’s no moratorium on mortgage foreclosures in here. So, who’s getting—who’s really getting helped by this bill? This is a bailout, pure and simple, of Wall Street interests who have been involved in speculation. ...
 

FdrwebFDR in 1933: "There Must Be a Strict Supervision of All Banking and Credits and Investments. There Must Be an End to Speculation with Other People's Money."

We now move three-quarters of a century back in time to 1933. It was the middle of an era that our current moment is sometimes compared to: the Great Depression. When Franklin Delano Roosevelt took his oath of office in March of that year, over 10,000 banks had collapsed, following the stock market crash of 1929. One-quarter of American workers were unemployed, and people were fighting over scraps of food. We play an excerpt of FDR’s inaugural speech on March 4, 1933, and speak to Adam Cohen, author of the forthcoming book, Nothing to Fear: FDR’s Inner Circle and the Hundred Days that Created Modern America.

 

Überall wird gerettet 30.09.2008
Abwärts: Die Aktie der Hypo Real Estate gab am Montag in Frankfurt
um mehr als 70 Prozent nach

Trotz geplantem US-Milliardenprogramm zwingt Finanzkrise weitere Banken in die Knie. Deutschland erwischt volle Breitseite

Von Klaus Fischer

Wachovia, Fortis, Dexia, Bradford & Bingley, Hypo Real Estate. Die Pleitewelle hat zu Wochenbeginn weitere Finanzkonzerne erwischt. Aber noch brechen sie nicht mit Getöse zusammen, sondern werden aufgekauft, verstaatlicht oder bekommen Finanzspritzen. ...

 

Sparkasse Washington Mutual zusammengebrochen 26.09.2008 (tagesschau.de)

Größter Banken-Kollaps der USA

Von Lena Bodewein, ARD-Hörfunkstudio New York

 

Dossier: Von der US-Immobilien- zur weltweiten Finanzkrise "Schwerste Finanzkrise seit 1945"

Als nach langem US-Immobilienboom die Spekulationsblase platzte, platzten auch zahlreiche Kredite. Damit begann die "schwerste Finanzkrise seit 1945", wie der Wirtschaftsweise Bofinger sagt. Nach der Lehman-Pleite entschloss sich die US-Regierung, den Banken mit Hunderten Milliarden Dollar zu helfen. tagesschau.de hat ein Dossier zu den Ursachen, Hintergründen und Folgen der Krise zusammengestellt.

 

Sozialismus à la USA 23.09.2008
US-Finanzminister Henry Paulson will weitere Staaten verpflichten, die Banken in der Finanzkrise zu stützen

Steuergelder für marode Banken: Rettungspaket des US-Finanzministers sorgt für Diskussionsstoff. Demokraten fordern, auch die »Kleinen« zu entlasten

... Nach Ansicht Flassbecks komme es darauf an, international etwas zu tun. Bisher sei dies insbesondere an den USA gescheitert, die aber inzwischen eingesehen hätten, »daß es eine globale Krise ist«. Insofern müsse »man sie jetzt beim Revers packen« und neben der finanziellen Hilfe für die Banken auch »richtig vernünftige internationale Regeln« einfordern. Er erwarte »massive Regulierungen«, sagte der UNCTAD-Chefökonom: Konkret werde »nichts mehr außerhalb der Bankbilanzen erlaubt« sein und das Geschäftsmodell etwa von Hedgefonds »fundamental in Frage« gestellt werden müssen.

Sie auch: Feinde des Marktes und: Kanzlerin mag USA nicht

 

Sen. Bernie Sanders, Robert Scheer and Dean Baker on the Proposed $700 Billion Bailout of Wall Street, the Largest Government Bailout of Private Industry in US History September 22, 2008

It’s being described as the largest government intervention in private markets since the Great Depression. The Bush administration has asked Congress to swiftly approve a massive $700 billion package to rescue the crippled financial institutions on Wall Street. Some analysts say the final cost to taxpayers could top one trillion dollars. Over the weekend, the size of the proposed bailout grew as the Bush administration said foreign banks, including Barclays and UBS, should be eligible for the bailout.

 

AIG headquarters in New York's financial district
US government rescues insurer AIG Wednesday, 17 September 2008
BBC  Reports
 
The US Federal Reserve announces an $85bn rescue package for AIG, the country's biggest insurance company, as authorities strive to prevent a financial meltdown.

 

Workers outside Lehman Brothers" Canary Wharf office, London
Lehman Bros files for bankruptcy Monday, 15 September 2008
BBC  Reports

 
Top US investment bank Lehman Brothers files for bankruptcy protection, sending shockwaves through financial markets.
 

 

Dollar nur dritte Wahl 13.09.2008
Gemeinsam gegen die Gringos: Die Staatschefs Argentiniens und Brasiliens,
Cristina Fernandez de Kirchner und Luiz Inacio da Silva  Foto: AP

Rückschlag für »Weltleitwährung«: Brasilien und Argentinien wollen ab Oktober ihren bilateralen Handel auf Basis der Landeswährungen abwickeln

Von Andreas Knobloch

 

Leben mit Nulldefizit 01.09.2008
Ein Prosit auf Staatsanleihen: Statt sich hochverzinsliche Kredite bei reichen Geldbesitzern zu holen,
sollte der Staat das frei verfügbare Geldeinkommen abschöpfen (St. Moritz, 12.5.2006)
Foto: Bildagentur Huber/Friedel

Das »System Staatsverschuldung«. Teil II (und Schluß): Das Ziel »schuldenfreie Bundes- und Landeshaushalte« führt letztenendes zur wirtschaftlichen Stagnation

Von Karl Mai

Artikels (siehe jW-Thema vom 30./31.8.) wurden wichtige Daten zur Staatsverschuldung angeführt, knapp deren Quellen und grundsätzliche Wirkungen verdeutlicht sowie wichtige Argumente pro und kontra Staatsschulden aufgezeigt. Im Teil II werden die öffentlich diskutierten Konsequenzen aus der Verschuldungslage beleuchtet und perspektivische Fragestellungen der Entschuldung erörtert. Eine kritische Bewertung der Staatsverschuldung findet sich am Schluß.

Investition in die Zukunft 30.08.2008

Das »System Staatsverschuldung«. Teil I: Stand, Quellen und Nutzen der staatlichen Kreditaufnahme

Von Karl Mai

 

Oligarchen im Clinch 13.08.2008

Fusion geplatzt, Chance verpaßt – Indiens reichste Männer, Mukesh und Anil Ambani, streiten ­weiter um Vorherrschaft im Familienimperium

Von Thomas Berger

 

Nützliche Krise 11.08.2008

Peak Oil und seine geostrategische Bedeutung. Teil II (und Schluß): Den US-Eliten kommt die drohende Ölknappheit nicht ungelegen

Von Hauke Ritz

 

Ende einer Epoche 09.08.2008
Für einen harmonischen Übergang in das Post-Ölzeitalter ist es heute bereits zu spät:
Highway vor einer Raffinerie von Shell Oil in Deer Park, Texas (21.11.2007)

Peak Oil und seine geostrategische Bedeutung. Teil I: Die absehbare Erschöpfung der ­globalen Ölreserven

Von Hauke Ritz

 

Raj Patel on the Collapse of the World Trade Organization Talks July 31, 2008

Talks to expand the World Trade Organization have collapsed after a week of negotiations. The talks broke down in part because India and other developing nations demanded the right to protect their farming sectors against heavily subsidized imports. The US refused to accept the protections and insisted on giving US corporations greater access to markets in India, China and other nations.

 

Programmiertes Ende 31.07.2008

Nach dem Scheitern der WTO-Verhandlungen in Genf scheint die Doha-Runde zur weiteren Liberalisierung des Welthandels nicht mehr zu retten

Von Wolfgang Pomrehn

 

Abschied vom Petrodollar 23.07.2008
Ist der US-Dollar demnächst nur noch im Museum zu sehen? Durch die Finanzkrise und die
Anziehungskraft der iranischen Ölbörse sinkt die ­Bedeutung der Weltreservewährung (Teheran, 11.1.2007)  Foto: AP

An der iranischen Ölbörse treibt die asiatische und arabische Welt regen Handel auch ohne Dollar. US- und EU-Handelsverbote gegen die Islamische Republik fügen hauptsächlich der westlichen Exportwirtschaft Verluste zu

Von Michael R. Krätke

Michael R. Krätke ist Professor für Politikwissenschaft und Ökonomie in Amsterdam und Mitherausgeber der Marx-Engels-Gesamtausgabe (­MEGA).

 

Teil des Problems 11.07.2008
In Krisenzeiten bringt billiges Geld die Wirtschaft in Schwung. Der überbordenden
Spekulation haben die Notenbanken allerdings kaum etwas entgegenzusetzen

Analyse. Die Rolle der Notenbanken. Fed und EZB sind weder willens noch in der Lage, die Spekulationsexzesse zu verhindern (Teil II und Schluß)

Von Lucas Zeise

 

Die Laxen und die Strikten 10.07.2008
Bekämpfung von Deflation mit unkonventionellen Mitteln:
Ben S. Bernanke, Präsident der US-Notenbank Federal Reserve (»Fed«)

Analyse. Die Rolle der Notenbanken. Fed und EZB sind weder willens, noch in der Lage, die Spekulationsexzesse zu verhindern (Teil I)

Von Lucas Zeise

 

Energiegeschäft - Wenn der Iran trumpft, hat der Dollar ausgespielt 3. Juli 2008

Von Michael R. Krätke

Die Sanktionen gegen den Iran bewirken, dass die Islamische Republik ihren Öl- und Erdgashandel vermehrt auf asiatische Staaten und Russland verlagert. Eine neu eingerichtete Ölbörse rechnet nicht mehr länger in Dollarpreisen. Der Iran stösst damit auf grosses Interesse der Schwellenländer.

 

Alarm im Finanzzirkus 26.06.2008
For hire – Selbstempfehlung eines früheren Finanzbrokers und Absolventen des berühmten
Massachusetts Institute of Technology (MIT) am Dienstag in New York Foto: AP

 

Inflation, Bankenkrise, Rezessionsgefahr und wie weiter? EZB und US-Notenbank uneins. Internationaler Währungsfonds inspiziert die USA

Von Rainer Rupp

 

Handeln gegen Fortschritt 07.06.2008 (leider nur mit Onlineabo)

Nach den USA orientiert nun auch die EU auf neoliberale Abkommen mit einzelnen Staaten Lateinamerikas.

Von Harald Neuber

 

Ölpreis steigt und steigt 23.05.2008

Ein Faß Petroleum kostete am Donnerstag mehr als 135 US-Dollar. Fördermenge stagniert. Proteste und Unruhen in vielen Teilen der Welt

Von Klaus Fischer

 

Marx mit der MEGA neu lesen 05.05.2008
Dem Proletariat einen »wissenschaftlichen Sieg erringen«:
»Kapital«-Autor Karl Marx  (*5. Mai 1818 in Trier; † 14. März 1883 in London)

Zum 190. Geburtstag des Klassikers

Von Rolf Hecker

Prof. Dr. Rolf Hecker ist Vorsitzender des Berliner Vereins zur Förderung der MEGA-Edition e.V.

 

Zauber des Abschwungs 30.04.2008
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Josef Ackermann, der Magier Wolff von Keyserling
und CDU-Oberbürgermeisterin Petra Roth, auf der »Finanzplatz-Gala« in der Alten Oper in Frankfurt am Main (17.11.2006) Foto: dpa

Politik und Wissenschaft machen die Finanzkrise für den ökonomischen Niedergang verantwortlich. Das Finanzkapital nutzt die Konjunkturflaute unterdessen für eine weitere Verschiebung der Machtverhältnisse zu seinen Gunsten

Von Jörg Huffschmid

 

Durchbruch in Mittelost 28.04.2008
Endpunkt der Baku-Tbilissi-Ceyhan-Pipeline nahe des türkischen Mittelmeerhafens
Foto: AP

Der Kampf um Ressourcen tobt weltweit, und Konzerneuropa ist dabei. Nun kann die EU erste bescheidene Erfolge beim zentralasiatischen Energiepoker vorweisen

Von Tomasz Konicz

 

Alarmrufe vom IWF 11. April 2008
Für eine Handvoll Dollar: Der IWF plant zur eigenen Sanierung, 400 Tonnen seiner Goldreserven zu verkaufen
Foto: AP

Internationaler Währungsfonds warnt vor Weltfinanzkrise. Nobelpreisträger Stiglitz sieht Zinssenkungen als untaugliches Mittel, die Lage zu stabilisieren

Von Rainer Rupp

 

»Schluß machen mit den Wahnvorstellungen« 05. April 2008
Heiner Flassbeck ist promovierter Volkswirt und war von 1998 bis 1999 Staatssekretär. Er beriet den
damaligen Bundesfinanzminister Oskar Lafontaine (SPD) bei dessen Versuch, zusammen mit dessen
französischem Amtskollegen Dominique Strauss-Kahn eine keynesianische Finanz- und Währungspolitik
auf europäischer Ebene zu etablieren.

Gespräch mit Heiner Flassbeck. Über den Irrsinn auf den Finanzmärkten, über Börsenzocker und hirnloses Gefasel von deutschen Ökonomen

Interview: Klaus Fischer und Peter Wolter

 

Verluste sozialisieren 03. April 2008

Modellcharakter für den Umgang mit der Finanzkrise: Wenn Liquiditätshilfen und Stützungskredite nicht nützen, übernimmt der Staat die Bankenschulden

Von Manfred Szameitat

 

Schweizer Bankenkäse 02. April 2008
Faktisch den Großteil des Eigenkapitals verzockt – UBS-Zentrale in Zürich
Foto: dpa

Trotz ständig neuer Verlustmeldungen der einheimischen Finanzkonzerne war man in der Schweiz auf die aktuelle Hiobs­botschaft nicht gefaßt: Die UBS (Union Bank of Switzer­land) muß für das erste Quartal 2008 weitere Abschreibungen vornehmen.

Von Klaus Fischer

 

FINANZMARKT-KRISE: Deutsche Bank entdeckt Milliardenlöcher - UBS-Präsident tritt wegen neuer Verluste zurück 01. April 2008
Neue Abschreibungen mit Folgen: UBS-Chef Marcel Ospel (l.)
hat Rücktritt angekündigt, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann
bleibt fest im Sattel

Sieben Milliarden Verlust bei der UBS, über zwei Milliarden Abschreibungen bei der Deutschen Bank: Zwei der größten europäischen Banken müssen neue Milliardenlöcher im ersten Quartal verkraften. Der Präsident des Schweizer Instituts tritt zurück - die Börse reagiert allerdings gelassen auf die Hiobsbotschaften.

 

KRISENBANK UBS - Milliarden verzockt - auf dem Rücken der Kleinsparer 01. April 2008

Von Michael Soukup

Ein Bankenriese bebt: Die UBS hat auf dem US-Immobilienmarkt mehr Geld verbrannt als jede andere Bank. Viel zu spät stieg sie in den Handel mit Ramschpapieren ein, viel zu lange kaufte sie weiter. Eine Blamage für den Bankenplatz Zürich.

 

Schluß mit neoliberal 19.03.2008

Von Klaus Fischer

Das materielle Sein bestimmt das Bewußtsein: Im Gefolge der weltweiten Finanz- und Bankenkrise äußern immer mehr Akteure aus der »freien Marktwirtschaft« die Idee, anderen die Aufräumarbeiten zu überlassen. Gestern noch stramm neoliberal, singen sie heute das Lied vom Staat...

 

Panikmacher Wall Street 18.03.2008
Gestreßter Händler am Montag an der New Yorker Börse

Von Klaus Fischer

Die Krise des Finanzkapitals spitzt sich zu. Nach der faktischen Pleite der fünftgrößten US-Investmentbank Bear Stearns am Wochenende und dem hektischen Aktionismus von Bankkonzernen, US-Regierung und -Notenbank (Fed), verzeichneten die Aktienmärkte am Montag massive Kursverluste. Öl- und Goldpreis kletterten auf neue Rekordstände, der Dollar hingegen schwächelt...

 

Am Krankenbett der USA 15.03.2008
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet will keine Konfrontation mit den USA

Staatsfonds und Europäische Zentralbank stützen weiterhin die angeschlagene Wirtschaft der Vereinigten Staaten

Von Joseph Halevi

...Seit der sogenannten Dotcom-Krise im Jahr 2000 und der entsprechenden Politik der Fed (minimale Zinssätze und ein insbesondere nach dem 11.September 2001 mit Dollars überflutetes internationales Finanzsystem) stand die EZB vor der Aufgabe, den Euro zur zentralen Währung des globalen kapitalistischen Systems zu machen. Der Dollar kann nur deshalb weiterhin Weltwährung sein, weil er, trotz der Unsicherheit bezüglich seines Wertes, die Unterstützung der Europäer hat. Die USA können flexibler auftreten, weil die EZB sie stützt und damit einen ruinösen Absturz ihrer Währung verhindert. Würde die Europäische Zentralbank jedoch der Fed folgen und die Zinsen senken, würde sie damit einen Wirtschaftskrieg zwischen den beiden wichtigsten kapitalistischen Weltregionen auslösen (Kampf um die Erhöhung der Konkurrenzfähigkeit durch Abwertung der Währungen). Bei dieser Gelegenheit könnte auch der fragile Zusammenhalt in der Eurozone gesprengt werden.

Manche Beobachter in der Linken behaupten, daß die Staatsfonds zur Aufgabe jedes nationalen Interesses führten, weil sie mit derselben Logik wie das Privatkapital operierten und dabei in perverser Weise den Entwicklungsprozeß hin zu einer Finanzwirtschaft verstärkten. Das kann im Einzelfall zutreffen, hängt allerdings von den Umständen ab...